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Innenohrschwerhörigkeit – wie man mit ihr leben kann

Schwerhörigkeit ist ein Thema, das Menschen generationsübergreifend betrifft: In Deutschland sind schätzungsweise 16 Millionen Menschen von einer Hörminderung betroffen. Nachfolgend erfahren Sie mehr zur Innenohrschwerhörigkeit und wie sie behandelt werden kann.

→ Was ist Innenohrschwerhörigkeit?
→ Welche Ursachen hat sie?
→ Wie äußert sie sich?
→ Wie wird sie festgestellt?
→ Wie kann man sie behandeln?
→ Kann man ihr vorbeugen?


Was ist Innenohrschwerhörigkeit?

InnenohrDie Innenohrschwerhörigkeit ist eine Form der Schwerhörigkeit. Man nennt sie auch Schallempfindungsschwerhörigkeit oder sensorineurale Schwerhörigkeit. Man unterteilt diese noch weiter in die sensorische Schwerhörigkeit und die neurale Schwerhörigkeit.

Bei der sensorischen Schwerhörigkeit liegt die Ursache in der Cochlea, der Schnecke im Innenohr (Punkt B in der Abbildung). Durch einen Verlust oder eine Schädigung der Haarzellen kommt es hier zu einem Hörverlust. Bei der neuralen Schwerhörigkeit hingegen leitet der Hörnerv die Impulse nicht richtig an das Gehirn weiter. Die Innenohrschwerhörigkeit ist übrigens eine der häufigsten angeborenen oder frühkindlich entwickelten Hörstörungen.

Welche Ursachen hat sie?

Die Innenohrschwerhörigkeit kann verschiedene Ursachen haben. Einige Faktoren und Vorerkrankungen begünstigen eine Innenohrschwerhörigkeit. Dazu zählen:

  • der Hörsturz
  • Durchblutungsstörungen
  • Stoffwechselerkrankungen (zum Beispiel Nieren- und Schilddrüsenfunktionsstörungen)
  • Diabetes mellitus
  • Arterienverkalkung (Arteriosklerose)
  • ein gutartiger Tumor im Gleichgewichtsorgan (Akustikusneurinom)

Mann mit KettensägeGenetische Faktoren spielen beim Hörverlust ebenfalls eine Rolle. Des Weiteren ist Lärm ein nicht zu unterschätzender Faktor. Eine Hörminderung, die durch Lärm entsteht, gilt zum Beispiel als die häufigste Berufskrankheit in Deutschland. Wer beruflich über Jahre hinweg Lautstärken über 85 dB ausgesetzt ist, wird höchstwahrscheinlich eine Innenohrschwerhörigkeit entwickeln.

Wie äußert sie sich?

Die Innenohrschwerhörigkeit äußert sich vor allem darin, dass Betroffene Gesprochenes schlechter verstehen. Zudem fallen ihnen Unterhaltungen in lauten Umgebungen schwer, was man auch Cocktail-Party-Effekt nennt. Vielen Betroffenen ist die eigene Hörminderung zunächst nicht bewusst, sodass viel Zeit vergehen kann, bevor Hilfe gesucht und der Hörverlust von einem HNO-Arzt oder Hörakustiker festgestellt werden kann.

Innenohrschwerhörigkeit wird, neben dem typischen Hörverlust, oft von Nebenerscheinungen begleitet. Eine typische Begleiterscheinung sind Ohrengeräusche und Tinnitus. Da das Gleichgewichtsorgan ebenfalls im Innenohr liegt, kann auch der Gleichgewichtssinn von etwaigen Schäden betroffen sein. Betroffene empfinden dann Schwindel und beklagen Gleichgewichtsstörungen. Bei wiederholtem Schwindel sollte unbedingt ein HNO-Arzt aufgesucht werden, da es sich unter Umständen um die Krankheit Morbus Menière handeln kann.

Wie wird sie festgestellt?

Die Innenohrschwerhörigkeit wird anhand verschiedener Untersuchungen festgestellt. Zum einen wird der behandelnde HNO-Arzt mittels einer Otoskopie Ihr Ohr äußerlich begutachten. Es kann zum Beispiel vorkommen, dass ein harmloser Ohrenschmalzpfropf die Schallübertragung verhindert und der Hörverlust dadurch entsteht. Den Pfropf wird der HNO-Arzt dann entfernen. Wenn Sie Ihre Ohren reinigen, können Sie der Verklumpung von Ohrenschmalz weitgehend vorbeugen.

Des Weiteren kann ein Hörtest von einem HNO-Arzt oder Hörakustiker durchgeführt werden. Dabei bekommen Sie über Kopfhörer Töne vorgespielt. Anhand Ihrer Reaktionen kann der Hörspezialist ein Audiogramm erstellen und somit Ihr Hörvermögen bildlich darstellen. Dieses Verfahren nennt sich auch Audiometrie.

Bei manchen Patienten, die nur auf einem Ohr schwerhörig sind oder deren Hörvermögen sich von Ohr zu Ohr stark unterscheidet, wird eine spezielle Art des Hörtests durchgeführt, der sogenannte Fowler-Test. Der Test wird erst angewandt, wenn zwischen den Ohren eine Differenz von mindestens 30 dB vorliegt. Der Test kann anzeigen, ob ein Recruitment vorliegt und somit, wo genau das Ohr geschädigt ist. Mit Recruitment ist gemeint, dass der von Hörverlust Betroffene laute Schallereignisse fast normal hört, als läge kein Hörverlust vor. Leise Geräusche werden dagegen deutlich schlechter wahrgenommen. Das Phänomen, bei dem der Schwerhörige laute Geräusche fast genauso laut wahrnehmen kann wie ein Normalhörender, nennt sich Lautheitsausgleich. Betroffenen ist daher oftmals nicht geholfen, wenn man lauter mit ihnen spricht, denn sie können laute Töne ohnehin besser wahrnehmen.

Des Weiteren werden Stimmgabelprüfungen angewandt, um eine Schallempfindungsschwerhörigkeit von einer Schallleitungsschwerhörigkeit unterscheiden zu können.

Wie kann man sie behandeln?

HörgerätBei einer Innenohrschwerhörigkeit ist bisher keine medikamentöse oder operative Methode vorhanden, welche eine Verbesserung des Hörvermögens erzielen kann. Hörgeräte werden daher empfohlen, da sie die Lebensqualität von Betroffenen erheblich steigern können.

Die möglichen Folgen einer unbehandelten Hörminderung sind dagegen zahlreich. Besonders die gesellschaftliche Teilnahme kann unter der Schwerhörigkeit leiden. Während eines Gesprächs verharren viele schwerhörige Menschen in krampfhafter Körperhaltung. Sie wenden ihren Gesprächspartnern ihren Oberkörper und ihr Ohr zu, um sie besser verstehen zu können. Betroffene ermüden durch diese unnatürliche Körperhaltung und durch die erhöhte Konzentration, die sie für Unterhaltungen aufbringen müssen. Manchmal leiden sie zusätzlich unter Muskelverspannungen. Verständlicherweise ziehen sich schwerhörige Menschen dadurch oftmals mehr und mehr zurück und meiden soziale Kontakte, da sie Gespräche als anstrengend bis unmöglich empfinden. Diese Kontaktarmut begünstigt Depressionen und auf lange Sicht sogar die Entstehung von Demenz, weil Schwerhörige weniger Reize und Eindrücke aus der Umwelt verarbeiten müssen.

Kann man ihr vorbeugen?

Da die Innenohrschwerhörigkeit oftmals durch den persönlichen Lebensstil bedingt ist, sollte man darauf achten, sich nicht zu großem Lärm auszusetzen. Wenn Sie zum Beispiel ein Konzert besuchen möchten, auf dem es etwas lauter werden kann, gibt es auch für solche Anlässe einen Gehörschutz, mit dem Sie die Musik ohne Gefahr genießen können. Generell ist eine gesunde Lebensweise anzuraten. Ausreichende Bewegung und der Verzicht auf Nikotin können bis zu einem gewissen Grad Durchblutungsstörungen vorbeugen, welche sich negativ auf Gehörfunktionen auswirken können. Wir haben für Sie weitere Strategien zum Schutz des Gehörs zusammengefasst.

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