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Schwerhörigkeit ist ein Thema, das Menschen generationsübergreifend betrifft: Etwa 12 % der Deutschen sind von einer Hörminderung betroffen. Nachfolgend erfahren Sie mehr zur Innenohrschwerhörigkeit wie sie behandelt werden kann und ob ein Hörgerät helfen kann.

Was ist Innenohrschwerhörigkeit?

Die Innenohrschwerhörigkeit ist eine Form der Schwerhörigkeit. Man nennt sie auch Schallempfindungsschwerhörigkeit oder sensorineurale Schwerhörigkeit. Man unterteilt diese noch weiter in die sensorische und die neurale Schwerhörigkeit. Bei der sensorischen Schwerhörigkeit liegt die Ursache in der Cochlea, der Schnecke im Innenohr. Durch einen Verlust oder eine Schädigung der Haarzellen kommt es hier zu einem Hörverlust. Bei der neuralen Schwerhörigkeit hingegen leitet der Hörnerv die Impulse nicht richtig an das Gehirn weiter. Die Innenohrschwerhörigkeit ist übrigens eine der häufigsten angeborenen oder frühkindlich entwickelten Hörstörungen.

Wie entsteht sie?

Die Innenohrschwerhörigkeit kann verschiedene Ursachen haben. Einige Faktoren und Vorer-krankungen begünstigen eine Innenohrschwerhörigkeit. Dazu zählen:
  • der Hörsturz
  • Durchblutungsstörungen
  • Stoffwechselerkrankungen (zum Beispiel Nieren- und Schilddrüsenfunktionsstörungen)
  • Diabetes mellitus
  • Arterienverkalkung (Arteriosklerose)
  • ein gutartiger Tumor im Gleichgewichtsorgan (Akustikusneurinom)
  • andere Erkrankungen wie das Usher-Syndrom
Auch genetische Faktoren und Lärm können mögliche Ursachen des Hörverlustes sein. Lärm gilt übrigens als die häufigste Ursache der Lärmschwerhörigkeit, einer der am weitesten verbreiteten Berufskrankheiten in Deutschland. Wer beruflich über Jahre hinweg Lautstärken über 85 dB ausgesetzt ist, wird höchstwahrscheinlich eine Innenohrschwerhörigkeit entwickeln.

Wie äußert sie sich?

Die Innenohrschwerhörigkeit äußert sich vor allem darin, dass Betroffene Gesprochenes schlechter verstehen. Zudem fallen ihnen Unterhaltungen in lauten Umgebungen schwer. Vielen ist die eigene Hörminderung zunächst nicht bewusst, sodass viel Zeit vergehen kann, bevor Hilfe gesucht und der Hörverlust von einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder Hörakustiker festgestellt werden kann. Dabei ist eine möglichst zeitnahe Therapie besonders wichtig um weitere Folgen zu vermeiden.
Innenohrschwerhörigkeit wird, neben dem typischen Hörverlust, oft von Nebenerscheinungen, wie Ohrgeräusche und Tinnitus, begleitet. Da das Gleichgewichtsorgan ebenfalls im Innenohr liegt, kann auch der Gleichgewichtssinn beschädigt sein. Patienten empfinden dann Schwindel und beklagen Gleichgewichtsstörungen. Bei wiederholtem Schwindel sollte unbedingt einen Arzt der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde aufgesucht werden, da es sich unter Umständen um die Krankheit Morbus Menière handeln kann.

Wie wird sie festgestellt?

Die Diagnose einer Schwerhörigkeit im Innenohr erfolgt anhand verschiedener Untersuchungen. Zum einen wird der behandelnde Arzt mittels einer Otoskopie das Ohr des Patienten äußerlich begutachten. Es kann zum Beispiel vorkommen, dass ein harmloser Ohrenschmalzpfropf im äußeren Gehörgang die Schallübertragung verhindert und der Hörverlust dadurch entsteht. Den Pfropf wird der HNO-Arzt dann entfernen und ermöglicht Ihnen gutes Hören.

Des Weiteren kann ein Hörtest von einem HNO-Arzt oder Hörakustiker durchgeführt werden. Dabei bekommen Sie über Kopfhörer Töne vorgespielt. Anhand Ihrer Reaktionen kann der Hörspezialist ein Audiogramm erstellen und somit Ihr Hörvermögen bildlich darstellen. Dieses Verfahren nennt sich auch Audiometrie.

Bei manchen Patienten, die nur auf einem Ohr schwerhörig sind oder deren Hörvermögen sich von Ohr zu Ohr stark unterscheidet, wird eine spezielle Art des Hörtests durchgeführt, der sogenannte Fowler-Test. Der Test wird erst angewandt, wenn zwischen den Ohren eine Differenz von mindestens 30 dB vorliegt. Fällt der Test positiv aus, können Betroffene laute Geräusche fast genauso laut wahrnehmen wie Normalhörende, leise Geräusche werden dagegen deutlich schlechter wahrgenommen.

Des Weiteren werden Stimmgabelprüfungen wie der Weber-Test oder der Rinne-Versuch angewandt, um eine Schallempfindungsschwerhörigkeit von einer Schallleitungsschwerhörigkeit unterscheiden zu können.

Wie kann man sie behandeln?

Bei einer Innenohrschwerhörigkeit ist bisher keine medikamentöse oder operative Therapie vorhanden, welche eine Verbesserung des Hörvermögens erzielen kann. Hörgeräte werden daher empfohlen – sie können die Lebensqualität von Betroffenen erheblich steigern. Unsere Hörakustiker beraten Sie gerne und finden gemeinsam mit Ihnen ein passendes Hörgerät.

In einigen Fällen der an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit kann auch ein Cochlea-Implantat eingesetzt werden. Hierzu konsultieren Sie am Besten Ihren Hals-Nasen-Ohren-Arzt.

Die möglichen Folgen einer unbehandelten Hörminderung sind dagegen zahlreich. Besonders die gesellschaftliche Teilnahme kann unter der Schwerhörigkeit leiden. Während eines Gesprächs verharren viele schwerhörige Menschen in krampfhafter Körperhaltung. Sie wenden ihren Gesprächspartnern ihren Oberkörper und ihr Ohr zu, um sie besser verstehen zu können und ermüden durch diese unnatürliche Körperhaltung und durch die erhöhte Konzentration. Manchmal leiden sie zusätzlich unter Muskelverspannungen. Da sie Gesprächen kaum noch folgen können, ziehen sich schwerhörige Menschen oftmals mehr und mehr zurück und meiden soziale Kontakte. Diese Kontaktarmut begünstigt Depressionen und auf lange Sicht sogar die Entstehung von Demenz, weil Schwerhörige weniger Reize und Eindrücke aus der Umwelt verarbeiten müssen.

Die frühzeitige Versorgung mit einem Hörgerät kann die Folgen deutlich mindern und ihnen vorbeugen. Wenn Sie merken, dass Sie oder ein Angehöriger Probleme hat Gesprächen zu folgen, hohe Töne wie das Vogelgezwitscher nicht mehr hört, und den Fernseher immer lauter stellen muss, sollten Sie einen Hörtest machen und eine Untersuchung beim Arzt terminieren.

Kann man ihr vorbeugen?

Da die Schallempfindungsschwerhörigkeit oftmals durch den persönlichen Lebensstil bedingt ist, sollte man bekannte Ursachen der Schwerhörigkeit meiden und sich nicht zu großem Lärm auszusetzen und. Wenn Sie zum Beispiel ein Konzert besuchen möchten, auf dem es etwas lauter werden kann, gibt es auch für solche Anlässe einen Gehörschutz, mit dem Sie die Musik ohne Gefahr genießen können. Generell ist eine gesunde Lebensweise anzuraten. Ausreichende Bewegung und der Verzicht auf Nikotin können bis zu einem gewissen Grad Durchblutungsstörun-gen vorbeugen, welche sich negativ auf Gehörfunktionen auswirken können.
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