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Gutes Hören ist für das menschliche Wohlbefinden elementar wichtig, doch etwa 12 % der Deutschen leiden an einem Hörverlust. Die Ursachen für Schwerhörigkeit können sehr unterschiedlich sein. Ebenso verschieden sind die Möglichkeiten, um die Hörminderung auszugleichen oder das Gehör (teilweise) wiederherzustellen. Die entsprechende Technik hat sich in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt. So gibt es neben den klassischen Hörgeräten, die immer kleiner und dabei leistungsfähiger werden, auch die Möglichkeit der Implantation. Man unterscheidet hierbei zwischen einem Vollimplantat und einem Teilimplantat (wie zum Beispiel dem Cochlea-Implantat). Hier erfahren Sie wie sich Hörgeräte und Implantate auf das Hören auswirken und worin sie sich unterscheiden.

Vollimplantat – das unsichtbare Hörgerät

Konventionelle Hörgeräte werden zunehmend dezenter und unauffälliger, doch bei genauem Hinsehen sind sie nach wie vor sichtbar, da sie entweder im oder hinter dem Ohr getragen werden. Es gibt allerdings auch vollimplantierbare Geräte, bei denen das Mikrofon, der Akku und die gesamte Elektronik unter der Kopfhaut versteckt werden. Ein Beispiel hierfür ist ein System namens „Carina®“, welches Mitte 2017 von der Firma Cochlear erstmals vorgestellt wurde. Hierbei handelt es sich um ein vollständig implantierbares Hörgerät, welches subkatun – also unter der Haut – arbeitet und es Gehörlosen so ermöglicht wieder besser hören zu können. Umgebungsgeräusche werden über das Mikrofon aufgenommen und an den Soundprozessor gesendet. Dort angekommen wird das akustische Signal in elektrische Impulse übersetzt, über einen Signalgeber in mechanische Vibrationen umgewandelt und auf die kleinen Gehörknöchelchen Amboss, Hammer und Steigbügel übertragen.

Das Implantat kann dauerhaft im Körper bleiben und bietet Hörgeschädigten den Vorteil, dass Sie rund um die Uhr hören können. Auch Duschen oder Schwimmen ist mit diesem Hörsystem unproblematisch, da die Elektronik ja unter der Kopfhaut nicht ohne weiteres beschädigt wird.

Ein solches implentierbares Hörgerät kommt allerdings nicht für jeden Hörgeschädigten in Frage. In jedem Fall bedarf es einer ausführlichen Untersuchung durch einen HNO-Arzt, schon allein weil sich der Patient einem operativen Eingriff unterziehen muss. Es gibt bestimmte anatomische und motorische Aspekte, die eine Versorgung ermöglichen würden. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten ob das Cochlear Carina System für Sie in Frage kommt wenn Sie unter einer mittleren bis schweren sensorineuralen oder kombinierten Schwerhörigkeit leiden und In-dem-Ohr- oder Hinter-dem-Ohr-Geräte nicht mehr ausreichen um den Hörverlust auszugleichen.

Unterschied zum Teilimplantat

Als weiteres Hörsystem ist das Teilimplantat zu nennen. Wie der Name vermuten lässt, liegen bei teilimplantierten Hörgeräten nicht alle Teile unter der Haut oder im Knochen. Lediglich der Signalgeber wird direkt im Ohr implantiert. Das Mikrofon sowie der Verstärker und Akku liegen außerhalb des Körpers. Häufig eingesetzt wird beispielsweise das „Soundbridge“-System, das im Mittelohr – ähnlich wie das „Carina“-System – mit einem Schwingkörper arbeitet, der die Bewegungen des Schalls, welche vom Mikrofon aufgenommen und vom Soundprozessor umgewandelt werden, auf die Gehörknöchelkette überträgt.

Eines der bekanntesten Teilimplantate ist das Cochlea-Implantat (kurz CI) , das bei Patienten mit einer hochgradigen Innenohrschwerhörigkeit oder Taubheit eingesetzt wird. Der Unterschied zu anderen Implantaten besteht darin, dass es das natürliche Hörsystem, also Gehörknöchelchen und Cochlea (Hörschnecke) komplett umgeht. Stattdessen überträgt eine Elektrode die Hörimpulse direkt auf den Hörnerv. Es ist also ein Gerät, welches die Funktion des Innenohrs (der Cochlea) übernimmt. Grundsätzlich kann es sowohl bei Kindern, als auch bei Erwachsenen eingesetzt werden. Vielen Kindern mit einer hochgradigen Schwerhörigkeit ermöglicht ein Cochlea-Implantat die Erlernung der Sprache.

Auch ein Cochlea-Implantat ist nicht für Jedermann geeignet. In den meisten Fällen reicht ein konventionelles Hörgerät aus um die Hörminderung auszugleichen. Bei Patienten,

  • die unter einem sehr starken Hörverlust leiden oder bereits an Taubheit grenzen,
  • die durch konventionelle Hörsysteme keine Besserung erreichen
  • die ein sehr schlechtes Sprachverstehen (maximal 50%) aufweisen und
  • bei denen der gesamte Hörnerv samt Hörbahn und Hörzentrum im Gehirn dennoch funktionsfähig ist,
könnte ein Cochlea-Implantat eventuell in Frage kommen. Um zu klären ob auch Sie von einem CI profitieren würden, ist ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt zu konsultieren.

Für Menschen, deren Schwerhörigkeit auf eine Schädigung des Mittelohrs zurückzuführen ist und deren Luftschallleitung nicht (mehr) funktioniert, kommt eventuell ein knochenverankertes Hörgerät (auch bekannt als BAHA) in Frage. Hierbei werden der Gehörgang und das Mittelohr des Patienten komplett umgangen. Das Innenohr wird direkt über die Knochenleitung stimuliert. Hierzu wird eine kleine Titan-Schraube in den Knochen hinter dem Ohr implantiert und so dauerhaft mit dem Knochen verbunden. Sobald das Implantat verwachsen ist, kann ein besonderes Hörgerät an der Schraube befestigt werden. Die Schraube leitet die Signale dann direkt weiter, sodass der Patient die entstandenen Geräusche hören kann.

Implantate werden in der Regel dann eingesetzt, wenn an der Schwerhörigkeit sowohl Innen- als auch Mittelohr beteiligt sind und HdO- oder IdO-Geräte nicht mehr ausreichen. Ebenso wie bei herkömmlichen Hörgeräten müssen sich die Patienten auch an ein Implantat gewöhnen und das Hören neu lernen, da die übertragenen Reize nicht den natürlichen entsprechen.

 

Im ersten Schritt: Herkömmliches Hörgerät

Implantierbare Hörgeräte kommen nicht für jeden Betroffenen oder jede Art von Schwerhörigkeit in Frage. Bevor ein derartiger Eingriff in Betracht gezogen wird, sollten zunächst herkömmliche Hörgeräte mit Luftleitung ausprobiert werden um die Fähigkeit des Menschen zu hören wieder deutlich zu verbessern. Bei diesen Hörsystemen sitzt die Elektronik am Ohr, wo Geräusche aufgenommen, digital verarbeitet und verstärkt als Schallsignal in den Gehörgang weitergegeben werden. Auch hier hat sich die Technik in den vergangenen Jahren enorm verbessert: Die Hörhilfen werden immer kleiner, obwohl sie mehr Technik beinhalten und leistungsfähiger sind. Sie arbeiten außerdem digital und können teilweise bereits über entsprechende Apps auf dem Smartphone gesteuert werden.

Mittels eines Hörtests können unsere Hörakustiker herausfinden ob Sie an einer Hörminderung leiden und inwiefern diese mit einem Hörgerät ausgeglichen werden kann. Ein Implantat ist in den meisten Fällen nicht von Nöten.

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