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Morbus Menière – was muss ich dazu wissen?

Haben Sie schon einmal von der Krankheit Morbus Menière gehört? Wir erklären Ihnen hier, was diese Erkrankung ausmacht und wie sie behandelt werden kann.

→ Krankheitsbild & Symptome
→ Schwerhörigkeit bei Morbus Menière?
→ Behandlung
→ Wie können Betroffene mit der Krankheit umgehen?


Krankheitsbild & Symptome

InnenohrMorbus Menière beschreibt eine Erkrankung, bei der der Flüssigkeitshaushalt des Innenohrs gestört ist. Hierzu muss man wissen, dass das Innenohr aus dem Gleichgewichtsorgan und dem Hörorgan (der Hörschnecke) besteht. Diese beiden Organe verfügen über Bogengänge (siehe Abbildung rechts), die mit Flüssigkeiten gefüllt sind. Bei Morbus Menière ist der Bogengang der Hörschnecke allerdings überfüllt. Dieser überdehnte Bogengang der Hörschnecke verursacht Probleme für das Innenohr. Die klassischen drei Hauptsymptome der Krankheit sind:

  • starker Drehschwindel, der wenige Minuten bis einige Stunden anhält
  • Schwerhörigkeit (vor allem im Tieftonbereich)
  • Ohrgeräusche (Tinnitus)

Die Krankheit hat allerdings noch mehrere Nebenwirkungen, wie zum Beispiel:

  • Ohrendruck
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schweißausbrüche
  • Augenzittern (Nystagmus)

Morbus Menière tritt am häufigsten zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr auf und befällt in der Regel nur ein Ohr. Bei einer lange bestehenden Erkrankung steigt jedoch die Wahrscheinlichkeit, am anderen Ohr ebenfalls zu erkranken. Durch den oft lang anhaltenden Drehschwindel kommt es bei vielen Betroffenen zu Übelkeit, die bis zum Erbrechen führen kann. Das Bewusstsein ist während der Anfälle jedoch ungetrübt. Dies setzt bei Betroffenen gelegentlich eine Spirale der Angst frei: Erkrankte fürchten sich vor einem erneuten Anfall und fühlen sich dadurch gestresst. Die psychische Komponente bei Morbus Menière ist also nicht zu unterschätzen. Zwischen einzelnen Anfällen können Tage, Wochen, Monate oder sogar Jahre liegen. Positiv ist, dass die Anzahl der Schwindelanfälle oftmals über den Verlauf der Krankheit abnimmt.

Schwerhörigkeit bei Morbus Menière

Schwerhörigkeit gehört zu den Hauptsymptomen bei Morbus Menière. Am Anfang der Krankheit tritt die Schwerhörigkeit häufig nur während des Anfalls auf und verschwindet danach wieder. Oftmals kann es nach längerer Krankheit allerdings zu einer dauerhaften starken Schallempfindungsstörung kommen. Die für Morbus Menière typische Schwerhörigkeit betrifft vor allem die tiefen Töne. Wenn Sie selber den Eindruck haben, dass Sie unter einem Hörverlust leiden, sollten Sie einen HNO-Arzt aufsuchen. Mehr zum Thema Hörverlust können Sie in unserer Rubrik Hörverlust erkennen nachlesen.

Behandlung

Morbus Menière gilt nach heutigem Stand als unheilbar. Es ist bis heute nicht geklärt, was die Krankheit genau verursacht. Die Symptome können jedoch medikamentös und/oder operativ bekämpft werden. Man unterscheidet hier zwischen Maßnahmen, die einem erneuten Anfall vorbeugen sollen, und der akuten Behandlung während des Anfalls. Zur Behandlung des Schwindels werden bestimmte Medikamente, sogenannte Antivertiginosa, verabreicht (anti [gr.] = gegen, vertigo [lat.] = Schwindel). Da es durch den Schwindel sehr oft zu starker Übelkeit kommt, werden den Betroffenen zusätzlich Mittel gegen Übelkeit gegeben.

Falls jemand unter einer sehr ausgeprägten Form von Morbus Menière leidet und sehr viele Schwindelanfälle hat, werden andere Methoden angewandt. Zum einen kann durch eine Medikamentengabe (Gentamycin) das Gleichgewichtsorgan ausgeschaltet werden, wodurch die Schwindelanfälle aufhören können. Die Hörfähigkeit des Patienten kann sich dadurch allerdings verschlechtern.

Operativ gibt es ebenfalls Behandlungsmöglichkeiten. In manchen Fällen wird beispielsweise der Gleichgewichtsnerv durchgetrennt (Neurektomie), sodass der Schwindel nicht mehr auftreten kann. Eine andere Behandlungsmethode wäre die Sakkotomie, bei der es durch eine winzige Öffnung in einem Teil des Innenohrs zu einer Druckentlastung kommt.

Wie können Betroffene mit der Krankheit umgehen?

Entspannung in der NaturDa die Ursachen der Krankheit nicht vollständig geklärt sind, gibt es leider auch keine einheitlichen Maßnahmen zur Vorbeugung einer Erkrankung. Vielmehr muss gelernt werden, mit der Krankheit umzugehen. Viele Betroffene sind der Meinung, dass ihnen

  • Gleichgewichtstraining,
  • Bewegung
  • und Entspannung

bei der Bewältigung der Krankheit helfen, auch wenn es keine wissenschaftlichen Beweise hierfür gibt. Auf jeden Fall kann ein gesunder Lebensstil ab Feststellung der Erkrankung nicht schaden. Empfohlen werden zum Beispiel:

  • der Verzicht auf Nikotin,
  • eine natriumarme und kaliumreiche Ernährung sowie
  • die Vermeidung von Stress.

Falls Sie bei sich selber Symptome wie Drehschwindel und Schwerhörigkeit festgestellt haben, raten wir Ihnen, sich an Ihren HNO-Arzt zu wenden.

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