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Folgen nicht behandelter Hörminderung

Was passiert, wenn man nicht mehr hört?

Die Folgen eines Hörverlusts sind vielfältig und können bis zur sozialen Isolation führen, beginnend mit Schwierigkeiten beim Fernsehen, bei beruflichen Besprechungen, bei Gesprächen mit Familie und Freunden. Häufig fangen Betroffene an, Telefonate und große Gesprächsrunden zu meiden. Sie ziehen sich oft langsam aus ihrem Umfeld zurück. Lebensqualität geht verloren. Damit muss man leben lernen. Dieser Prozess kann mitunter schwierig oder schmerzvoll sein.

Natürlich reagieren Betroffene unterschiedlich auf eine Hörminderung, bei vielen treten – zumindest phasenweise – soziale, psychische oder sogar körperliche Probleme auf. Bei unbehandeltem Hörverlust werden diese Probleme auch nicht einfach wieder verschwinden, sie werden sich aber bessern, wenn der Hörverlust behandelt wird.

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Die psychischen Schwierigkeiten reichen von Schamgefühlen, gemindertem Selbstwertgefühl bis hin zu Depressionen und Angststörungen. Als körperliche Folgen können Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Stress und erhöhter Blutdruck auftreten. Darüber hinaus entstehen oft auch soziale Probleme wie Kommunikationsschwierigkeiten und Einsamkeit.

Nicht nur für den Einzelnen, auch für die Gesellschaft hat Schwerhörigkeit Konsequenzen. Unbehandelte Hörminderungen kosten die europäischen Staaten bis zu 213 Milliarden Euro im Jahr aufgrund der zu behandelnden Folgeerkrankungen.


Soziale Folgen

Wer nicht mehr gut hört, fürchtet,

  • den Arzt nicht richtig verstanden zu haben
  • beim Spazierengehen ein herannahendes Auto nicht rechtzeitig zu bemerken
  • sich in einer Teamsitzung lächerlich zu machen, weil man längst beantwortete Fragen noch einmal stellt
  • bei einer Zugfahrt Durchsagen nicht korrekt mitzubekommen
  • oder sogar einen Feueralarm zu überhören.

Wenn Gespräche oft belastend oder unerfreulich sind, die Lärmeindrücke jedoch ebenso unerträglich, ziehen sich Betroffene oft von gesellschaftlichen Ereignissen zurück. Diese „selbstgewählte“ Isolation kann die Stimmung noch mehr verdüstern. Die Teilnahme an sozialen Ereignissen wird als schwierig empfunden, was zu Rückzug und Einsamkeit führen kann. Damit einhergehende Zerstreutheit und ein Konzentrationsmangel wiederum können Probleme am Arbeitsplatz zur Folge haben. Die Kommunikationsprobleme können zu generellen Beziehungsproblemen mit Familie, Freunden und Kollegen führen. Die Partnerschaft leidet und immer mehr Kontakte gehen verloren, wenn häufig Schweigen herrscht.

All das kann zu einer sozialen Isolation und einem massiven Verlust an Lebensqualität führen. Doch dies ist häufig unnötig. In der Regel gibt es Hilfe – sie muss nur angenommen werden!

Psychische Folgen

Wer gut hört, wird sich kaum vorstellen können, wie frustrierend es ist, wenn das Sprachgefühl und die Sicherheit in Unterhaltungen verloren gehen. Wer im alltäglichen Miteinander ständig Verstehenslücken ausfüllen muss, empfindet Gespräche schnell als sehr anstrengend. Nie kann man sich sicher sein, tatsächlich alles richtig „mitbekommen“ zu haben. Das macht unsicher. Wenn bei einer Hörschädigung viele Situationen große Unsicherheit hervorrufen, kann Angst zum ständigen Begleiter werden.

Kommunikation hat nicht nur die Funktion des Informationsaustausches, sondern sorgt auch dafür, dass wir uns einer Gruppe zugehörig fühlen oder individuelle Standpunkte entwickeln. Auch das kann verloren gehen mit zunehmendem Hörverlust. Damit einher geht der Verlust von Zuversicht und Selbstvertrauen, der viele Betroffene in eine Krise stürzt. Denn die fehlende Interaktion mit anderen Menschen führt auch dazu, dass man weniger stark vermittelt bekommt, wie man von anderen gesehen wird. Diese Fremdeinschätzung formt das eigene Selbstkonzept, die eigene Identität. Sich dessen nicht mehr sicher zu sein, kann eine verstörende Erfahrung sein.

Menschen mit Hörverlust leiden daher häufiger an einer Depression als normal Hörende. Eine Depression ist mehr als Trauer darüber, dass es ohne Hörgeräte nicht mehr geht. Sie ist auch mehr als Rückzug oder Resignation. Eine Depression ist eine ernst zu nehmende Krankheit, die behandelt werden sollte. Ihr Haus- oder HNO-Arzt kann Ihnen in solchen Fällen weiterhelfen und Sie – wenn nötig – in eine psychotherapeutische Behandlung weitervermitteln.

Körperliche Folgen

Das angestrengte Zuhören, eine häufig verkrampfte Körperhaltung und die ständige, sehr hohe Konzentration führen bei vielen von Hörverlust Betroffenen zu körperlichen Beschwerden. Erschöpfung, Müdigkeit und Stress sind nur ein Teil davon. Kopfschmerzen bis hin zu Schwindelgefühlen können sich einstellen.

Durch die allgemeine Anspannung kann es auch zu Muskelverspannungen und Problemen beim Sport kommen. Viele Betroffene drehen immer wieder den Kopf oder den Oberkörper in Richtung der Geräuschquelle, was häufig Probleme im Nacken- und Schulterbereich zur Folge hat.

Ebenso können weitere psychosomatische Erkrankungen die Folge sein: Ess- und Schlafstörungen, Magenprobleme, erhöhter Blutdruck oder sexuelle Probleme. All diese Folgeerkrankungen belasten Betroffene zusätzlich, bessern sich jedoch meist allmählich, wenn der Hörverlust behandelt wird.


Hörgeräte helfen

Kommunikation bestimmt unseren Alltag. Wenn eine Hörminderung diese Kommunikation einschränkt, so hat das Auswirkungen auf das ganze Leben. Der Kontakt zu Familie, Freunden oder Kollegen fällt zunehmend schwer. Dies kann zu Vereinsamung und im schlimmsten Fall Isolation führen.

Der Zusammenhang zwischen intaktem Gehör und Lebensqualität wird vielen Menschen erst bewusst, wenn sie von Hörverlust betroffen sind. Ein Leben mit eingeschränktem Gehör ist keineswegs erstrebenswert und eine Behandlung des Hörverlustes sollte daher unverzüglich und möglichst effektiv erfolgen.

Hörhilfen sind dabei keine Therapieform, die auf eine Heilung abzielt. Auch mit Hörgerät muss der Betroffene nach wie vor mit dem Hörverlust leben. Allerdings lassen sich die Auswirkungen der Hörminderung verringern. Kommunikation wird wieder möglich und die Lebensqualität steigt. Auch Sicherheitsaspekte, beispielsweise bei der Teilnahme am Straßenverkehr, verbessern sich zusehends.

Die Gewöhnung an ein Hörgerät fällt wesentlich leichter, wenn der Hörverlust möglichst rasch behandelt wird. Sobald Hörprobleme bemerkt werden, sollte daher ein HNO-Arzt aufgesucht werden. Im Gegensatz zur Brille haben Hörgeräte auch heute noch ein schlechtes Image. Doch davon sollten Sie sich nicht irritieren lassen. Moderne, digitale Hörgeräte haben ein beeindruckendes Leistungsniveau – zwar können sie das Gehör nicht zurückbringen, aber sie können das Leben mit der Schwerhörigkeit angenehmer machen.

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