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Betroffene empfinden Hörverlust unterschiedlich. Sowohl die Ursache als auch die Grade können unterschiedlich sein. Während der Alterungsprozess eine häufig genannte Erklärung für einen gewissen Grad von Hörverlust ist, gibt es auch andere Ursachen dafür, dass Menschen Ihr Hörvermögen verlieren. Mehrere medizinische Probleme und langfristige Lärmbelastung sind einige der potentiellen Wurzeln. Der Grad des Hörverlust kann außerdem von Person zu Person variieren.

Welche Ursachen hat Hörverlust?

Häufig nehmen Menschen, die unter Gehörproblemen leiden, Abstand von Freunden und Familie und isolieren sich. Wenn man sein Gehör verliert, kann man Gesprächen nicht länger folgen und nicht mehr auf dieselbe Art mit seinen Lieben kommunizieren wie früher. Das kann extrem frustrierend sein.

Die häufigsten Ursachen sind:
  • Der Alterungsprozess
  • Langfristige Lärmbelastung
  • Erkrankungen wie Meningitis
  • Erbliche Faktoren
  • Bestimmte Medikamente

Grade des Hörverlusts

Der Grad des Hörverlusts bezieht sich auf die verschiedenen Stufen der Schädigung. Ihr Hörverlust unterscheidet sich in seiner Schwere eventuell stark von dem anderer Menschen und fällt in eine der folgenden Kategorien: 
  • Leicht 
  • Mittelschwer
  • Schwer
  • Ausgeprägt
Grade der Schwerhörigkeit
Leichter Hörverlust
Wenn Sie unter leichtem Hörverlust leiden, haben Sie wahrscheinlich Probleme damit, Geräusche unter 40 Dezibel zu hören. In diesem Fall fällt es Ihnen schwer, etwa leise ausgesprochene Wörter, Kühlschränke oder das Ticken einer Uhr wahrzunehmen. Wenn Ihr Hörverlust in diese Kategorie fällt, haben Sie keine Probleme damit, laute oder intensivere Vokal-Töne zu hören. Dagegen entgehen Ihnen wahrscheinlich leiser ausgesprochene Konsonanten.
Sollte Ihnen auffallen, dass Sie Ihren Gesprächspartner immer öfter auffordern müssen, etwas lauter zu sprechen, sollten Sie einen Hörtest bei einem Gehörspezialisten machen.
Um einen Eindruck davon zu bekommen, wie sich dieser Grad anfühlt, halten Sie sich mit Ihren Fingern die Ohren zu und versuchen Sie, ein Gespräch zu verfolgen.
Mittelschwerer Hörverlust
Mittelschwerer Hörverlust liegt auf der Skala eine Stufe höher. Patienten, die unter diesem Grad von Hörverlust leiden, haben Probleme mit Geräuschen unter 40 und 70 Dezibel. Ihnen entgehen dann nicht nur die leiser ausgesprochenen Konsonanten, sondern zunehmend auch Vokal-Töne. Bei mittelschwerem Hörverlust fällt Ihnen auf, dass Sie ohne Hörgerät zwar hören können, das Gehörte aber oft nicht verstehen. Typischerweise leugnen Menschen in dieser Phase Ihren Hörverlust nicht mehr, sondern akzeptieren, dass ein Gehörproblem vorliegt.
Mittelschwerer bis schwerer Hörverlust
Bei diesem Grad hören Sie ohne Hörgerät keine gesprochenen Worte mehr. Die Tatsache, dass Sie selbst mit einem Hörgerät im Ohr nicht immer verstehen können, was gesagt wird, kann extrem frustrierend sein. Selbst wenn Sie die Lautstärke erhöhen, werden die Worte nicht klarer.
Schwerer Hörverlust
Wenn Sie unter schwerem Hörverlust leiden, können Sie keine Geräusche unter 70 und 90 Dezibel hören. Selbst ein klingelndes Mobiltelefon nehmen Sie dann nicht mehr wahr. Um Ihre Lebensqualität zu erhalten, ist eine Hörhilfe oder ein Chochlea-Implantat unentbehrlich. Wenn Sie es nicht bereits getan haben, machen Sie einen Termin bei einem Gehörspezialisten aus, um eine Diagnose stellen zu lassen.
Ausgeprägter Hörverlust
In dieser Stufe können Sie nur Geräusche über 90 Dezibel wahrnehmen. Selbst extrem laute Geräusche wie Flugzeugturbinen können Sie nicht mehr hören. Ausgeprägter Hörverlust ist eine schwere Erkrankung und Betroffene müssen oft darauf ausweichen, Lippen zu lesen, um kommunizieren zu können. Ab diesem Grad führen Hörgeräte nur mehr teilweise zu einer Verbesserung und helfen Ihnen, Umgebungsgeräusche wahrzunehmen und mündlich eingeschränkt zu kommunizieren.

So helfen Hörgeräte

  Hörgeräte im BerufsalltagHörgeräte können nicht nur einen Hörverlust ausgleichen, sondern auch das Gehör davor bewahren sich weiter zu verschlechtern. Je niedriger der Grad des Hörverlusts, desto einfacher ist es auch sich an neue Hörgeräte zu gewöhnen.
Das liegt daran, dass das Gehirn ähnlich wie ein Muskel für gutes Hören regelmäßig trainiert werden muss. Je länger das Gehirn also verschiedene Frequenzen nicht verarbeitet hat, desto schwieriger wird es sich an das neue Klangspektrum des Hörgeräts zu gewöhnen.

Trotzdem zögern viele Betroffene den Besuch beim Hörakustiker wegen Vorbehalten heraus. Zum Beispiel fühlen sich viele noch zu jung für ein Hörgerät. Dabei sind nur etwa ein Drittel der Menschen mit Hörminderung im Rentenalter. Hörgeräte im Berufsalltag sind also längst keine Besonderheit mehr.

Vorbehalte gegenüber Hörgeräten

Viele möchten ihre Hörschwäche auch nicht sichtbar zeigen und haben das Gefühl, dass ein Hörgerät dem Gegenüber direkt in Auge stechen würde. Moderne Hörgeräte sind jedoch sehr dezent und häufig nur bei genauerem Hinsehen erkennbar. Abhängig von der Bauform des Hörgeräts, machen sie sich lediglich durch ein kleines durchsichtiges Schläuchlein, das in den Gehörgang führt, bemerkbar. In-dem-Ohr Hörgeräte (IdO) liegen sogar versteckt direkt im Gehörgang.

Häufig lohnt es sich ein Beratungsgespräch auszumachen, um Vorbehalte aus dem Weg zu räumen und dadurch zu vermeiden, dass ein leichter Hörverlust sich weiter verschlimmert.
Frau testet Hinter-dem-Ohr Hörgerät
Wenn Sie oder jemand, den Sie kennen, Anzeichen von Hörschwäche zeigt, vereinbaren Sie einen Termin bei einem Gehörspezialisten, um einen Hörtest durchführen zu lassen. Nur qualifizierte Spezialisten sind in der Lage, eine Diagnose zu stellen, die Ergebnisse des Hörtests zu interpretieren und die beste Behandlungsmethoden vorzuschlagen.