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Audiogramm lesen und verstehen: Was zeigt die Hörkurve?

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Audiogramm lesen und verstehen: Was zeigt die Hörkurve?

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10 Min.

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Erscheinungsdatum: 9. Dezember 2024

Datum der letzten Überarbeitung: 10. August 2026

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Ein Audiogramm stellt das Ergebnis eines Hörtests grafisch dar und zeigt, wie gut Sie unterschiedliche Tonhöhen und Lautstärken wahrnehmen. Die Linien, Symbole und Zahlen wirken auf den ersten Blick oft kompliziert. Dabei lässt sich eine Hörkurve mit etwas Hintergrundwissen gut verstehen. Wir erklären Ihnen, wie Sie ein Audiogramm lesen, welche Werte auf einen Hörverlust hinweisen können und was das Ergebnis für Ihr Hören im Alltag bedeutet.

Übersicht

  • Was ist ein Audiogramm?
  • Wie ist ein Audiogramm aufgebaut?
  • Wie liest man ein Audiogramm?
  • Welche Audiogramm-Werte sind normal?
  • Was zeigt ein Audiogramm bei Schwerhörigkeit?
  • Wie wird ein Audiogramm erstellt?
  • Was passiert nach der Auswertung des Audiogramms?
  • Häufige Fragen zum Audiogramm
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Das Wichtigste in Kürze

Ein Audiogramm macht das persönliche Hörvermögen sichtbar und hilft dabei, einen möglichen Hörverlust genauer einzuordnen.

  • Ein Audiogramm zeigt die Hörschwelle für verschiedene Frequenzen – also wie laut ein Ton sein muss, damit Sie ihn gerade noch wahrnehmen.
  • Auf der horizontalen Achse stehen die Frequenzen in Hertz (Hz), von tiefen bis zu hohen Tönen.
  • Auf der vertikalen Achse wird der Hörpegel in Dezibel (dB HL) dargestellt.
  • Rechtes und linkes Ohr werden getrennt dargestellt und üblicherweise durch unterschiedliche Farben und Symbole gekennzeichnet.
  • Je weiter die Hörschwelle im Audiogramm nach unten verschoben ist, desto lauter muss ein Ton sein, damit er wahrgenommen wird.

Fachpersonen können anhand verschiedener Messungen beurteilen, ob und in welchen Frequenzbereichen eine Hörminderung besteht.

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Was ist ein Audiogramm?

Ein Audiogramm ist die grafische Darstellung des Hörvermögens. Es zeigt die sogenannte Hörschwelle für verschiedene Frequenzen – also die jeweils geringste Lautstärke, bei der ein Ton gerade noch wahrgenommen wird. Dadurch lässt sich erkennen, ob bestimmte Tonbereiche schlechter gehört werden als andere und ob sich das Hörvermögen des rechten und linken Ohres unterscheidet.3 Audiogramme entstehen im Rahmen einer audiometrischen Untersuchung und dienen als wichtige Grundlage für die Beurteilung des Hörvermögens.

Was ist die Hörschwelle?

Die Hörschwelle bezeichnet den leisesten Schallpegel, bei dem ein Ton einer bestimmten Frequenz gerade noch wahrgenommen wird. Sie wird während der Tonaudiometrie für unterschiedliche Frequenzen und für beide Ohren ermittelt. Die einzelnen Messpunkte ergeben gemeinsam die persönliche Hörkurve.

Gut zu wissen: Ein Audiogramm zeigt nicht einfach, wie „laut“ oder „leise“ jemand hört. Es macht sichtbar, welche Frequenzen wie gut wahrgenommen werden.

Wie ist ein Audiogramm aufgebaut?

Ein Audiogramm besteht aus zwei Achsen: Die horizontale Achse zeigt die Frequenz in Hertz, die vertikale Achse den Hörpegel in Dezibel. Die gemessenen Hörschwellen werden für das rechte und linke Ohr getrennt eingetragen.2,3 Die eingetragenen Messpunkte zeigen, bei welcher Lautstärke die jeweilige Frequenz wahrgenommen wurde. Werden die Punkte miteinander verbunden, entsteht die sogenannte Hörkurve.

Darstellung eines Audiogrammes vom rechten Ohr in der Farbe rot und vom linken Ohr in der Farbe blau

Frequenz in Hertz: tiefe und hohe Töne

Auf der horizontalen Achse stehen die Frequenzen in Hertz (Hz). Links befinden sich tiefere, rechts höhere Töne.

Frequenzbereich

Vereinfacht gesagt

niedrige Frequenzen

tiefe Töne

mittlere Frequenzen

viele wichtige Anteile von Sprache

hohe Frequenzen

hohe Töne und wichtige Sprachlaute

Je weiter rechts auf der Achse, desto höher die Frequenz. Diese Bewegung verhält sich ähnlich wie bei einem Klavier: je weiter rechts die Taste, desto höher der Ton.

Hörpegel in Dezibel

Auf der vertikalen Achse wird der Hörpegel in Dezibel Hearing Level (dB HL) angegeben. Oben befinden sich geringere, weiter unten höhere Werte. Je weiter unten ein Messpunkt liegt, desto lauter musste der jeweilige Ton abgespielt werden, damit er wahrgenommen wurde.

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Wie liest man ein Audiogramm?

Um ein Audiogramm zu lesen, betrachten Sie zunächst die Hörschwellen des rechten und linken Ohres und deren Verlauf über die verschiedenen Frequenzen. Je weiter unten ein Messpunkt liegt, desto lauter musste der Ton sein, damit er gehört wurde. So wird sichtbar, in welchen Frequenzbereichen das Gehör gut funktioniert und wo Einschränkungen bestehen.

  1. Frequenz auswählen: Wo befindet sich der Messpunkt auf der horizontalen Achse?
  2. Hörschwelle ablesen: Bei welchem dB-HL-Wert liegt der Messpunkt?
  3. Rechtes und linkes Ohr vergleichen: Gibt es Unterschiede?
  4. Verlauf betrachten: Sind bestimmte Frequenzbereiche stärker betroffen?
  5. Ergebnis fachlich einordnen lassen: Einzelne Werte sollten immer im Zusammenhang mit den übrigen Untersuchungsergebnissen beurteilt werden.
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Was bedeuten Rot und Blau im Audiogramm?

In Audiogrammen wird das rechte Ohr üblicherweise rot und das linke Ohr blau gekennzeichnet. Zusätzlich kommen verschiedene Symbole zum Einsatz, die unter anderem anzeigen können, auf welchem Weg die Hörschwelle gemessen wurde.

Welche Audiogramm-Werte sind normal?

Nach der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO)1 gilt bei Erwachsenen eine Hörschwelle von weniger als 20 dB im besser hörenden Ohr als normales Hörvermögen. Ab einer Hörschwelle von 20 dB spricht die WHO von einem Hörverlust, der je nach gemessenem Wert in unterschiedliche Schweregrade eingeteilt wird. Mit zunehmendem Hörverlust können insbesondere Gespräche in geräuschvoller Umgebung, später auch Sprache in ruhiger Umgebung, schwieriger zu verstehen sein.

Hörschwelle im besser hörenden Ohr

WHO-Einteilung

Typische Auswirkungen auf das Hören

unter 20 dB

Normales Hörvermögen

Geräusche und Sprache werden in der Regel problemlos wahrgenommen.

20 bis unter 35 dB

Leichter Hörverlust

Gespräche werden in ruhiger Umgebung meist gut verstanden, bei Hintergrundgeräuschen können erste Schwierigkeiten auftreten.

35 bis unter 50 dB

Mittelgradiger Hörverlust

Gespräche können bereits in ruhiger Umgebung schwieriger zu verstehen sein; bei Hintergrundgeräuschen nehmen die Probleme zu.

50 bis unter 65 dB

Mittelschwerer Hörverlust

Normale Gesprächssprache ist schwieriger zu hören, lautere Stimmen können meist besser wahrgenommen werden.

65 bis unter 80 dB

Schwerer Hörverlust

Normale Gesprächssprache wird häufig nicht mehr gehört; auch lautere Stimmen können schwer verständlich sein.

80 bis unter 95 dB

Hochgradiger Hörverlust

Selbst laute Stimmen sind nur sehr schwer zu hören und zu verstehen.

ab 95 dB

Vollständiger bzw. totaler Hörverlust/Taubheit

Sprache und viele Umgebungsgeräusche werden nicht wahrgenommen.

Hinweis: Die Werte dienen lediglich der Orientierung. Für die Beurteilung des Hörvermögens sind unter anderem Alter, Frequenzbereich, Unterschiede zwischen beiden Ohren und weitere Untersuchungsergebnisse relevant.

Was bedeuten die Werte für das eigene Audiogramm?

Die WHO-Werte bieten eine Orientierung zur Einordnung des Hörverlusts, ein einzelner Messwert reicht jedoch nicht aus, um das persönliche Hörvermögen vollständig zu beurteilen. Entscheidend sind unter anderem die Hörschwellen über verschiedene Frequenzen hinweg, mögliche Unterschiede zwischen beiden Ohren sowie das Sprachverstehen. Deshalb sollte ein Audiogramm immer fachlich ausgewertet und gemeinsam mit den persönlichen Schwierigkeiten im Alltag betrachtet werden.

schwerhoerigkeit

Bei einer Schwerhörigkeit liegen die Hörschwellen in bestimmten oder mehreren Frequenzbereichen außerhalb des Bereichs des normalen Hörvermögens. Form und Verlauf der Hörkurve können Hinweise darauf geben, welche Frequenzen betroffen sind und wie stark die Hörminderung ausgeprägt ist.

Audiogramm bei Hochtonschwerhörigkeit

Die Kurve fällt zu den hohen Frequenzen hin ab.

Audiogramm bei Tieftonschwerhörigkeit

Die niedrigeren Frequenzen sind stärker betroffen.

Audiogramm bei Hörverlust über mehrere Frequenzen

Mehrere Frequenzbereiche weisen erhöhte Hörschwellen auf.

Was bedeuten Luftleitung und Knochenleitung im Audiogramm?

Luft- und Knochenleitung zeigen, auf welchem Weg Schall vom Gehör wahrgenommen wird. Bei der Luftleitung gelangt der Schall über Gehörgang und Mittelohr zum Innenohr. Bei der Knochenleitung werden Schwingungen über den Schädelknochen direkt zum Innenohr übertragen. Der Vergleich beider Messungen kann Fachpersonen wichtige Hinweise darauf geben, in welchem Bereich des Hörsystems eine Beeinträchtigung vorliegen könnte.

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Was sagt ein Audiogramm über das Sprachverstehen aus?

Ein Tonaudiogramm zeigt, wie gut einzelne Töne wahrgenommen werden – es bildet das Sprachverstehen im Alltag jedoch nicht vollständig ab. Deshalb können ergänzend Sprachtests durchgeführt werden. Sie untersuchen, wie gut Wörter oder Sprache bei unterschiedlichen Lautstärken verstanden werden.

Was ist die Sprachbanane im Audiogramm?

Die sogenannte Sprachbanane bezeichnet den Bereich im Audiogramm, in dem viele Laute der menschlichen Sprache liegen. Sie macht anschaulich, warum ein Hörverlust in bestimmten Frequenzbereichen dazu führen kann, dass Sprache zwar gehört, aber nicht mehr vollständig verstanden wird.

Beispiel:

Hohe Sprachlaute wie „s“, „f“ oder „sch“ können bei einer Hochtonschwerhörigkeit schlechter wahrgenommen werden. Betroffene hören dann möglicherweise, dass jemand spricht, können einzelne Wörter aber schlechter unterscheiden.

Wie wird ein Audiogramm erstellt?

Ein Audiogramm wird im Rahmen einer audiometrischen Untersuchung erstellt. Bei der Tonaudiometrie werden über Kopfhörer oder andere Schallgeber Töne unterschiedlicher Frequenz und Lautstärke wiedergegeben. Sobald Sie einen Ton wahrnehmen, geben Sie ein Zeichen. Auf diese Weise wird für verschiedene Frequenzen und beide Ohren die jeweilige Hörschwelle ermittelt. So läuft ein Hörtest ab und so werden die Ergebnisse auswertet.

Was passiert nach der Auswertung des Audiogramms?

Das Audiogramm hilft dabei, das persönliche Hörvermögen einzuordnen und mögliche Einschränkungen sichtbar zu machen. Ihre Hörakustikerin oder Ihr Hörakustiker erklärt Ihnen die Ergebnisse und setzt sie in Bezug zu den Hörsituationen, die Ihnen im Alltag Schwierigkeiten bereiten. Zeigt sich eine Hörminderung, werden die nächsten sinnvollen Schritte individuell mit Ihnen besprochen.

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Zeigt Ihr Hörtest eine Hörminderung, können Sie beim GEERS Hörerlebnis nicht nur Ihr Hörvermögen professionell überprüfen und sich individuell beraten lassen. Sie haben auch die Möglichkeit, moderne Hörgeräte kennenzulernen und direkt im Alltag zu testen.

Hinweis zur Ohrengesundheit

Die Inhalte auf dieser Website wurden sorgfältig erstellt und dienen der allgemeinen Information über Themen rund um Hören und Ohrgesundheit. Sie können jedoch keine persönliche medizinische Beratung oder Untersuchung ersetzen. Wenn Sie Beschwerden am Ohr, Hörprobleme oder andere gesundheitliche Fragen haben, wenden Sie sich bitte an eine Hals-Nasen-Ohren-Ärztin oder einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt beziehungsweise an qualifiziertes medizinisches Fachpersonal. Die Hörgeräteakustikerinnen und Hörgeräteakustiker von GEERS beraten Sie zusätzlich gerne rund um Hörtests, Hörlösungen und moderne Hörgeräte.

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Häufige Fragen zum Audiogramm

Quellen

Autor

GEERS

Bewertet von:
GEERS

Sonova


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