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Neues aus der Forschung: Wie Seeanemonen bei Schwerhörigkeit helfen

09/15/2016
Nadine
Seeanemonen

Die Forschung steht nicht still, wenn es darum geht, Menschen mit einer Hörminderung zu helfen. Dabei gibt es oft ungewöhnliche Ergebnisse, wie jüngst in den USA: Die Biologen konnten zeigen, dass Eiweißstoffe, die auf der Oberfläche von Seeanemonen vorkommen, geschädigte Haarzellen bei Mäusen reparieren konnten.

Ohne sie wird’s still

Sie sind so fein, dass sie nur unter dem Mikroskop sichtbar werden, und doch so wichtig für den Hörvorgang. Die Haarzellen befinden sich im Inneren der Hörschnecke (Cochlea) und leiten den Schall, der von außen ans Ohr dringt, an den Hörnerv weiter, der dann die Signale ins Gehirn trägt. Dabei bewegen sich die Haarzellen – ähnlich zu einem Weizenfeld, dessen Ähren sich im Wind wiegen. Starker oder anhaltender Lärm kommt in dieser bildlichen Vorstellung einem Orkan gleich, der die Ähren bzw. Haarzellen abknicken lässt. Wenn das passiert, verkümmert die beschädigte Haarzelle und stirbt ab. Das Problem: Sie lassen sich nicht regenerieren und sind damit für immer verloren. Da mit den Haarzellen bestimmte Frequenzen verknüpft sind, gehen diese ebenfalls verloren, je mehr Haarzellen verschwinden.

Haarzellen in der Natur

Nicht nur im Innenohr von Menschen oder anderen Säugetieren gibt es Zellen, die den Schall weiterleiten. Seeanemonen, wie sie die Forscher in den USA untersucht haben, besitzen ebensolche Zellen an ihren Tentakeln. Sie nehmen damit Vibrationen wahr, die Beutetiere verursachen, wenn sie vorbei schwimmen. Die Seeanemonen haben jedoch einen entscheidenden Vorteil: Sind Haarzellen beschädigt, sind die Blumentiere in der Lage, sie schnell zu ersetzen. Möglich ist das durch einen Eiweißmix, der über eine Schleimschicht ausgeschieden wird.

Mäuse-Haarzellen repariert

Im Experiment haben die Forscher mit Hilfe der entnommenen Haarzellen von Mäusen untersucht, ob auch hier die besagten Eiweiße eine reparierende Wirkung besitzen. Dazu simulierten sie einen Defekt an den Sinneszellen, die einer Hörschädigung gleichkamen. Die Seeanemonenproteine zeigten bereits nach kurzer Zeit Wirkung: Nach etwa einer Stunde war die Aktivität der Haarzellen wieder auf dem Niveau einer intakten Haarzelle. Das Fazit der Untersuchung: Mit Hilfe von körpereigenen Proteinen könnte es in Zukunft möglich sein, Haarzellen zu reparieren und damit ihre Funktion für das Hören wiederherzustellen.

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