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Audio-Illusionen – Tricks unseres Gehörs

12/13/2017
Julien
Illusion

Von optischen Illusionen hat sicherlich jeder schon einmal gehört. Und fast jeder kennt wohl auch die ein oder andere Illusion, mit der das Auge ausgetrickst wird.

Solch ähnliche Tricks gibt es auch für das Ohr. Gerade im Zusammenspiel mit bestimmten optischen Reizen kann man sich nicht immer drauf verlassen, dass man genau das wahrnimmt, was abgespielt wird.

Shepard-Skala

Die Shepard-Skala, auch Shepard-Tonleiter genannt, ist die Illusion einer unendlich ansteigenden oder abfallenden Tonleiter, die niemals die Grenze des eigenen Hörens übersteigt.

Die Erklärung ist ganz einfach: das, was man da hört, ist nicht nur ein Ton. Der Effekt wird dadurch erreicht, dass mindestens acht verschiedene Sinustöne abgespielt werden, die in der Frequenz langsam ansteigen beziehungsweise abnehmen und zyklisch untereinander durch ein langsames zeitlich versetztes An- und Abschwellen der Lautstärke ausgetauscht werden.

Das menschliche Gehör kann durch das laufende zeitversetzte An- und Abschwellen der einzelnen Töne nicht unterscheiden, welcher Ton die Grundfrequenz und welcher ein Oberton ist: Der Höreindruck wechselt dabei unmerklich zwischen Grund- und Oberwelle. Diese akustische Täuschung ist vergleichbar mit der optischen Täuschung bei einer Barber-Pole-Illusion, die sich je nach Drehrichtung scheinbar ewig nach unten oder oben bewegt.

 

Bei der sogenannten Barber-Pole-Illusion hat man den Eindruck, das rot-blaue Muster wäre eine Endlosspirale, würde sich der Pfosten drehen.

Ähnlich funktioniert die Shepard-Skala für die Ohren. Im Video können Sie sich einen Eindruck verschaffen:

 

McGurk-Effekt

Der McGurk-Effekt ist ein Phänomen, bei dem die Audio-Wahrnehmung durch die visuelle Information, die Lippenbewegungen, beeinflusst wird. Zunächst wird Versuchspersonen ein Video gezeigt, in dem eine Person zum Beispiel das Wort „vier“ sagt. Dann wird das Bild ersetzt durch eine Person, die das Wort „Bier“ sagt – die Tonspur bleibt die gleiche. Und doch werden fast alle Versuchspersonen angeben, nun das Wort „Bier“ oder „Pier“ gehört zu haben.

Hören Sie im Video, wie leicht sich unser Gehirn und Gehör durch das Lippenlesen täuschen lassen:

 

Die Täuschung kommt zustande, da unser Gehirn versucht, alle Signale – inklusive der optischen Informationen – zu nutzen. Da wir aus der Erinnerung wissen, dass zwischen Lippenbewegung und Tönen ein direkter Zusammenhang besteht, lässt sich das Hirn und das Gehör austricksen: Wir hören, was wir zu sehen glauben.

Ähnlich wie bei den optischen Illusionen gibt es auch noch viele andere Audio-Illusionen. Die beiden genannten sind wohl die berühmtesten. Unser Gehirn versucht ständig, Informationen auf möglichst einfache Art zu verarbeiten. Dazu ist es auf der Suche nach wiederkehrenden Mustern und füllt auch Lücken automatisch auf. Wenn also beispielsweise gerade jemand spricht und jemand niest oder hustet, so können wir trotzdem den Satz verstehen, weil unser Hirn die fehlende Lautinformation ergänzt.

Diese Audio-Illusionen haben also auch einen durchaus praktischen Nutzen. Aber seien Sie aufmerksam und lassen Sie sich nicht von Ihren eigenen Sinnen übers Ohr hauen. 

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