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Warum Hörgeräte mehr können als „einfach nur lauter“

01/08/2016
Linda
Frauen unterhalten sich

Eine Hörminderung bedeutet nicht nur, dass jemand leise hört, sondern vor allem auch undeutliches Hören. Geräusche sind dann häufig in ihrer Tonalität anders, schriller oder brummender. Oft werden auch bestimmte Geräusche als unangenehm empfunden oder sogar als schmerzhaft. In diesen Fällen ist es eben mit „einfach nur lauter“ nicht getan.

Wie laut ist angenehm?

Die Technik zur Verstärkung von Tonsignalen ist jedoch unverzichtbar. Menschen mit Hörminderung können Töne erst ab einer bestimmten Lautstärke wahrnehmen – diese müssen also schon lauter sein als bei Menschen mit gutem Gehör. Aber wenn alles lauter wird, wäre eine Polizeisirene beispielsweise absolut unerträglich.

Deshalb wird bei der Hörgeräte-Anpassung die sogenannte Unbehaglichkeitsschwelle des Hörgeräteträgers ermittelt. Diese Schwelle bezeichnet den Schallpegel, ab dem Geräusche als unangenehm empfunden werden. Bei den meisten Normalhörenden liegt dieser Wert bei ungefähr 90 bis 100 Dezibel (dB), ist jedoch individuell verschieden.

Störschall und exakte Frequenzbereiche

Neben der Lautstärke allgemein muss ein Hörgerät gezielt die Frequenzen verstärken, die nicht mehr so gut gehört werden. Die volldigitalen Hörgeräte, die heute Stand der Technik sind, können den jeweiligen Hörverlust in unterschiedlichen Frequenzbereichen exakt und gezielt ausgleichen.

Eine echte Herausforderung - für Technik und Mensch – stellt das Herausfiltern von Störschall dar. Beispielsweise bei Unterhaltungen in belebten Restaurants erfolgt auch bei Normalhörenden das Heraushören der Stimme des Freundes unter sehr komplexen Verarbeitungsmechanismen. Aktuelle Hörgerätetechniken bieten hierzu besondere Funktionen an, die das Sprachverstehen in solch schwierigen Situationen deutlich verbessern.

Um auch schwierige Situationen zu meistern, verfügen moderne Hörgeräte über verschiedene Hörprogramme für unterschiedliche Hörsituationen, also beispielsweise fürs Restaurant oder fürs Musik hören. Ebenso verfügen Hörgeräte über mehrere Frequenzkanäle, so dass die Tonverstärkung individuell an die Bedürfnisse des Trägers angepasst werden können. Auch ist die Unterdrückung von Störgeräuschen und dem unangenehmen Rückkopplungspfeifen möglich.

Weitere Hilfsmittel

Viele Hinter-dem-Ohr-Geräte verfügen über eine T- oder Induktionsspule. Diese unterstützt das Telefonieren, indem sie die Sprachsignale direkt an das Ohr weitergibt. So werden Klangqualität und das Sprachverstehen deutlich verbessert. Über diese Telefonspule können ohne weitere Zusatzgeräte auch induktive Höranlagen genutzt werden, beispielweise in Besprechungsräumen, aber auch in Theatern oder Kirchen. Die Wortbeiträge können so direkt auf dem Hörgerät empfangen werden und störende Nebengeräusche werden ausgeblendet.

Hörgeräte mit Bluetooth können Sprache und Musik aus anderen Bluetooth fähigen Audioquellen (Handy oder Fernseher) auf kurze Entfernungen kabellos empfangen. Dazu ist häufig ein kleines Zusatzgerät (Streamer) nötig, das zwischengeschaltet wird und die Signale weitergibt.

Für die Auswahl des passenden Hörgeräts und der Zusatztechnik ist eine ausführliche Beratung natürlich unabdingbar. Des Weiteren ist die Anpassung an die individuellen Hörbedürfnisse ein längerer Prozess – weil eben „einfach nur lauter“ nicht reicht. Es müssen die entsprechenden Frequenzen ermittelt und verschiedenen Hörsituationen durchprobiert werden. Doch am Ende steht dem Hörgenuss nichts mehr im Wege!

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