Misophonie und Phonophobie: Ursachen, Symptome und Therapie

Misophonie und Phonophobie: Ursachen, Symptome und Therapie
5 Min.
Erscheinungsdatum: 14. August 2024
Bestimmte Geräusche reizen Sie, oder Sie kennen eine Person, die davon betroffen ist? Die Unverträglichkeit bestimmter Geräusche zeugt nicht von Hörproblemen. Tatsächlich sind Phonophobie und Misophonie Störungen, die eine Person stark einschränken können. Die Angst, das übertriebene Erschrecken oder die Gereiztheit, wenn jemand Geräusche macht, die als unangenehm wahrgenommen werden, sind Zeichen einer übermäßigen Geräuschintoleranz. Die Symptome können in manchen Fällen Wutanfälle, Panikattacken und Nervenzusammenbrüche verursachen. Möchten Sie genauer wissen, was die Phonophobie und die Misophonie sind? Dann lesen Sie weiter, um mehr über Symptome und Behandlung zu erfahren.
Überblick
- Was ist Misophonie?
- Was ist Phonophobie?
- Wie kann man die Krankheiten behandeln?
Was ist die Misophonie?
Der Begriff „miso“ ist griechischen Ursprungs und bedeutet Hass oder Abneigung; das griechische „phonie“ wiederum bedeutet Geräusch. Die Misophonie bezieht sich somit auf die Unverträglichkeit bestimmter Geräusche, wie das Tropfen eines Wasserhahns, die üblichen Tippgeräusche einer Tastatur, das Kauen von Kaugummi. Neben den genannten Szenarien können viele weitere Situationen bei Betroffenen eine enorme Gereiztheit auslösen. Auch bekannt als selektives Geräuschempfindlichkeits-Syndrom, ist die Misophonie ein neurologisches Problem, bei dem im zentralen Nervensystem Schalleindrücke mit anderen Stimuli verwechselt werden. Dadurch kann eine Person mit Misophonie irrelevante Geräusche nicht ignorieren. Die versteifte Konzentration auf die unangenehme Situation, wird dann zum Auslöser für extreme Verstimmungen. Gerade weil solche Zwischenfälle unauffällige Geräusche betreffen, verursachen sie ernsthafte zwischenmenschliche Probleme. Die Geräusche können für die betroffene Person so unerträglich werden, dass sie dem Verursacher gegenüber sogar übergriffig werden kann. Daher vermeiden Betroffene es oft, das Haus zu verlassen. Die Reaktionen auf unangenehme Geräusche können je nach Grad der Misophonie variieren zwischen leicht, mittel oder schwer.
Hier finden Sie die Hauptsymptome der Störung:
- übermäßige Reaktion auf einfache Geräusche
- verzweifelte Versuche, unbequeme Orte zu verlassen
- unverhältnismäßige Gereiztheit
- schlechte Laune
- Wutanfälle
- Beleidigungen des Verursachers eines Geräusches
Was ist die Phonophobie?
Bei der Phonophobie handelt es sich meistens nicht um eine Abneigung definierter Geräusche, sondern um eine allgemeine Angst/Abneigung vor Geräuschen, womit es sich von der Misophonie abgrenzt.
Phonophobie-Betroffene haben in der Regel eine Angst vor möglichen (lauten) Geräuschen und haben diese Angst auch vor dem möglichen Eintreten der Geräusche. Laute Geräusche, wie ein Knall oder Musik, müssen also nicht präsent sein, um Angst auszulösen.
Hier finden Sie einige Anzeichen einer Phonophobie:
- Panikattacken
- Nervenzusammenbrüche
- beschleunigter Herzschlag
- übermäßiges Schwitzen
- Stress
- Übelkeit
- Schwindel
- unerklärliche körperliche Schmerzen
- Ohnmacht
Wie kann man tun?
Bei Anzeichen von Misophonie oder Phonophobie sollte ein HNO-Arzt hinzugezogen werden, denn er kann im Rahmen der Behandlung eine Gewöhnungstherapie für Geräusche oder den Tinnitus verordnen. Phobien sind unbewusst entstehende Ängste. Die Reizbarkeit gegenüber alltäglichen Geräuschen basiert somit auf einer irrationalen Angst. Daher ist eine multidisziplinäre Herangehensweise unumgänglich, die nur ein Team aus Logopäden, Psychiatern und Psychotherapeuten bieten kann. Es gibt keine Heilung für diese Erkrankung, aber eine angemessene Behandlung kann es dem Betroffenen erleichtern, mit dem Krankheitsbild umzugehen und die Lebensqualität aufrechtzuerhalten. Die Misophonie und die Phonophobie sind Störungen, die Reizbarkeit gegenüber Geräuschen verursachen allerdings keine Hörprobleme. Nichtsdestotrotz ist es unumgänglich, beim Erkennen der ersten Symptome Hilfe von Spezialisten in Anspruch zu nehmen, die den Fall einschätzen und eine angemessene Behandlung erreichen können. So kann die betroffene Person die Ängste in den Griff bekommen und ein gesundes Leben führen.
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