Misophonie und Phonophobie: Ursachen, Symptome und Therapie

Misophonie und Phonophobie: Ursachen, Symptome und Therapie
5 Min.
Erscheinungsdatum: 14. August 2024
Datum der letzten Überarbeitung: 18. August 2026
Bestimmte Geräusche reizen Sie, oder Sie kennen eine Person, die davon betroffen ist? Die Unverträglichkeit bestimmter Geräusche zeugt nicht von Hörproblemen. Tatsächlich sind Phonophobie und Misophonie Störungen, die eine Person stark einschränken können. Die Angst, das übertriebene Erschrecken oder die Gereiztheit, wenn jemand Geräusche macht, die als unangenehm wahrgenommen werden, sind Zeichen einer übermäßigen Geräuschintoleranz. Die Symptome können in manchen Fällen Wutanfälle, Panikattacken und Nervenzusammenbrüche verursachen. Möchten Sie genauer wissen, was die Phonophobie und die Misophonie sind? Dann lesen Sie weiter, um mehr über Symptome und Behandlung zu erfahren.

Das Wichtigste in Kürze
- Misophonie bezeichnet eine starke Abneigung oder Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Geräuschen, etwa Kauen, Tippen oder Tropfen.
- Phonophobie ist die Angst vor Geräuschen – häufig vor lauten Geräuschen. Schon die Erwartung eines Geräuschs kann Angst oder körperliche Reaktionen auslösen.
- Beide Formen der Geräuschintoleranz können den Alltag erheblich beeinträchtigen und unter anderem Gereiztheit, Stress, Panikattacken oder Rückzug verursachen.
- Misophonie und Phonophobie sind keine klassischen Hörprobleme. Bei entsprechenden Beschwerden sollte die Ursache ärztlich, insbesondere durch eine HNO-Ärztin oder einen HNO-Arzt, abgeklärt werden.
- Eine gezielte Behandlung und therapeutische Unterstützung kann dabei helfen, besser mit der Geräuschempfindlichkeit umzugehen und die Lebensqualität zu verbessern.
Was ist die Misophonie?
Der Begriff „miso“ ist griechischen Ursprungs und bedeutet Hass oder Abneigung; das griechische „phonie“ wiederum bedeutet Geräusch. Die Misophonie bezieht sich somit auf die Unverträglichkeit bestimmter Geräusche, wie das Tropfen eines Wasserhahns, die üblichen Tippgeräusche einer Tastatur, das Kauen von Kaugummi. Neben den genannten Szenarien können viele weitere Situationen bei Betroffenen eine enorme Gereiztheit auslösen. Auch bekannt als selektives Geräuschempfindlichkeits-Syndrom, ist die Misophonie ein neurologisches Problem, bei dem im zentralen Nervensystem Schalleindrücke mit anderen Stimuli verwechselt werden. Dadurch kann eine Person mit Misophonie irrelevante Geräusche nicht ignorieren. Die versteifte Konzentration auf die unangenehme Situation, wird dann zum Auslöser für extreme Verstimmungen. Gerade weil solche Zwischenfälle unauffällige Geräusche betreffen, verursachen sie ernsthafte zwischenmenschliche Probleme. Die Geräusche können für die betroffene Person so unerträglich werden, dass sie dem Verursacher gegenüber sogar übergriffig werden kann. Daher vermeiden Betroffene es oft, das Haus zu verlassen. Die Reaktionen auf unangenehme Geräusche können je nach Grad der Misophonie variieren zwischen leicht, mittel oder schwer.
Was ist die Phonophobie?
Bei der Phonophobie handelt es sich meistens nicht um eine Abneigung definierter Geräusche, sondern um eine allgemeine Angst/Abneigung vor Geräuschen, womit es sich von der Misophonie abgrenzt.
Phonophobie-Betroffene haben in der Regel eine Angst vor möglichen (lauten) Geräuschen und haben diese Angst auch vor dem möglichen Eintreten der Geräusche. Laute Geräusche, wie ein Knall oder Musik, müssen also nicht präsent sein, um Angst auszulösen.
Hier finden Sie einige Anzeichen einer Phonophobie:
- Panikattacken
- Nervenzusammenbrüche
- beschleunigter Herzschlag
- übermäßiges Schwitzen
- Stress
- Übelkeit
- Schwindel
- unerklärliche körperliche Schmerzen
- Ohnmacht

Wie kann man die beiden Krankheiten behandeln?
Bei Anzeichen von Misophonie oder Phonophobie sollte ein HNO-Arzt oder ein -Ärztin hinzugezogen werden, denn diese können im Rahmen der Behandlung eine Gewöhnungstherapie für Geräusche oder den Tinnitus verordnen. Phobien sind unbewusst entstehende Ängste. Die Reizbarkeit gegenüber alltäglichen Geräuschen basiert somit auf einer irrationalen Angst. Daher ist eine multidisziplinäre Herangehensweise unumgänglich, die nur ein Team aus den Bereichen der Logopädie, Psychiatrie und Psychotherapie bieten kann. Es gibt keine Heilung für diese Erkrankung, aber eine angemessene Behandlung kann es den Betroffenen erleichtern, mit dem Krankheitsbild umzugehen und die Lebensqualität aufrechtzuerhalten. Die Misophonie und die Phonophobie sind Störungen, die Reizbarkeit gegenüber Geräuschen verursachen allerdings keine Hörprobleme. Nichtsdestotrotz ist es unumgänglich, beim Erkennen der ersten Symptome Hilfe von Spezialisten in Anspruch zu nehmen, die den Fall einschätzen und eine angemessene Behandlung erreichen können. So kann die betroffene Person die Ängste in den Griff bekommen und ein gesundes Leben führen.
Hinweis zur Ohrengesundheit
Die Inhalte auf dieser Website wurden sorgfältig erstellt und dienen der allgemeinen Information über Themen rund um Hören und Ohrgesundheit. Sie können jedoch keine persönliche medizinische Beratung oder Untersuchung ersetzen. Wenn Sie Beschwerden am Ohr, Hörprobleme oder andere gesundheitliche Fragen haben, wenden Sie sich bitte an eine Hals-Nasen-Ohren-Ärztin oder einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt beziehungsweise an qualifiziertes medizinisches Fachpersonal. Die Hörgeräteakustikerinnen und Hörgeräteakustiker von GEERS beraten Sie zusätzlich gerne rund um Hörtests, Hörlösungen und moderne Hörgeräte.

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GEERS
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