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Eine Mittelohrentzündung ist schmerzhaft und fast jeder kennt sie. Häufig sind Kleinkinder von ihr betroffen, aber auch Erwachsene können erkranken. Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen.

Was ist eine akute Mittelohrentzündung?

Wenn die Schleimhäute des Mittelohrs entzündet sind, spricht man von einer akuten Mittelohrentzündung – oder auch von der Otitis media acuta. Die Entzündung wird meist durch eine virale oder bakterielle Infektion verursacht und geht mit einem starken Ohrenschmerz einher. Die akute Mittelohrentzündung kommt in der Bevölkerung sehr oft vor und ist einer der häufigsten Gründe eines Besuches beim Arzt. Kinder bis zum 6. Lebensjahr erkranken besonders oft an einer Mittelohrentzündung (Otitis media). In etwa jedes zweite europäische Kind leidet innerhalb des 1. Lebensjahr an einer Otitis media. Zwar können sich Menschen jeden Alters eine akute Entzündung des Mittelohrs zuziehen, doch kommt dieses im Erwachsenenalter seltener vor.

Ursachen

Bakterien
Die bakterielle akute Mittelohrentzündung wird häufig durch Pneumokokken, Streptokokken oder Staphylokokken hervorgerufen. Die Bakterien gelangen aus dem Nasen-Rachen-Raum über die Eustachische Röhre (die Ohrtrompete) zum Mittelohr, wo sie sich vermehren und eine Entzündung verursachen. Die Entzündung verursacht meist starke Schmerzen im betroffenem Ohr.

Die Eustachische Röhre ist eine ca. 3,5 cm lange Verbindung zwischen dem Nasenrachenraum und dem Mittelohr. Vor allem Kinder und Säuglinge sind von einer Mittelohrentzündung häufig betroffen, da bei ihnen die Ohrtrompete noch relativ kurz ist und die Bakterien somit keinen weiten Weg zum Mittelohr haben.
Viren
Bei der viralen akuten Otitis media gelangen die Viren meistens über das Blut zu den Schleimhäuten im Mittelohr und rufen dann die Entzündung hervor.
Verletzungen
Außerdem ist es möglich, dass Krankheitserreger bei einem verletzten Trommelfell, beispielsweise durch kleine Risse oder Löcher, von außen, also über die Ohren und den äußeren Gehörgang in das Innenohr eintreten können. Häufig geschieht das durch eintretendes Badewasser oder auch beim Duschen. Die eingedrungenen Krankheitserreger können dann zur Entzündung der Schleimhäute führen.

Krankheitsverlauf und Symptome

Die akute Phase der Mittelohrentzündung dauert ca. ein bis zwei Tage an. In dieser Zeit leidet der Betroffene unter starken, pulsierenden und stechenden Schmerzen im Ohr. Ebenfalls können pochende Ohrgeräusche und Fieber auftreten. Da bei der Mittelohrentzündung die Schleimhäute im Innenohr anschwellen, wird das Innenohr nicht mehr richtig belüftet. Hierdurch entsteht ein Unterdruck im Ohr, der als Druckgefühl wahrgenommen wird und auch zu einer vorübergehenden Hörminderung führen kann.

Weitere Symptome sind Übelkeit, Erbrechen und ein schmerzhafter Druck in der Nähe des Schläfenbeins. Bei einer bakteriellen Mittelohrentzündung bildet sich außerdem sehr häufig Eiter im Innenohr. Sammelt sich dieser an, ist es möglich, dass durch den starken Druck das Trommelfell durchbrochen wird und es zu einem eitrigem Ausfluss kommt. Diesen Vorgang bezeichnen Mediziner auch als Trommelfellperforation. Um einer Trommelfellperoration vorzubeugen, ist es wichtig frühzeitig einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufzusuchen, um die Mittelohrentzündung richtig zu behandeln.

Diagnostik und Behandlung

Die Diagnose einer Mittelohrentzündung stellt ein Arzt der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Er hat die richtigen Instrumente, um in das Ohr hineinzuschauen. Der Arzt betrachtet den Gehörgang und das Trommelfell. Bei einer akuten Mittelohrentzündung ist das Trommelfell stark gerötet. Hat sich durch die Entzündung schon Eiter im Innenohr gebildet, wölbt sich das Trommelfell leicht nach vorne. Dann besteht die Gefahr einer Trommelfellperforation.

Um dem vorzubeugen und den Heilungsprozess zu beschleunigen kann der Arzt Medikamente, wie beispielsweise Antibiotika, verschreiben. Für eine erfolgreiche Behandlung ist es ebenfalls wichtig, dass man sich schont. Die akute Entzündungsphase dauert ca. zwei bis drei Tage an. Der gesamte Heilungsprozess erstreckt sich aber über zwei bis vier Wochen, kann mit der Unterstützung von Medikamenten jedoch verkürzt werden.
Wenn Sie unter Ohrenschmerzen leiden oder das Gefühl haben, dass mit Ihrem Gehör etwas nicht stimmt, suchen Sie auf jeden Fall Ihren HNO-Arzt auf, um auf der sicheren Seite zu sein. Insbesondere bei kleinen Kindern, die die typischen Symptome einer Otitis media haben und sich vor Schmerz oft an die Ohren packen, sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt zu Rate ziehen.

Wer möglichen Nebenwirkungen einer medikamentösen Behandlung vermeiden möchte, kann zunächst auch versuchen die Symptome mit Hausmitteln zu lindern. Als besonders wirksam gel-ten hier Zwiebelsäckchen und Kamille. Zudem sollten Erkrankte viel trinken um So die Bakterien und Viren aus dem Körper zu spülen. Eine symptomatische Therapie ersetzt aber keineswegs einen Arztbesuch.

Komplikationen

Tritt die Mittelohrentzündung sehr häufig auf, kann sich ein chronischer Krankheitsverlauf einstellen. Hierdurch ist eine Vernarbung des Trommelfells möglich. Auch die Gehörknöchelchen können durch die Entzündung beschädigt werden. Das Trommelfell und die Gehörknöchelchen sind sehr wichtig für den Hörvorgang. Bei einer Beschädigung kann sich eine bleibende Schwerhörigkeit ergeben. Deshalb ist eine frühe Diagnose durch einen Arzt wichtig. Bei Ohrenschmerzen oder Problemen mit dem Gehör sollten Sie sofort einen Hals-Nasen-Ohrenarzt aufsuchen.

Vorbeugung der Erkrankung

Gegen die bakteriellen Auslöser (Pneumokokken und Haemophilus influenzae) gibt es Impfstoffe, die den Körper immunisieren und eine Verbreitung des Bakteriums im Körper verhindern. Ebenso ist es sinnvoll, sich bei einer Erkältung zu schonen und Flugreisen zu vermeiden. Während des Fluges trocknen die Schleimhäute stark aus, wodurch das Wachstum von Bakterien begünstigt wird. Dadurch kann es vorkommen, dass Bakterien bis zu den Schleimhäuten im Ohr vordringen und eine Otitis media verursachen.
Da Keime auch von außen durch kleine Risse oder Löcher im Trommelfell ins Ohr eindringen können, ist es sinnvoll bei einer bestehenden Trommelfellperforation mit einem spritzwasserabweisenden Gehörschutz zu baden und duschen. Auch für Träger von Hörsystemen ist es wichtig, diese regelmäßig zu reinigen und von Keimen zu befreien. Dazu gibt es verschiedene, praktische Lösungen, um die Reinigung der Hörgeräte zu vereinfachen. Hierzu beraten wir Sie gerne in einem unserer Fachgeschäfte.
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