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Hören Sie Geräusche, die es gar nicht gibt? Es pfeift, klingelt, brummt, zischt oder pocht im Ohr – und das scheinbar ohne jeden Grund. Sie sind nicht allein! Millionen von Menschen leiden unter lästigen Ohrgeräuschen, die auch als Tinnitus bezeichnet werden. In vielen Fällen hält das Ohrensausen nur kurzfristig an, manchmal tönt es aber auch über Monate oder gar Jahre. Auf dieser Tinnitus-Ratgeberseite gehen wir auf die Symptome, die unterschiedlichen Arten und Ursachen sowie auf Behandlungsmöglichkeiten von Tinnitus ein und geben einen Überblick für Betroffene und deren Angehörige.

Was ist ein Tinnitus?

Tinnitus wird häufig als "Klingeln im Ohr" bezeichnet, die Geräusche können jedoch sehr unterschiedlich sein. Auch ein Zischen, Rauschen, Summen oder Klicken kann im Ohr ertönen. Es gibt keine einheitliche Definition, aber im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass Menschen mit Tinnitus ein Geräusch wahrnehmen, das für andere nicht hörbar ist, weil es keine äußere Quelle gibt. Somit ist Tinnitus ein Phantomgeräusch ohne externe Schallquelle und seine Entstehung im Innenohr und Gehirn gibt der Wissenschaft noch immer Rätsel auf. Fest steht nur: Es handelt sich nicht um eine Erkrankung, sondern um ein Symptom.

Sehr häufig geht Tinnitus mit einem Hörverlust einher. Bei ca. 80% der Betroffenen besteht auch eine Schwerhörigkeit.
 


Ein Tinnitus kann in jedem Alter auftreten und betrifft ca. 10-15% der Bevölkerung, aber ältere Erwachsene im Alter von 60 – 69 Jahren sind am häufigsten betroffen1. Jedoch benötigen nur etwa 3% dieser Betroffenen auch eine ärztliche Behandlung.

Vom 5.-11. Februar 2024 ist Tinnitus-Woche

Alle Informationen zur Arten, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Tinnitus finden sie hier

Daten, Zahlen und Fakten über Tinnitus

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Wie entsteht Tinnitus?

Die Ursache von Tinnitus kann dabei viele Facetten haben, von Schädigungen des Innenohrs bis zu Problemen im Hörnerv oder im zentralen auditiven System.
Ebenfalls spielt Lärmeinwirkung eine bedeutende Rolle bei der Entstehung von Tinnitus. Langfristige oder intensive Einwirkungen von lauten Geräuschen, sei es durch berufliche oder Freizeitaktivitäten, können das Gehör schädigen und einen Tinnitus begünstigen.

Stress ist ebenfalls ein weiterer Faktor, welcher mit Tinnitus in Zusammenhang gebracht wird. Chronischer Stress kann das zentrale Nervensystem beeinflussen und somit den Tinnitus verstärken oder auslösen. Daher kann ein ausgewogener Lebensstil und Stressmanagement-Techniken die Symptome positiv beeinflussen.
Die Wahrscheinlichkeit an einem Tinnitus zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter an. Hierfür könnte eine altersbedingte Veränderung des Gehörsystems schuld sein, aber auch auf andere altersbedingte Faktoren, die das Auftreten von Tinnitus begünstigen.

Insgesamt zeigt die komplexe Verbindung von Tinnitus mit Hörverlust, Lärmeinwirkung, Stress und dem Alter die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Herangehensweise an, um die Ursachen zu identifizieren und eine effektive Behandlung für Ihre Patienten zu ermöglichen.

Symptome bei Tinnitus

Es ist wichtig, Anzeichen für Tinnitus frühzeitig zu erkennen, damit er nicht zu einer ernsthaften oder dauerhaften Erkrankung wird. Auf die folgenden Symptome sollten Sie achten:

  1. Ein konstantes Klingeln in beiden Ohren
    Besonders in Momenten der Stille ist dieser Tinnitus penetrant. Denn dann wird er nicht durch andere Geräusche übertönt.
  2. Ein lautes Pochen in beiden Ohren oder ein Klingeln in einem Ohr
    Wie das ständige Klingeln ist auch lautes Pochen im Kopf ein Phantomgeräusch, das sich hartnäckig hält. Es klingt wie eine große Trommel oder eine Bassgitarre, die mit dem Herzschlag im Einklang ist. Dies könnte ein Anzeichen für einen pulsierenden bzw. pulssynchronen Tinnitus sein.
  3. Sie hören Musik
    Es gibt eine Art von Tinnitus, die sich als "musikalische Halluzinationen" äußert. Dann hören Sie zum Beispiel Hintergrundmusik, für die es keine äußere Ursache gibt. Wenn dieser Zustand andauert, könnten Sie einen Tinnitus haben.


Etwa 2% der Tinnitus-Patienten empfinden ihr Ohrgeräusch als behindernd, was bedeutet, dass die Auswirkungen auf das tägliche Leben erheblich sind und eine intensive medizinische Betreuung erforderlich machen.
18% der Menschen mit Tinnitus haben einen als belastend empfundenen Tinnitus, der eine ärztliche Behandlung notwendig macht. Dies zeigt, dass nicht jeder Tinnitus die gleiche Intensität und Beeinträchtigung mit sich bringt.
Bei 80% der Betroffenen besteht keine wesentliche Belastung durch das Symptom. Es könnte darauf hindeuten, dass viele Menschen in der Lage sind, mit ihrem Tinnitus zu leben, ohne dass ihr tägliches Funktionieren beeinträchtigt.

Wie stark die Tinnitus-Symptome ausgeprägt sind, variiert von Fall zu Fall. Bei einigen treten die Geräusche nur vorübergehend auf, während sie bei anderen ein chronisches Problem darstellen können.
Wenn Sie eines der oben genannten Symptome verspüren, sollten Sie einen Termin bei einer HNO-Ärztin oder einem HNO-Arzt vereinbaren. Dort erhalten Sie nicht nur mehr Informationen über die Ursachen Ihrer Beschwerden, sondern können durch die passende Behandlung auch mögliche Langzeitschäden an Ihrem Gehör verhindern.
GEERS Hör-Experte Alexander

Fragen an die Expertin
Dr. Maren Strophal über Tinnitus-Management

Expertin für audiologische Gesundheitsdienste mit Schwerpunkt Tinnitus-Management am Sonova Haupsitz in der Schweiz.


Ursachen und Risikofaktoren von Tinnitus

Für manche Menschen ist ihr Tinnitus kaum wahrnehmbar, für andere sind die Ohrgeräusche jedoch unerträglich. Und obwohl sich die Wissenschaft ausgiebig mit den Arten und möglichen Ursachen von Tinnitus befasst hat, gibt es kein Heilmittel.
 
Klar ist jedoch eines: Ein Tinnitus ist weder eine Halluzination noch eine eingebildete Krankheit. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie Ihre Ohren von einem Arzt oder einer Ärztin untersuchen lassen oder Ihrem Hörakustiker oder Ihrer Hörakustikerin einen Besuch abstatten. Er oder sie kann zum Beispiel feststellen, ob Ihr Gehör geschädigt ist oder ob es andere mögliche Ursachen für Ihre Ohrprobleme gibt.

Einige der häufigsten Ursachen sind: 
 
  • Übermäßige Lärmbelastung
  • Innenohrerkrankungen
    Durch ein Knalltrauma, einen Hörsturz oder Altersschwerhörigkeit kann im Innenohr die Ursache für einen Tinnitus entstehen.
  • Verstopfung des Gehörgangs (z. B. durch Ohrenschmalzablagerungen) oder der Nase bzw. Druck in den Nebenhöhlen
  • Stressbedingter Tinnitus kommt in der heutigen Zeit sehr oft vor
  • Schallempfindungsschwerhörigkeit (altersbedingt oder lärmbedingt)
  • Bestimmte verschreibungspflichtige Medikamente, z. B ototoxische Medikamente (Antirheumatika, Antibiotika)
  • Funktionsstörungen des Kiefergelenks
  • Schädel-Hirn-Trauma (SHT)
  • Verletzungen am Kopf oder Hals
  • Chronische Nackenmuskelzerrung
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Ein Tumor, der auf die Arterien in Hals und Kopf drückt
 
Aber auch andere Erkrankungen können die Ursache für Tinnitus sein:
 
  • Gleichgewichtsstörungen wie die Ménière-Krankheit und Otosklerose
  • Stoffwechselstörungen, wie Hypothyreose
  • Psychiatrische Erkrankungen, wie Depressionen und Angststörungen
  • Autoimmunerkrankungen, wie Borreliose
  • Blutgefäßerkrankungen, wie Bluthochdruck
  • Tumorbedingte Erkrankungen wie das Akustikusneurinom (sehr selten)
 
Obwohl die Liste möglicher gesundheitlicher Probleme im Zusammenhang mit Tinnitus recht lang ist, bedeutet ein Klingeln im Ohr nicht automatisch, dass Sie eine der oben genannten Erkrankungen haben. Deshalb ist es wichtig, Ihre HNO-Ärztin bzw. Ihren HNO-Arzt aufzusuchen, um einen Tinnitus-Test zu machen und Ihr Gehör untersuchen zu lassen. Wenn es ihm oder ihr gelingt, die Ursache des Tinnitus herauszufinden, können die Beschwerden gezielt behandelt werden.

Arten von Tinnitus

Obwohl es schwierig ist, genau zu sagen, wie viele Menschen gelegentlich oder dauerhaft ein unerklärliches Klingeln, Rauschen oder Brummen im Ohr hören, ist das Problem weit verbreitet. Während der pauschale Begriff "Ohrensausen" den Eindruck erweckt, dass jeder das Problem auf dieselbe Weise erlebt, gibt es in Wirklichkeit viele verschiedene Arten von Tinnitus:

Subjektiver Tinnitus
Dies ist die häufigste Form des Tinnitus und in der Regel eine Folge von Lärmbelastung. Bei einem subjektiven Tinnitus sind Sie die einzige Person, die die Geräusche hören kann. In leichten Fällen verschwindet das Ohrgeräusch schnell wieder. In manchen Fällen kommt und geht es jedoch mit unterschiedlicher Dauer und Intensität. Schwere Fälle können drei bis zwölf Monate andauern, manchmal sogar noch länger. Wenn die internen Geräusche die externen Geräusche überlagern, kann die Konzentrationsfähigkeit leiden.
Somatischer Tinnitus
Der somatische Tinnitus, auch Schallleitungstinnitus genannt, ist mit dem sensorischen System (Sinnessystem) verbunden. Die Wissenschaft glaubt, dass diese Art von Tinnitus durch Probleme des sensorischen Systems verursacht oder verschlimmert wird.
Neurologischer Tinnitus
Morbus Menière oder ähnliche Erkrankungen, die die Hörfunktionen des Gehirns beeinträchtigen, sind in der Regel für neurologischen Tinnitus verantwortlich.
Sensorischer Tinnitus
Sensorischer Tinnitus ist eine Unterkategorie des subjektiven Tinnitus. Wenn Ihr Gehör geschädigt ist, können Sie einen sensorischen Tinnitus entwickeln. Obwohl die Ärzte die Ursachen für die Schädigung des Gehörs nicht kennen, ist es möglich, die negativen Auswirkungen auf die Lebensqualität mit der richtigen Behandlung verringern können.
Objektiver Tinnitus
Objektiver Tinnitus, auch pulssynchroner Tinnitus genannt, betrifft weniger Menschen. Es handelt sich um eine seltene Form, die durch Gefäßverformungen oder unwillkürliche Muskelkontraktionen verursacht wird. Die gute Nachricht ist, dass die Ohrgeräusche verschwinden, wenn die Ursache behandelt werden kann.
Nieder- oder tieffrequenter Tinnitus
Bei dieser sehr frustrierenden Form des Tinnitus können Betroffene nicht unterscheiden, ob das Geräusch von innen oder von außen kommt. Die Geräusche, die sie hören, ähneln einem ständigen Rumpeln, Brummen, Murmeln und tiefen Dröhnen. Das Leben mit dieser Form ist schwierig und kann die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken.

Ein Tinnitus kann für kurze Zeit auftreten und wieder verschwinden, aber auch mehrere Monate lang bleiben – oder ein Leben lang. Die Medizin unterscheidet daher auch drei Formen in Bezug auf die Dauer des Tinnitus:

  • Akuter Tinnitus: Besteht weniger als drei Monate und hört oft spontan wieder auf. Gegebenenfalls kann hier eine Behandlung mit Medikamenten helfen.
  • Subakuter Tinnitus: Tritt innerhalb von drei bis zwölf Monaten immer wieder auf. Medikamentöse Behandlung und/oder Entspannungsübungen können zu einer Besserung führen.
  • Chronischer Tinnitus: Die Beschwerden bestehen länger als zwölf Monate und klingen nur selten ohne therapeutische oder medikamentöse Maßnahmen ab.
 
Auch wenn die Ursachen noch nicht vollends geklärt sind, gibt es Erfahrungswerte und laufende Informationen aus der Wissenschaft. Und daher auch bestimmte Auslöser, die die Entstehung von Tinnitus begünstigen:
 
  • Stress
Was früher nur ein Verdacht war, gilt heute als gesichert: Stress begünstigt die Entstehung von Ohrensausen. Studien haben gezeigt, dass Hörsturz- und Tinnitus-Betroffene davor häufiger unter starkem Stress standen als andere HNO-Patientinnen und -Patienten.
 
  • Medikamente
Bestimmte Schmerz- und Rheumamedikamente, Mittel gegen Malaria sowie einige Antidepressiva können das Symptom Tinnitus auslösen. Unter Verdacht stehen auch verschiedene Mittel gegen hohen Blutdruck, unter anderem ACE-Hemmer und Betablocker.
 
  • Lärm
Eine übermäßige Belastung des Gehörs durch laute Geräusche gilt als häufigster Auslöser von Tinnitus. Wer sich jahrelang regelmäßig und ohne geeigneten Gehörschutz in einem lauten Umfeld bewegt, hat ein stark erhöhtes Tinnitus-Risiko. Dasselbe gilt für Patienten mit einem Knalltrauma.
 
  • Genussmittel

Manche Experten sind der Ansicht, dass Alkohol und Nikotin die Entstehung von Tinnitus begünstigen können. Früher bestand dieser Verdacht auch bei Koffein. Inzwischen gibt es aber Studien, die vermuten lassen, dass ein hoher Kaffee-Konsum das Tinnitus-Risiko eher senkt.

Arztbesuch, Diagnose & Untersuchung bei Tinnitus

Plötzlich auftauchende, störende Ohrgeräusche verschwinden in den meisten Fällen wieder von allein. Oft reicht es, sich und seinem Gehör eine Ruhepause zu gönnen. Doch was tun, wenn das Pfeifen oder Rauschen im Ohr einfach nicht aufhört?

Wichtig: Wenn das Ohrgeräusch länger als 24 Stunden anhält, sollten Sie einen Experten aufsuchen. Denn je früher Sie bei einem akuten Tinnitus aktiv werden, desto besser sind Ihre Heilungschancen. Und desto eher können Sie einen chronischen Tinnitus vermeiden.
 
Die beste Information und Hilfe bekommen Sie beim HNO-Arzt oder Ihrer HNO-Ärztin. Die HNO-Untersuchung bei Tinnituspatientinnen und patienten ist auf die Bedürfnisse von Menschen mit Ohrgeräuschen abgestimmt. Neben einem Anamnesegespräch wird auch ein Hörtest durchgeführt, weil Tinnitus oft mit einem Hörverlust einhergeht. Je nach Form und Schweregrad werden in der HNO-Praxis ein individueller Behandlungsplan erstellt und entsprechende Therapiemaßnahmen eingeleitet.
 
Falls Sie sich vor Ihrem Arzttermin noch online erkundigen möchten, haben Sie folgende Möglichkeiten:
 
Online-Tinnitus-Test
Da es in der Regel keine physische Ursache für den Tinnitus gibt, gehen Experten davon aus, dass das Problem bei den Hörnerven liegt. 

Ein Online-Tinnitus-Test mit Tonhöhenabgleich ist ein erster Anhaltspunkt, um die beste Behandlungsmethode für Sie zu ermitteln. Hierbei geht es darum, die Frequenz Ihres Tinnitus zu bestimmen. Mit der Tonhöhenanpassung ist es möglich, diese Frequenzen zu identifizieren und dann die weniger reaktiven Nerven zu trainieren. Eine möglicher Therapieansatz ist es, diese Frequenzen aus Musik und anderen Audiosignalen zu entfernen, um die Nerven nicht mehr zu stimulieren. 
 
Online-Hörtest
Wenn Sie Probleme mit Ihrem Gehör haben, sollte ein Hörtest Ihre erste Anlaufstelle sein. Dank Online-Hörtests geht das heute sehr schnell und unkompliziert. Im Internet gibt es eine große Auswahl und einige der Tests, wie der Online-Hörtest von GEERS, können sogar anonym durchgeführt werden.
 
Bitte beachten Sie: Diese Online-Tests sind kein Ersatz für eine professionelle medizinische Diagnose – eine solche erfordert einen umfassenderen Ansatz. Vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrem HNO-Arzt oder Ihrer HNO-Ärztin und machen Sie die notwendigen Tests, um eine endgültige Diagnose zu erhalten

Behandlungsmöglichkeiten bei Tinnitus

Rein medizinisch betrachtet ist Tinnitus nicht schädlich. Die permanente Lärmbelästigung kann jedoch mit der Zeit der Psyche zusetzen. Neben dem Einsatz von Medikamenten wird aktuell die Tinnitus-Retraining-Therapie eingesetzt:
 
Die drei Säulen der Tinnitus-Retraining-Therapie:
 
1. Säule: Aufklärung und Beratung – Wer über die richtige Information verfügt und die Thematik gut kennt, empfindet die Ohrgeräusche als weniger bedrohlich.
2. Säule: Klangtherapie – Mittels Konzentration auf angenehme Geräusche (Zierbrunnen, Naturklänge, Musik u.Ä.) wird das negative Ohrgeräusch in den Hintergrund gedrängt.
3. Säule: Steigerung des psychischen und physischen Wohlbefindens – hierfür gibt es verschiedene, sehr individuelle Ansätze, von der Verhaltens- und Gesprächstherapie bis hin zu Yoga und Tai-Chi.
Hörgeräte und Noiser
 
Neben der Retraining-Therapie könnte es auch sein, dass Ihr HNO-Arzt oder Ihre HNO-Ärztin ein Hörgerät mit Tinnitus-Noiser empfiehlt. Solche Hörgeräte haben eine doppelte Wirkweise: Sie gleichen den Hörverlust aus, damit der Patient äußere Geräusche wieder besser wahrnimmt, und sie lenken durch angenehme, positiv wahrgenommene Klänge vom lästigen Pfeifen oder Brummen ab. Tatsache ist: Etwa 80 Prozent der Tinnitus-Betroffenen leiden gleichzeitig an einem Hörverlust. Und oft hat das Ohrensausen genau die Frequenz, die der Patient am schlechtesten wahrnimmt.

Tinnitus-Behandlung durch Hörgeräte bei GEERS

Manche Arten von Tinnitus können mit Hörgeräten therapiert werden. Sogenannte Hörgeräte mit Tinnitus Noiser gleichen den Hörverlust aus, der bei vielen Menschen mit Tinnitus besteht, und überdecken gleichzeitig das lästige Ohrgeräusch. Lesen Sie hier weiter, wie Tinnitus mit Hörgeräten behandelt werden kann.

Lebensstil: Vorbeugung und Tipps im Alltag mit Tinnitus

Sie können Tinnitus aber auch vorbeugen. Hier haben wir einige Tipps zur Prävention von chronischen und akuten Ohrgeräuschen:
 
  • Ursachen meiden und Ohren schützen
    Gehen Sie übermäßigem Lärm aus dem Weg oder schützen Sie Ihre Ohren. Falls sich bestimmte Lärmquellen am Arbeitsplatz oder in der Freizeit nicht vermeiden lassen, verwenden Sie Gehörschutz.
  • Allzu großem Stress aus dem Weg gehen
    Denn Stress begünstigt die Entstehung von unangenehmen Ohrgeräuschen. Schalten Sie lieber einen Gang zurück, statt eines Tages ganz auszufallen.
  • Zögern Sie nicht!
    Gehen Sie schon bei den ersten Anzeichen bzw. im akuten Stadium zum Arzt oder Ihrer Ärztin. Denn je früher Sie sich bei ersten Ohrgeräuschen von einem beraten lassen und mit einer adäquaten Therapie behandelt werden, desto besser sind Ihre Heilungschancen.
  • Und falls Sie bereits einen Tinnitus haben, haben wir selbstverständlich auch Tipps für Sie:
  • Meiden Sie Stress und finden Sie eine Entspannungstechnik, die gut zu Ihnen passt (autogenes Training, Yoga, Tai-Chi oder Ähnliches).
  • Hören Sie auf zu rauchen. Nikotin wirkt Tinnitus-fördernd.
  • Achten Sie auf Ihre Ernährung. Und: Alkohol sollte nur in Maßen konsumiert werden.
  • Leben sie aktiv und treiben Sie Sport. Körperliche Betätigung fördert den Stressabbau und lenkt von den Ohrgeräuschen ab.
  • Schlafen Sie ausreichend. Ausgeschlafene Menschen nehmen einen chronischen Tinnitus weniger intensiv wahr.
  • Wählen Sie Aktivitäten, die Ihnen Spaß machen! Das lenkt von den Ohrgeräuschen ab.
  • Tragen Sie stets einen Gehörschutz, wenn Sie sich Lärm oder lauter Musik aussetzen.
Tinnitus Faktoren

GEERS Hör-Experte Alexander

Unser Hör-Experte und Autor:


Alexander Schneider - Hörakustik-Meister
Alexander ist Hörakustik-Meister und ausgebildeter Pädakustiker bei GEERS.

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1 Cima, R. F. F., Mazurek, B., Haider, H., Kikidis, D., Lapira, A., Noreña, A., & Hoare, D. J. (2019). A multidisciplinary European guideline for tinnitus: diagnostics, assessment, and treatment. HNO. doi:10.1007/s00106- 019-0633-7
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