Mittelohrentzündung (Otitis media): Ursachen & Behandlung

Mittelohrentzündung (Otitis media): Ursachen & Behandlung
10 Min.
Erscheinungsdatum: 27. September 2024
Datum der letzten Überarbeitung: 9. Juli 2026
Eine Mittelohrentzündung ist schmerzhaft und fast jeder kennt sie. Häufig sind Kinder von ihr betroffen, aber auch Erwachsene können eine Mittelohrentzündung bekommen. In diesem Artikel finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen, wie zum Beispiel: Ursachen, Verlauf, Behandlung, Komplikationen und Prävention.
Übersicht

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Mittelohrentzündung (Otitis media) ist eine Entzündung des Mittelohrs, die vor allem Kinder, aber auch Erwachsene betreffen kann. Häufig entsteht sie infolge einer Erkältung oder einer viralen bzw. bakteriellen Infektion.
- Typische Symptome sind starke Ohrenschmerzen, Druckgefühl im Ohr, Fieber, vorübergehende Hörminderung sowie in manchen Fällen eitriger Ausfluss aus dem Ohr.
- Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und umfasst meist Schmerzmittel, Schonung und bei bakteriellen Infektionen gegebenenfalls Antibiotika. Eine ärztliche Abklärung hilft, Komplikationen zu vermeiden.
- Bleibt eine Hörminderung nach der Entzündung bestehen oder treten Beschwerden wiederholt auf, sollte das Hörvermögen fachärztlich untersucht werden, um mögliche Folgeschäden frühzeitig zu erkennen.
- Eine Vorbeugung ist unter anderem durch Impfungen, eine konsequente Behandlung von Atemwegsinfekten sowie eine gute Ohrenhygiene möglich.
Was ist eine akute Mittelohrentzündung?
Wenn die Schleimhäute des Mittelohrs entzündet sind, spricht man von einer akuten Mittelohrentzündung – oder auch von der Otitis media acuta. Die akute Mittelohrentzündung kommt in der Bevölkerung sehr oft vor und ist einer der häufigsten Gründe eines Besuches bei einer Ärztin oder einem Arzt. Vor allem Kinder bis zum 6. Lebensjahr erkranken besonders oft an einer Mittelohrentzündung. In etwa jedes zweite europäische Kind leidet innerhalb des 1. Lebensjahres an einer Otitis media.

Ursachen einer Mittelohrentzündung
Die Entzündung wird meist durch eine virale, bakterielle Infektion oder Belüftungsstörungen der Ohrtrompete verursacht und kann mit starkem Ohrenschmerz einhergehen. In seltenen Fällen können auch Verletzungen des Trommelfells zu einer Mittelohrentzündung führen.
Krankheitsverlauf und Symptome einer Mittelohrentzündung
Die akute Phase der Mittelohrentzündung dauert in der Regel einige Tage. In dieser Zeit leiden die Betroffenen häufig unter starken, pulsierenden und stechenden Schmerzen im Ohr. Ebenfalls können pochende Ohrgeräusche und Fieber auftreten und auch eine Hörminderung ist möglich in dieser Zeit. Da bei der Mittelohrentzündung die Schleimhäute im Innenohr anschwellen, wird das Innenohr nicht mehr richtig belüftet. Hierdurch entsteht ein Unterdruck im Ohr, der als Druckgefühl wahrgenommen wird und auch zu einer vorübergehenden Hörminderung führen kann. Weitere Symptome sind Übelkeit, Erbrechen und ein schmerzhafter Druck in der Nähe des Schläfenbeins. Bei einer bakteriellen Mittelohrentzündung bildet sich außerdem sehr häufig Eiter im Innenohr. Sammelt sich dieser an, ist es möglich, dass durch den starken Druck das Trommelfell durchbrochen wird und es zu einem eitrigem Ausfluss kommt. Diesen Vorgang bezeichnen Mediziner auch als Trommelfellperforation. Um einer Trommelfellperoration vorzubeugen, ist es wichtig, frühzeitig ärztlichen Rat in Anspruch zu nehmen, um die Mittelohrentzündung zu behandeln.
Diagnostik und Behandlung einer Mittelohrentzündung
Die Diagnose einer Mittelohrentzündung stellen Ärztinnen und Ärzte der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, indem sie den Gehörgang und das Trommelfell betrachten. Bei einer akuten Mittelohrentzündung ist das Trommelfell in der Regel stark gerötet. Auch andere Auffälligkeiten sind möglich.
Um den Heilungsprozess zu beschleunigen können diese bei bakteriellen Entzündungen Medikamente, wie beispielsweise Antibiotika, verschreiben. Auch einige Hausmittel, wie viel Flüssigkeit zu sich nehmen sind bekannt. Für eine erfolgreiche Behandlung ist es ebenfalls wichtig, dass man sich schont. Die akute Entzündungsphase dauert ca. zwei bis drei Tage an. Der gesamte Heilungsprozess erstreckt sich aber über zwei bis vier Wochen, kann mit der Unterstützung von Medikamenten jedoch verkürzt werden. Wenn Sie unter Ohrenschmerzen leiden oder das Gefühl haben, dass mit Ihrem Gehör etwas nicht stimmt, empfehlen wir Ihnen ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, um auf der sicheren Seite zu sein. Insbesondere bei kleinen Kindern, die die typischen Symptome einer Otitis media haben und sich vor Schmerz oft an die Ohren packen, sollten Sie schnellstmöglich ärztlichen Rat einzuholen.
Wer möglichen Nebenwirkungen einer medikamentösen Behandlung vermeiden möchte, kann zunächst auch versuchen die Symptome mit Hausmitteln zu lindern. Als besonders wirksam gelten hier Zwiebelsäckchen und Kamille. Zudem sollten Erkrankte viel trinken um so die Bakterien und Viren aus dem Körper zu spülen. Eine symptomatische Therapie ersetzt aber keineswegs einen Arztbesuch.

Schlafen mit einer Mittelohrentzündung
Schlaf ist nicht nur erholsam und erfrischend, er ist auch wichtig für unsere Gesundheit - und ohne ausreichend Ruhe sind wir einfach nicht wir selbst. Der wohlverdiente Schlaf kann jedoch durch viele Dinge gestört werden, zum Beispiel durch die Beschwerden, die eine Ohrenentzündung verursacht. Mit diesen Tipps können Sie trotz einer Ohreninfektion in erholsamen Tiefschlaf sinken.
Mögliche Komplikationen bei einer Mittelohrentzündung
Tritt eine Mittelohrentzündung sehr häufig auf oder heilt sie nicht vollständig aus, kann sich ein chronischer Krankheitsverlauf entwickeln. In der Folge sind Vernarbungen des Trommelfells oder Schädigungen der Gehörknöchelchen möglich. Da diese Strukturen eine zentrale Rolle beim Hörvorgang spielen, kann es in solchen Fällen zu einer bleibenden Schwerhörigkeit kommen.
Eine frühzeitige ärztliche Abklärung ist daher besonders wichtig. Bei anhaltenden Ohrenschmerzen oder Hörproblemen sollten Sie zeitnah eine Hals-Nasen-Ohrenärztin oder einen Hals-Nasen-Ohrenarzt aufsuchen.
Bleibt nach der Behandlung eine Hörminderung bestehen, können Hörhilfen dabei helfen, das eingeschränkte Hörvermögen im Alltag auszugleichen. Moderne Hörgeräte lassen sich individuell anpassen und unterstützen das Sprachverstehen – insbesondere bei einer durch Mittelohrschäden bedingten Schallleitungsschwerhörigkeit. Ob eine Hörgeräteversorgung sinnvoll ist, sollte auf Basis einer fachlichen Höranalyse entschieden werden.
Vorbeugung und Prävention
Gegen manche bakterielle Auslöser (Pneumokokken und Haemophilus influenzae) gibt es u.a. Impfstoffe, die den Körper immunisieren und das Risiko der Verbreitung des Bakteriums im Körper verhindern können. Ebenso ist es sinnvoll, sich bei einer Erkältung zu schonen und Flugreisen zu vermeiden. Während des Fluges trocknen die Schleimhäute stark aus, wodurch das Wachstum von Bakterien begünstigt wird. Da Keime auch von außen durch kleine Risse oder Löcher im Trommelfell ins Ohr eindringen können, ist es sinnvoll bei einer bestehenden Trommelfellperforation nur mit einem spritzwasserabweisenden Gehörschutz zu baden und duschen. Auch für Träger von Hörsystemen ist es wichtig, diese regelmäßig zu reinigen und von Keimen zu befreien. Dazu gibt es verschiedene, praktische Lösungen, um die Reinigung der Hörgeräte zu vereinfachen. Hierzu beraten wir Sie gerne in einem unserer Fachgeschäfte.
Hinweis zur Ohrengesundheit
Die Inhalte auf dieser Website wurden sorgfältig erstellt und dienen der allgemeinen Information über Themen rund um Hören und Ohrgesundheit. Sie können jedoch keine persönliche medizinische Beratung oder Untersuchung ersetzen. Wenn Sie Beschwerden am Ohr, Hörprobleme oder andere gesundheitliche Fragen haben, wenden Sie sich bitte an eine Hals-Nasen-Ohren-Ärztin oder einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt beziehungsweise an qualifiziertes medizinisches Fachpersonal. Die Hörgeräteakustikerinnen und Hörgeräteakustiker von GEERS beraten Sie zusätzlich gerne rund um Hörtests, Hörlösungen und moderne Hörgeräte.

Autor
GEERS
Bewertet von:
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