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„Tatort Wohnzimmer“: schlechter Ton beim Fernsehen muss nicht sein

06/23/2016
Sarah
Paar schaut zusammen Fernsehen

Seit einiger Zeit wird im Netz eine Debatte um den guten Ton geführt. Nein, es geht hier nicht um Netiquette. Es geht wortwörtlich um den guten bzw. schwer verständlichen Ton. Besonders die Krimis im Programm von ARD und ZDF stehen in der Kritik, unverständlich zu sein, verschiedene Medien berichteten darüber.

Zum einen seien die Schauspieler schlecht zu verstehen, sie würden nuscheln. Zum anderen sei das Problem technischer Art: plötzliche Laut-Leise-Sprünge und störende Hintergrundmusik machen Menschen mit Hörproblemen zu schaffen und verderben die Lust am „Tatort“.

Die Gründe für die schlechte Verständlichkeit

Die Pressestelle des ZDF sagt dazu, das seien „Gestaltungsmerkmale“, eine „dramaturgisch bewusst eingesetzte Klangdynamik“. Zudem hänge die Verständlichkeit auch von persönlichen Faktoren ab wie zum Beispiel Hörvermögen, Alter des Fernsehgerätes oder Raumakustik. Bei den modernen Flachbildfernsehern ist es tatsächlich so, dass sie zwar von der Bildqualität her immer besser werden, vom Ton her jedoch immer schlechter – schlicht und ergreifend wegen der Flachbauweise. Für eine wirklich gute Tonqualität sind externe Boxen nötig.

Eine 2014 vorgelegte Diplomarbeit zu genau diesem Thema fordert, Regisseure und Produzenten für die Thematik zu sensibilisieren. Ihnen sei oft gar nicht bewusst, welche Auswirkungen auf den Ton und die Verständlichkeit manche schauspielerische Idee habe. Denn im Gegensatz zu früher wird heute nicht mehr hauptsächlich im Studio gedreht, sondern auch häufig im Freien. Anschließend müssen störende Nebengeräusche herausgefiltert werden. Zudem wurden vor einigen Jahren noch akustisch schwierige Stellen nachsynchronisiert. Heute wird in der Regel der Original-Ton verwendet.

Professor Ingo Kock von der Filmuniversität Babelsberg, schlägt vor das Problem über die Tonmischung zu lösen. Es sei möglich über Eingriffe in die Mischung, das Hörerlebnis für Menschen mit Hörminderung zu verbessern, ohne es für andere zu verschlechtern.

Was können Betroffene tun?

Für Menschen mit Hörminderung oder Hörgeräteträger gibt es Möglichkeiten dem „schlechten Ton“ durch verschiedenen Hilfsmittel und Zusatzgeräte zu entkommen:

  • Spezielle Kopfhörer für Menschen mit Hörminderung können ganz unkompliziert an den Fernseher angeschlossen werden. Sie sorgen für ein perfektes Klangerlebnis – auch ganz ohne den Partner oder die Partnerin zu stören.
  • Über Bluetooth- oder Funkanbindung kann der Ton vom Fernsehgerät auf die Hörgeräte übertragen werden – ein brillantes Soundsystem direkt im Ohr. Die Mikrofone der Hörgeräte nehmen dabei trotzdem sämtliche Umgebungsgeräusche auf, sodass Sie sich weiterhin unterhalten können oder auch das Telefonklingeln nicht verpassen.
  • Über eine Induktionsschleife, die Sie um den Hals tragen, wird der Fernsehton via „T-Stellung“ an die Hörgeräte übertragen. Diese Technik ist robuster als Bluetooth und kann auch dann verwendet werden, wenn der Fernseher keine Bluetooth-Schnittstelle hat.

Im Zweifel können Sie sich auch stets von Ihrem Hörgeräteakustiker beraten lassen, damit Ihr Fernsehgenuss nicht durch schlechten Ton getrübt wird.

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