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Allgemeine Informationen zu Kosten von Hörgeräten

Hörgerät = Kostenfalle?

Hörgeräte sind teuer - das ist zumindest ein Kritikpunkt von fast 2800 Teilnehmern einer im September 2014 durchgeführten Online-Umfrage der Stiftung Warentest. Demnach zahlen über die Hälfte der Teilnehmer zwischen 500 und 2000 Euro für ein Hörgerät dazu. Doch das muss nicht so sein. Im November 2013 erfolgte eine Neuregelung der gesetzlichen Grundlagen, in der unter anderm die Zuschüsse der Krankenkasse erhöht wurden. Wir erklären Ihnen, wie viel Sie für ein Hörgerät dazu bekommen und welche Unterschiede es zwischen den verschiedenen Preisklassen gibt.


Voraussetzungen für die Kostenübernahme von Krankenkassen

Die Krankenkassen sind gesetzlich dazu verpflichtet, Hörhilfen zu bezahlen, wenn diese aus medizinischer Sicht notwending sind. Um den Anspruch auf Bezuschussung geltend machen zu können, müssen jedoch einige Voraussetzungen erfüllt sein:

Durchführung eines Sprachhörtests durch einen HNO-Arzt: Bei dem Sprachhörtest muss die Verstehensquote unter 80 Prozent liegen.

Der Hörverlust liegt im Bereich der Hauptfrequenzen zwischen 500 und 4000 Hertz und bei einseitiger Schwerhörigkeit liegt ein Hörverlust von mindestens 30 dB vor.

Der behandelnde HNO-Facharzt stellt eine medizinische Verordnung (Rezept) über die Notwendigkeit einer Hörhilfe aus. Der Arzt muss auf dem Rezept kein konkretes Hörgerät angeben.

Der HNO-Facharzt bescheinigt nur die medizinische Notwendigkeit einer Hörhilfe. Hilfe bei der Auswahl und die Anpassung des geeigneten Geräts übernimmt der Hörgeräteakustiker.

Grenzwerte der Schwerhörigkeit

Der Grad der Schwerhörigkeit wird bei einem Hörtest ermittelt. Dabei gibt es verschiedene Abstufungen. Der Durchschnitt der Hörschwelle bei den Messfrequenzen 500, 1.000, 2.000 und 4.000 Hz wird auf dem besseren Ohr ermittelt. Ist der Durchschnittswert:

  • kleiner/gleich 25 dB liegt keine oder nur leichte Schwerhörigkeit vor
  • zwischen 26 - 40 dB wird als geringgradige Schwerhörigkeit gewertet
  • zwischen 41 - 60 dB zählt als mittelgradige Schwerhörigkeit
  • zwischen 61 -80 dB als hochgradige Schwerhörigkeit
  • ab 81 dB an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit (hier zählt der Festbetrag der WHO 4)

Individuell und fachgerecht: Der Hörgeräteakustiker findet das passende Gerät

Das passende Hörgerät zu finden, ist nicht einfach. Allein auf dem deutschen Markt gibt es über 1000 unterschiedliche Modelle mit unterschiedlichen Eigenschaften und Funktionen. Bei der Auswahl der passenden Hörhilfe berät Sie Ihr Hörgeräteakustiker. Dabei stehen sowohl die medizinische Notwendigkeit bestimmter Funktionen im Vordergrund als auch die individuellen Bedürfnisse des Kunden.

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Schritt für Schritt zur Kostenübernahme durch die Krankenkassen

Der Bezuschussung der Hörhilfe sind häufig bürokratische Stolpersteine in den Weg gelegt, die möglicherweise nicht nur eine Kostenübernahme verzögern, sondern auch Nerven kosten können.

Um diesen aus dem Weg zu gehen, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Suchen Sie Ihren HNO-Facharzt auf und lassen Sie Ihren Grad der Schwerhörigkeit feststellen sowie eine Verordnung für ein Hörgerät ausstellen.
  • Gehen Sie mit Rezept zu Ihrem Hörgeräteakustiker und lassen Sie sich ausführlich beraten. Der Hörgeräteakustiker ist gesetzlich verpflichtet, Ihnen ein Hörgerät zum Festbetrag oder zum Vertragspreis anzubieten. Sollte es medizinisch notwendig sein, eine Hörhilfe zu wählen, die über den Festbetrag hinaus geht, lassen Sie sich dies von Ihrem HNO-Arzt schriftlich bestätigen und erklären. Lassen Sie sich außerdem einen Kostenvoranschlag vom Hörgeräteakustiker geben.
  • Reichen Sie einen schriftlichen Antrag bei Ihrer Krankenkasse ein. Sie können den Kostenvoranschlag zusammen mit einem formlosen schriftlichen Antrag auf Übernahme und dem Attest Ihres Arztes bei Ihrer Krankenkasse einreichen.
  • Legen Sie Widerspruch ein! Verweigert Ihre Krankenkasse die Kostenübernahme bzw. -erstattung, müssen Sie innerhalb eines Monats schriftlich Widerspruch einlegen. Legen Sie dem Widerspruch erneut das ärztliche Attest sowie das Anpassungstest und gegebenenfalls ein Hörtagebuch bei. Bitten Sie außerdem um die Erstellung eines Gutachtens durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK). Dieses ist kostenlos und die Kasse ist nach Amtsermittlungsgrundsatz verpflichtet, den Antrag auch medizinisch zu prüfen.

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