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Oft unterschätzt: Berufskrankheit Schwerhörigkeit

08/18/2016
Tanja
Gehörschutz

Dauerhafter Lärm schadet dem Gehör und macht krank. Das wissen viele, denken dabei jedoch in erster Linie an Straßenlärm oder laute Musik auf Konzerten. Dass auch die berufliche Geräuschkulisse Schaden am Gehör verursachen kann, ist den wenigsten bewusst. Doch wann gilt Schwerhörigkeit als Berufskrankheit und welche Berufe gehören in diese Gruppe? Hier kommen die wichtigsten Fakten.

Kritischer Schwellenwert ist entscheidend

Unlängst gab es ein Gerichtsurteil im Falle eines Ingenieurs, der 15 Jahre lang in einem Großraumbüro gearbeitet hat und nun an Tinnitus auf beiden Ohren sowie an einer leichten Hörminderung im Hochtonbereich leidet. Aufgrund eines Gutachtens, das im Büro einen Schalldruckpegel zwischen 50 und 65 Dezibel (dB) feststellen konnte, wurde sein Antrag auf Entschädigung ablehnt. Die Begründung: Die Beschwerden sind nicht eindeutig auf den Umgebungslärm zurückzuführen, da neben anderen möglichen Ursachen auch das Alter des Ingenieurs zum Krankheitsbild passt. Darüber hinaus lag die Lärmbelästigung unter der von der Berufsgenossenschaft definierten kritischen Schwelle von 85 dB. Demnach ist eine berufsbedingte Lärmschwerhörigkeit nur dann gegeben, wenn Betroffene über viele Jahre hinweg Achtstundentage bei einem Dauerschallpegel von über 85 dB leisten.

Gehörschutz gehört zum Arbeitsschutz

Mehrere Millionen Menschen sind in Deutschland täglich dieser oben genannten Schwelle von 85 dB ausgesetzt, vor allem in industriellen Berufszweigen, die Maschinen und andere schwere Arbeitsgeräte nutzen. Ist hier eine Lärmbelastung von mindestens 80 dB nachgewiesen, müssen Arbeitgeber im Rahmen der nationalen Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung auch für den Gehörschutz am Arbeitsplatz sorgen. Ab 85 dB besteht sogar eine Tragepflicht für Gehörschutz und die Pflicht, die Lärmbereiche explizit zu kennzeichnen.

Arbeitnehmer sind mitverantwortlich

In Berufszweigen mit extremer Lärmbelastung stellt der Arbeitgeber den Gehörschutz, doch auch der Arbeitnehmer muss seinen Teil des Gesundheitsschutzes übernehmen. Besteht eine Tragepflicht von Ohrenschützern oder Ähnlichem, sollten diese Maßnahmen auch unbedingt genutzt werden. Häufig nehmen Arbeitnehmer die Auswirkung des Lärms auf die leichte Schulter oder finden es zu umständlich, den Gehörschutz immer wieder auf- und abzunehmen, wenn sie telefonieren oder sich mit Kollegen unterhalten möchten. Neben dem zuverlässigen Tragen des Gehörschutzes sollten Arbeitnehmer, die in lärmbelasteten Berufen tätig sind, regelmäßig ihr Gehör überprüfen lassen, um mögliche Schäden bereits frühzeitig feststellen und behandeln zu können.

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