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Was bringen Hörgeräte?

Keine Lust auf gutes Hören?

Moderne Hörgeräte sind fast unsichtbar im Ohr. Sie sind kleine Wunderwerke der Technik, wasser- und staubabweisend und lassen sich drahtlos mit vielen weiteren Elektronikgeräten verbinden. Und dennoch: nur rund drei Millionen Menschen in Deutschland nutzen ein Hörgerät, obwohl gute zehn Millionen von einem profitieren würden.

Nicht nur hier in Deutschland ist das ein Problem: Viele Menschen, die nur noch schlecht hören können, wollen trotzdem keine Hörgeräte tragen. Woran liegt das? Haben sie keine Lust, gut zu hören? Die Gründe, warum viele Menschen trotz Hörminderung auf Hilfe verzichten, sind vielfältig.

Sehr viele Betroffene wollen einfach nicht wahrhaben, dass sie schlecht hören und ein großer Teil weiß es auch tatsächlich nicht. Da eine Hörminderung – gerade wenn sie lärm- oder altersbedingt ist – meist langsam und schleichend einsetzt, ist es nicht so einfach, sie zu erkennen. Anfangs haben viele Betroffene vielleicht das Gefühl, die anderen Menschen würden nuscheln. Der Fernseher wird einfach etwas lauter gestellt. Manchmal wird zwar das Telefon überhört, aber all das scheint kein wirkliches Problem zu sein. Die Anzeichen für einen Hörverlust nehmen langsam zu. Wenn Sie an sich selbst oder Ihrem Partner Anzeichen für Schwerhörigkeit bemerken, sollten Sie schnell handeln, denn gut hören ist auch weiterhin möglich.

Ein weiterer Punkt, der es für viele problematisch macht, sich eine Beeinträchtigung einzugestehen, ist die vorherrschende Meinung, nur ältere Menschen seien von einem Hörverlust betroffen. Natürlich möchte niemand alt wirken! Ab der Lebensmitte – circa dem 40. Lebensjahr – steigt das Risiko für eine Hörminderung enorm und viele Menschen bemerken etwa in diesem Alter erste Hörprobleme. Es ist also keineswegs eine Alterserscheinung.


Das Vorurteil - Hörgeräte bringen nichts

Hörgeräte helfen gar nicht - das Vorurteil hält sich hartnäckig. Aber wie kam es dazu? Noch vor einigen Jahren waren Hörgeräte klobige Haken, die hinter das Ohr geklemmt wurden und nur eine minimale Verbesserung des Hörvermögens bewirkten: Groß, hässlich und unbequem zu tragen. Wenn dann ein Nachbar oder Bekannter auch noch erzählte, dass die „Dinger“ nicht einmal etwas brächten und sogar teuer seien, dann war das Vorurteil perfekt.

Ein häufig auftretendes und für die Ohren schmerzhaftes Problem waren bei früheren Hörgeräten Rückkopplungen. Kaum wurde beispielsweise ein guter Freund umarmt, gab das Hörgerät den schrillen Rückkopplungston von sich. Dieses Problem wird heutzutage erfolgreich unterbunden.

Auch der Irrglaube, man müsse die Ohren nur weiter „trainieren“, hält sich weiterhin. Viele Betroffene meinen, dass sie durch ein Hörgerät ihren Hörsinn „verwöhnen“ würden und das Gehör so von einer technischen Hilfe abhängig wird. Das ist jedoch Unsinn. Der Hörsinn regeneriert sich nicht von selbst. Wenn einmal ein Hörschaden besteht, wird er nicht von selbst wieder weggehen und er lässt sich auch nicht „weg trainieren“. Ein Hörgerät ist häufig die einzige Hilfsmöglichkeit. Durch die Technik wird der Betroffene nicht geheilt, aber es wird das Leben mit dem Hörverlust erleichtert.

Mein Hörgerät hat für mich folgende Bedeutung: Es ist schön, die Aussagen von Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen wieder richtig zu verstehen.
– Stephen, 54 Jahre, GEERS-Kunde aus Niedersachsen

 

Moderne Hörgeräte - Digital ist besser

Frühere analoge Hörgeräte hatten einen großen Kritikpunkt: Verzerrungen und Störsignale ließen sich nie ganz vermeiden. Aber mit Einzug der digitalen Technik konnten Negativ-Merkmale von Hörgeräten überwunden werden: Rückkopplungen und Störgeräusche werden vermieden, Sprache wird verstärkt. Die digitalen Geräte erkennen verschiedene Hörsituationen automatisch und passen sich ihnen an.

Moderne Hörgeräte funktionieren durchweg mit digitaler Technik und unterstützen die Träger so dank zahlreicher Funktionen in vielen Bereichen des Lebens. Sie haben alle die gleiche Aufgabe: Sie sollen akustische Informationen besser hörbar und leichter verständlich machen. Die meisten Geräte verstärken besonders den Schall in dem Frequenzbereich, der für Sprache und das Sprachverstehen maßgeblich ist. Dieser Bereich liegt zwischen 500 und 4.000 Hertz (Hz).

Schall, der beispielsweise mit 50 Dezibel (dB) auf Ihr Ohr trifft und dort nicht gehört wird, kann auf 80 dB, 100 dB oder bei Bedarf noch deutlich mehr verstärkt werden. Dabei wird nicht jeder Ton um exakt denselben Betrag lauter, sondern die jeweilige Spanne wird individuell vom Hörakustiker eingestellt. Das ist die individuelle Anpassung des Hörgeräts, die das Hören mit modernen Hörgeräten so komfortabel macht.

Einen kleinen Nachteil gibt es auch bei digitalen Hörgeräten: Wegen der umfangreichen Verarbeitung der akustischen Signale kann es zu leichten Durchlaufverzögerungen kommen. Da jedoch die restlichen Vorteile überwiegen, haben digitale Hörgeräte die analogen Vorfahren fast vollständig vom europäischen Markt verdrängt.

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Externe Zusatzgeräte

Hörgeräte bewirken wesentlich mehr als eine bloße Erhörhung der Lautstärke. Gerade durch das automatische Erkennen von und die Anpassung an verschiedene Hörsituationen finden Nutzer auch die Freude an gesellschaftlichen Anlässen oder Theateraufführungen wieder.

Mit zusätzlich angeschlossenen Hörsystemen kann der Einsatz von Hörgeräten erweitert und die Verständlichkeit gesprochener Sprache noch erhöht werden. Vor allem bei Vorträgen, Aufführungen, im Kino oder Theater kann es sinnvoll sein, die Tonsignale so direkt aufs Hörgerät und ins Ohr zu übermitteln. Dabei werden störende Umgebungsgeräusche, die es in größeren Menschenmengen immer gibt, am effektivsten ausgeblendet.

Folgende Systeme gibt es:

Bluetooth-Übertragung
Viele Hörgeräte der höheren Preislagen sind mit Bluetooth-Empfängern ausgestattet. Damit lassen sich die Signale von Mobiltelefonen oder Audio-Geräten direkt aufs Hörgerät und damit ins Ohr übertragen. So können Sie ohne umgebungsbedingte Verzerrungen mobil telefonieren oder Musik hören.

FM-Anlagen zur drahtlosen Signalübertragung
Frequenzmodulierte Funksignale werden vor allem in Konferenzräumen oder Veranstaltungsstätten eingesetzt. So kann bei lauter Umgebung oder schlechter Akustik Sprache selektiv übertragen werden. Der Empfang der Signale geschieht entweder über eine Empfängerelektronik, die auf das Hinter-dem-Ohr-Gerät aufgesteckt wird oder über einen zusätzlich am Körper getragenen FM-Empfänger.

Induktive Höranlagen
Wenn das Hörgerät des Nutzers zur Nutzung mit einer „Telefonspule“ ausgestattet ist, können so störungsfrei Audiosignale, beispielsweise in Kinos und Theatern, empfangen werden.

Infrarot-Hörhilfen
Diese Zusatzgeräte können Tonsignale von Audio-Geräten oder Mikrofonen übertragen. Infrarotlicht überträgt die Signale von einem Sender zum Empfänger, welcher das Infrarotsignal direkt am Ohr wieder in Schallwellen umwandelt.

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