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Otosklerose – einfach erklärt

Die Otosklerose ist eine Krankheit des Mittel- und Innenohres. Ungefähr jeder 250. Mensch ist von ihr betroffen, was ungefähr 0,4 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung entspricht. Erfahren Sie hier mehr zu dem Krankheitsbild und den Behandlungsmöglichkeiten.

→ Was ist Otosklerose?
→ Was ruft die Krankheit hervor?
→ Welche Symptome treten auf?
→ Wie sieht die Behandlung aus?


Was ist Otosklerose?

Was bedeutet der Begriff Otosklerose überhaupt? Oto ist die griechische Bezeichnung für Ohr und als Sklerose bezeichnen Mediziner allgemein den Vorgang der Verhärtung von Organen oder Gewebe.

Aufbau MittelohrUm die Krankheit verstehen zu können, müssen wir zunächst grob wissen, wie die Schallübertragung im Ohr funktioniert. Der Schall trifft zuerst auf das Trommelfell und wird dann im Mittelohr über die Gehörknöchelchen weitergeleitet. Er nimmt seinen Weg über Hammer, Amboss und Steigbügel. Diese drei Knöchelchen müssen beweglich sein und schwingen können, um den Schall zu übertragen. Der Schall wird vom Steigbügel an den Übergangsbereich zum Innenohr weitergeleitet (Punkt D in der Abbildung), welcher den Übergang zum Innenohr markiert. Bei der Otosklerose ist genau dieser Punkt am häufigsten von einer Verknöcherung betroffen. Diese Unbeweglichkeit des Steigbügels hat eine Hörminderung zur Folge – denn wenn der Steigbügel nicht mehr richtig schwingen kann, wird kein ausreichendes Signal an das Innenohr weitergegeben.

Was ruft die Krankheit hervor?

Die Ursachen der Entstehung von Otosklerose sind bis heute nicht geklärt. Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, die bei der Entstehung als begünstigend betrachtet werden.

Zum einen wird eine genetische Komponente diskutiert, da die Krankheit familiär gehäuft vorkommt. Auch geschlechtermäßig lassen sich Unterschiede feststellen: Frauen leiden doppelt so häufig wie Männer an der Krankheit. Da sich die Erkrankung während einer Schwangerschaft in der Regel verschlimmert, werden hormonelle Ursachen ebenfalls als mögliche Auslöser der Krankheit betrachtet. Zu guter Letzt werden Viren der Masern-Krankheit als potenzielle Verursacher angesehen.

Nach bisherigem Stand sind keine Maßnahmen bekannt, welche dem Auftreten einer Otosklerose vorbeugen können.

Welche Symptome treten auf?

Frau hält sich Ohren zu Hauptsymptom ist eine Hörminderung, die zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr auftritt. Eine Otosklerose wird bei 5 bis 9 Prozent aller Patienten mit einer Hörminderung festgestellt. Bei den Patienten mit einer Schallleitungsschwerhörigkeit wird sogar in 18 bis 22 Prozent der Fälle eine Otosklerose festgestellt. Die Hörminderung tritt am Anfang meist auf einer Seite auf, kann aber mit der Zeit auf beide Ohren übergehen. Weitere mögliche Symptome sind Tinnitus und Schwindel. Da die Verhärtung über einen langen Zeitraum stattfindet, kann die Otosklerose lange Jahre vor dem Auftreten der Hörminderung unentdeckt bleiben. Schmerzen werden in der Regel nicht empfunden.

Wie sieht die Behandlung aus?

Die Otosklerose kann nur operativ erfolgreich behandelt werden. Die Heilungsaussichten sind dabei äußerst groß: Bei über 90 Prozent der Patienten ist das Hörvermögen nach der Operation verbessert und bei ungefähr der Hälfte verschwinden Ohrgeräusche. Medikamentöse Therapien haben dagegen bisher wenig Erfolge gezeigt.

Früher wurde hauptsächlich die Stapedektomie (stapes = Steigbügel) durchgeführt, bei der der Steigbügel und ein Teil der Fußplatte komplett entfernt werden. Der Steigbügel wird durch eine Prothese ersetzt, welche mit dem Amboss verbunden wird. Dieses Verfahren nennt sich Stapesplastik.

Heutzutage wird vor allem die Stapedotomie angewandt. Bei der Stapedotomie wird nur der obere Teil des Steigbügels entfernt – die Fußplatte bleibt. Mit einem Laserstrahl oder einer kleinen Nadel wird nun ein kleines Loch in die Fußplatte gebohrt. Wie bei der Stapedektomie wird auch hier eine Prothese eingesetzt. Dieses Verfahren ist heute die Operationsmethode der ersten Wahl, weil es weniger Komplikationen nach sich zieht. Besonders die Laser-Stapedotomie wird als sehr genau eingeschätzt.

Die eingesetzten Prothesen helfen dabei, die Schwingungen der Gehörknöchelchenkette direkt auf das Innenohr zu übertragen. Der entfernte Steigbügel wird damit überbrückt und die Schwingungen der anderen gesunden Gehörknöchelchen werden an die Prothese weitergegeben.

Operative Eingriffe sind immer mit einem Risiko verbunden. Das Risiko, nach der OP zu ertauben, liegt allerdings bei unter 1 Prozent. Des Weiteren kann kurz nach der OP Schwindel auftreten, der meist nur vorübergehend beobachtet wird. Der mit der Otosklerose verbundene Tinnitus kann ebenfalls wieder auftreten. Ein geringes Risiko für das Auftreten von Geschmacksstörungen ist zusätzlich gegeben.

Patienten, die nur unter einem geringen Hörverlust leiden, sollten ebenfalls Hörgeräte als Alternative in Betracht ziehen. Der Prozess der Verknöcherung wird so allerdings nicht aufgehalten.


Fazit: die Otosklerose kann in der Regel gut behandelt werden. Falls Sie bei sich Anzeichen einer Hörminderung festgestellt haben, sollten Sie einen HNO-Arzt aufsuchen. Ein Hörverlust kann Ausdruck vieler verschiedener Erkrankungen sein und sollte daher stets von einem Fachmann untersucht werden.


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