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Wie wird ein Hörverlust festgestellt? Arten von Hörtests

Hörtest - erster Schritt auf dem Weg zum besseren Hören

Durch einen Hörtest kann der Arzt den Schweregrad, Art und Ursache der Hörminderung feststellen. Die Störung muss dabei lokalisiert werden, also es muss festgestellt werden, ob eine Schallleitungs- oder eine Schallempfindungsschwerhörigkeit vorliegt. Der Arzt überprüft auch, ob jemand seine Schwerhörigkeit verleugnet und versucht, den Test zu überlisten. Wichtig ist es dabei, Unterschiede im Hörvermögen beider Seiten aufzudecken. Bei fast allen Tests sollen die Betroffenen Töne, Silben oder Geräusche hören.

Grundsätzlich gibt es zwei Methoden zur Überprüfung des Hörvermögens: subjektive Testverfahren erfordern die aktive Mitarbeit des Betroffenen, während objektive Verfahren ohne Angaben der Testpersonen ablaufen. Die objektiven Testverfahren sind besonders wichtig bei der Untersuchung von Babys und Kleinkindern, die noch nicht aktiv mitmachen können.

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Subjektive Testverfahren

Hörweitenprüfung

Um Ihr Gehör zu überprüfen, kann der Arzt zunächst eine grobe Einschätzung Ihres Hörvermögens durch eine Hörweitenprüfung (auch Sprachabstandsprüfung genannt) vornehmen. Dazu ist keinerlei Technik nötig. Aus verschiedenen Entfernungen und in unterschiedlichen Lautstärken wird er Wörter oder Silben sagen, die Sie wiederholen sollen. Diese Art der Prüfung wird heute nur noch selten angewandt. Um das Ausmaß einer Schwerhörigkeit zu bestimmen stehen genauere Messmethoden zur Verfügung.

Mit verschiedenen Tests kann der Ohrenarzt das Hörvermögen genau abbilden und untersuchen, ob das Mittelohr, das Innenohr oder andere Teile des Gehörs betroffen sind. Im Falle einer Mittelohrschädigung gibt es oft medikamentöse oder chirurgische Behandlungsmöglichkeiten. Bei vier von fünf Hörgeschädigten ist jedoch das Innenohr betroffen. Dies bedeutet in der Regel, dass ein Hörgerät benötigt wird.

Hörprüfung mit der Stimmgabel

Bei diesen klassischen Tests überprüft der Arzt mithilfe einer Stimmgabel das Gehör. Beim Weber-Versuch setzt Ihnen der Arzt die angeschlagene Stimmgabel auf die Mitte des Kopfes. So wird die Knochenleitung geprüft. Der Ton sollte in beiden Ohren gleich laut ankommen. Wenn Sie den Ton nur auf einer Seite hören, liegt wahrscheinlich eine einseitige Hörschädigung vor.

Mit dem Rinne-Versuch prüft der Arzt, ob die Luftleitung des Schalls gestört ist. So kann festgestellt werden, ob bei einer vorhandenen Hörminderung eine Schallempfindungs- oder eine Schallleitungsstörung vorliegt. Die angeschlagene Stimmgabel wird dazu zunächst auf den Schädelknochen hinter dem Ohr gesetzt. Sobald Sie nichts mehr hören wird sie direkt vor die Ohrmuschel gehalten. Wenn die Schallleitung nicht gestört ist, nehmen Sie nun den Schall wieder wahr, weil die feinen Luftschwingungen über das Trommelfell noch weitergeleitet werden. Hören Sie beim zweiten Teil des Tests nichts, so ist die Luftleitung nicht in Ordnung.

Tonschwellen-Audiometrie

Bei dieser Messung wird festgestellt, wie laut etwas sein muss, damit Sie es gerade so hören können. Über Kopfhörer werden einzelne Töne gespielt – jeder Ton fängt ganz leise, im unhörbaren Bereich, an und wird langsam lauter. Sie müssen dann, beispielsweise per Tastendruck, anzeigen, wann Sie etwas hören. Wann also die Schwelle zum Hören bei Ihnen überschritten ist. Dabei werden hohe und tiefe Töne in zufälliger Reihenfolge geprüft.

Entweder wird für jedes Ohr und jede getestete Tonhöhe notiert, ab welcher Lautstärke der Betroffene etwas hören konnte oder ein Computerprogramm erledigt das. Aus der Verbindung der Einzelwerte ergibt sich eine individuelle Hörkurve.

Die Hörkurven einer Tonschwellen-Audiometrie stellen in einer Art Diagramm dar, welche Töne der Betroffene hören konnte und welche nicht. Die Grafik oben zeigt eine Hörkurve für normales Hören. Für hohe und tiefe Töne liegt die Hörschwelle zwischen null und zehn Dezibel. Die untere Grafik stellt die Hörkurve eines schwerhörigen Menschen dar. In diesem Fall handelt es sich um eine Lärmschädigung mit sogenannter Hochtonsenke. Das bedeutet, dass bestimmte höhere Frequenzen nicht gehört werden.


Objektive Testverfahren

  • Elektrische Reaktions- oder Hirnstammaudiometrie
    Dabei wird die elektrische Reaktion bestimmter Hirnregionen gemessen, wenn der Betroffene Töne wahrnimmt. Jedem Ohr werden laute Klickgeräusche vorgespielt. Das jeweils andere Ohr verschließt ein schalldichter Kopfhörer. So lassen sich genau die Unterschiede zwischen links und rechts ermitteln.
  • Otoakustische Emissionen
    Dies sind winzige Geräusche, die entstehen, wenn sich die Sinneszellen im Innenohr zusammenziehen. Hochempfindliche Messmikrofone, die im äußeren Gehörgang platziert werden, können diese Geräusche registrieren und so die korrekte Funktion des Innenohres prüfen.
  • Tympanometrie
    Bei diesem Verfahren wird im Gehörgang eine Druckschwankung erzeugt. Einem Unterdruck folgt ein leichter Überdruck. Diese Veränderung wird vom Trommelfell reflektiert und mittels einer dicht sitzenden Sonde gemessen. So kann der Arzt die Funktionsfähigkeit des Trommelfells beurteilen.
  • Stapediusreflexprüfung
    Wird ein Ohr mit großer Lautstärke beschallt, reagieren beide Ohren mit einer reflexhaften Kontraktion des Mittelohrmuskels (Stapediusmuskels). Dies führt zu einer Versteifung der Gehörknöchelchenkette (Spannung), die sich messen lässt. Durch die Beschallung eines Ohrs und der Messung der veränderten Spannung auf dem anderen Ohr lassen sich verschiedene Arten der Schwerhörigkeit unterscheiden.
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Zur Aufdeckung von kindlichen Hörstörungen sind Hörtests als Screeningmethode im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen notwendig. Bei Erwachsenen kann jederzeit ein Hörtest durchgeführt werden, wenn sie das Gefühl haben, nicht mehr gut zu hören. Für Menschen, die beruflich Lärm ausgesetzt sind, können auch regelmäßige Hörtests angebracht sein. Allgemeine vorbeugende Hörtests sind für Erwachsene allerdings nicht Pflicht. Um so wichtiger ist es, auf die Warnsignale des Körpers zu achten und rechtzeitig das Gehör prüfen zu lassen. Denn die Folgen nicht behandelter Schwerhörigkeit können schwerwiegend sein. Ab einem gewissen Alter sollte ein jährlicher Hörtest - wie der Besuch beim Zahnarzt - in die persönliche Gesundheitsvorsorge integriert werden.

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