Knalltrauma: Symptome & Behandlung

Knalltrauma: Symptome & Behandlung
5 Min.
Erscheinungsdatum: 6. September 2024
Datum der letzten Überarbeitung: 26. April 2026
Ein Knalltrauma entsteht durch einen extrem lauten, kurzen Schallimpuls – etwa bei Feuerwerk, Schüssen oder einem Airbag. Bereits wenige Millisekunden mit sehr hoher Lautstärke reichen aus, um die empfindlichen Haarzellen im Innenohr zu schädigen. Typische Folgen sind plötzlicher Hörverlust, Tinnitus oder ein Druckgefühl im Ohr. Je schneller reagiert wird, desto besser sind die Chancen auf vollständige Erholung.
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Das Wichtigste in Kürze
- Definition: Ein Knalltrauma ist eine Schädigung der Sinneszellen im Innenohr durch einen extrem lauten, kurzen Knall (z. B. Böller, Schuss).
- Ursache: Sehr hohe Lautstärken (ca. ab 140 dB) wirken nur Millisekunden, reichen aber aus, um die empfindlichen Haarzellen im Ohr zu schädigen.
- Symptome: Plötzlicher Hörverlust (oft einseitig), Tinnitus, Druckgefühl im Ohr, Schmerzen oder Schwindel.
- Verlauf: Die Beschwerden können sich von selbst bessern, manchmal bleibt aber ein dauerhafter Hörschaden oder Tinnitus zurück.
- Behandlung & Vorbeugung: Therapie erfolgt meist medikamentös (z. B. Kortison); wichtig ist schneller Arztbesuch und Schutz vor lautem Lärm (z. B. Gehörschutz).

Was ist ein Knalltrauma?
Ein Knalltrauma ist eine Verletzung der Sinneszellen im Innenohr, die durch eine kurze, aber sehr starke Lärmeinwirkung hervorgerufen wird. Typische Ursachen des Traumas sind:
- Silvesterböller und Feuerwerk
- platzende Airbags
- Schüsse
- Ohrfeigen
- Blitzschläge
- Konzerte, bei denen stellenweise extreme Lautstärken erreicht werden
Die Lautstärken, die ein solches Trauma hervorrufen können, belaufen sich auf mindestens 140 dB - bereits Lärm ab etwa 100 Dezibel wird von uns als sehr unangenehm empfunden. Die Lärmeinwirkung dauert hierbei nur ein bis drei Millisekunden. Diese kurze Zeit reicht aus, um die Haarzellen im Corti-Organ im Innenohr zu schädigen. Durch den hohen Druck des Schalls wird entweder eine Stoffwechselstörung der Haarzellen , die wiederum zu Sauerstoffmangel und der Bildung freier Radikaler führt, hervorgerufen oder eine mechanische Störung ausgelöst.
In beiden Fällen können die geschädigten Haarzellen nach dem Trauma besonders hohe Frequenzen nicht mehr verarbeiten und man hört schlechter. Aufgrund der geschädigten, äußeren Haarzellen sinkt die Differenz zwischen Hörschwelle und Unbehaglichkeitsschwelle, sodass Betroffene leise Töne kaum noch wahrnehmen können. Das Trommelfell bleibt meistens jedoch unverletzt.
Bei akustischen Traumata unterscheidet man zwischen dem Knall- , dem Lärm- und dem Explosionstrauma. Auch letzteres führt zu Schmerzen im Ohr und zeichnet sich dadurch aus, dass das Trommelfell reißt. Wenn sich Ihr Hörvermögen nach der Lärmeinwirkung mit der Zeit sogar noch weiter verschlechtert, ist auch das ein Anzeichen für ein Explosionstrauma. Die Therapie eines Explosionstraumas ist deutlich schwieriger, da der akustische Unfall nicht nur die Haarzellen im Innenohr, sondern auch das Trommelfell im Mittelohr beschädigt hat, was eine kombinierte Schwerhörigkeit auslösen kann.
Ein Lärmtrauma kann entweder akut oder chronisch auftreten. Die Ursache der akuten Schädigung sind laute Geräusche wie zum Beispiel die Musik in einer Disko, die über einen längeren Zeitraum von bis zu ein paar Stunden wahrgenommen worden. Chronische Lärmeinwirkungen wie die tägliche Arbeit mit lauten Geräten können zu einem chronischem Lärmtrauma, der sogenannten Lärmschwerhörigkeit führen. Meistens sind beide Ohren betroffen. Die HNO-Heilkunde ist grundsätzlich bei jeder Form einer akustischen Traumata auf zu suchen.
Wie äußert sich ein Knalltrauma?
Das Knalltrauma äußert sich immer in einem Hörverlust, der sehr stark ausfallen und einem Zustand von Taubheit ähneln kann. Oftmals ist nur ein Ohr betroffen. Zu den typischen Symptomen des akustischen Traumas zählen auch Ohrgeräusche oder Tinnitus. Manche Betroffene beschreiben zudem Schwindelgefühle und eine Geräuschüberempfindlichkeit. Patienten berichten auch, dass sich das jeweilige Ohr verstopft anfühlt oder sie einen stechenden Schmerz am Ohr verspüren. Meistens verschwindet die Taubheit innerhalb einiger Stunden, am nächsten Tag oder binnen einiger Wochen von allein. Bei einem anhaltenden Hörverlust nach einem Knalltrauma sind vor allem die hohen Töne betroffen. In diesem Fall können Hörgeräte helfen den Hörverlust auszugleichen. Auch wenn der Hörverlust bei dieser Art der Lärmeinwirkung oftmals nicht anhaltend ist, können Ohrgeräusche beziehungsweise Tinnitus bleiben. Ähnliche Symptome finden sich übrigens bei einem Hörsturz. Es ist also in jedem Falle ratsam, rasch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufzusuchen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Hörgeräte nach einem Knalltrauma
Ein Knalltrauma kann das Hörvermögen dauerhaft beeinträchtigen – insbesondere dann, wenn empfindliche Strukturen im Innenohr geschädigt wurden. Während sich leichte Hörstörungen in manchen Fällen zurückbilden, bleibt bei einigen Betroffenen ein bleibender Hörverlust bestehen. In solchen Situationen können moderne Hörsysteme dabei helfen, das eingeschränkte Hören im Alltag auszugleichen und das Sprachverstehen zu verbessern. Ob eine Hörgeräteversorgung sinnvoll ist, wird auf Grundlage audiologischer Untersuchungen entschieden und sollte immer in Abstimmung mit ärztlichem Fachpersonal sowie Hörgeräteakustikerinnen und Hörgeräteakustikern erfolgen.

Hinweis zur Ohrgesundheit
Die Inhalte auf dieser Website wurden sorgfältig erstellt und dienen der allgemeinen Information über Themen rund um Hören und Ohrengesundheit. Sie können jedoch keine persönliche medizinische Beratung oder Untersuchung ersetzen. Wenn Sie Beschwerden am Ohr, Hörprobleme oder andere gesundheitliche Fragen haben, wenden Sie sich bitte an eine Hals-Nasen-Ohren-Ärztin oder einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt beziehungsweise an qualifiziertes medizinisches Fachpersonal. Die Hörgeräteakustikerinnen und Hörgeräteakustiker von GEERS beraten Sie zusätzlich gerne rund um Hörtests, Hörlösungen und moderne Hörgeräte.

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