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Funktionsweise von Hörhilfen

Es gibt tausende verschiedene Hörgeräte – alle hier zu beschreiben, würde den Rahmen sprengen. Daher wollen wir Ihnen die wichtigsten Arten vorstellen und einige allgemeine Informationen mit an die Hand geben.

Wie funktionieren Hörgeräte?
Die unterschiedlichen Geräte verstärken eintreffende Schallwellen und leiten sie über einen Lautsprecher an das Trommelfell. Von dort gelangen sie über das Mittelohr zum Innenohr und werden dort umgewandelt und an den Hörnerv weiter geleitet.

Was leisten Hörgeräte?
Dank der modernen, digitalen Technik leisten Hörgeräte heute mehr als nur „Töne lauter zu machen“. Die kleinen Hightech-Helfer können – dank mehrerer Kanäle – Töne unterscheiden, sie filtern und in angepasster Lautstärke wiedergeben.

Warum müssen Hörgeräte individuell angepasst werden?
Hörgeräte – fertig – Hören? Ganz so einfach ist es meist nicht! Ein Audiologe oder Hörgeräteakustiker hilft Ihnen, die Schallübertragung digital einzustellen und das Hörgerät an Ihre individuellen Hörbedürfnisse anzupassen. Dazu ist in der Regel eine gewisse Zeit nötig, um das Gerät und all seine Einstellungen zu testen. Für Einsteiger kann ein gezieltes Hörtraining, Audiotraining genannt, hilfreich sein, um mit der Hörhilfe zurecht zu kommen und einzelne Geräusche besser zu erkennen.

Neue moderne Hörgeräte sind digitale Geräte, die mit einem programmierbaren Signalprozessor – einem Mikrochip – ausgestattet sind. Analoge Varianten haben ausgedient und sind weitestgehend vom Markt verschwunden. Unabhängig davon, ob digital oder analog, sind ihre wichtigsten Teile gleich geblieben:

  • winzige Mikrofone, die per Funk den Schall aufnehmen
  • Verstärker und bei den digitalen Geräten ein Signalprozessor (Mikrochip), der den Schall verarbeitet und verstärkt
  • Miniatur-Lautsprecher (Hörer), dessen Töne das Trommelfell zum Schwingen bringt und so den Schall hörbar machen
  • Stromversorgung

Wussten Sie schon?
Eine Audiotherapie oder ein Hörtraining sind Zusatzangebote, die es Betroffenen ermöglichen, die Folgeerscheinungen ihrer Hörminderung zu kompensieren. Dazu wird ein Therapieplan erarbeitet, der Sie im Umgang mit dem Hörverlust umfassend unterstützt – er bietet Hilfe zu Selbsthilfe.

Wirkprinzipien verschiedener Hörhilfen

Es gibt nicht einfach nur Hörgeräte, sondern eine Vielzahl von Hörhilfen. Diese lassen sich nach ihren Wirkprinzipien gruppieren. Grundsätzlich lassen sich Hörgeräte und Implantate unterscheiden. Hörgeräte sollen in erster Linie den Schall verstärken, während Implantate direkt im Hörorgan wirken. Was für Sie am besten geeignet ist, wird Ihr Arzt mit Ihnen klären. In den meisten Fällen einer normalen Altershörminderung sind Hörgeräte das Mittel der Wahl.

  • Hörgeräte …
    … verstärken den Schall, ehe er auf das Trommelfell trifft. Er wird lauter und reizt so die noch funktionsfähigen Hörzellen im Innenohr.
  • Aktive Mittelohrimplantate …
    … wirken direkt auf die Gehörknöchelchen im Mittelohr oder ersetzen diese sogar. Dadurch gelangt der Schall in das intakte Innenohr.
  • Knochenleitungshörgeräte …
    … verstärken auch den Schall, leiten ihn aber auf den Schädelknochen. Dessen Vibration setzt die Flüssigkeit in der Hörschnecke in Bewegung und reizt so die Hörzellen.
  • Hirnstamm-Implantate …
    … ersetzen das Innenohr und den Hörnerv. Der Schall wird in elektrische Signale umgewandelt und unmittelbar an die entsprechenden Hörzentren des Gehirns (den Hirnstamm) gesendet.
  • Cochlea-Implantate …
    … überbrücken bei schwerem Hörverlust Außen- und Mittelohr und ersetzen die defekten Hörzellen in der Hörschnecke (Cochlea). Das Implantat wandelt den Schall in elektrische Impulse um und reizt direkt den Hörnerv.

Ihre Mitarbeit ist gefragt

Bei der Frage nach den Wünschen an ihr Hörgerät steht für Betroffene die einfache Handhabung ganz oben und kommt gleich nach einem natürlichen Klang und der Spracherkennung. Gerade ältere Menschen haben möglicherweise Scheu vor der Technik und wollen nichts kaputt machen. Keine Angst - Sie müssen gar nicht so viel selbst tun! Viele Einstellungen übernimmt der Hörgeräteakustiker für Sie.

Es gibt Automatikhörgeräte, bei denen Sie fast nichts einstellen müssen, außer die Batterien zu wechseln. Bei anderen Geräten können Sie die Lautstärke regulieren, aus mehreren Programmen wählen und nach Bedarf die Telefonspule dazuschalten oder sich mit anderen Geräten (Smartphone, MP3-Player, etc.) vernetzen.

Was müssen Sie also leisten – an Mitarbeit?

  • Batterien wechseln
    Hörgeräte haben einen relativ hohen Stromverbrauch, häufig weil die digitalen Geräte auch viele Funktionen erfüllen. Außerdem sind die Batterien natürlich oft sehr klein und müssen deshalb häufiger gewechselt werden. In der Regel arbeiten Hörgeräte mit umweltfreundlichen Zink-Luft-Batterien. Diese müssen aber einige Minuten „atmen“, nachdem Sie sie aus der Verpackung genommen haben. Sonst arbeiten sie nicht optimal.

Spar-Tipp
Da Sie Batterien selbst zahlen müssen, kann der häufige Wechsel leicht ins Geld gehen. Aber es gibt Möglichkeiten, zu sparen, indem Sie beispielsweise Schnäppchen im Internet bestellen. Auch der Fachhandel bietet immer wieder Sonderangebote oder Rabatte, wenn Sie größere Mengen kaufen. Welche Batterien Sie benötigen, erkennen Sie leicht an der Farbgebung der Verpackung und der aufgedruckten Typenziffer.

  • Ein- und Ausschalten
    Frühere Hörgeräte hatten einen Kippschalter oder ein Rädchen zum Ein- und Ausschalten. Heute schalten sich die meisten Geräte von selbst ein, sobald das Batteriefach geschlossen wird. Wenn Sie Ihre Hörgeräte weglegen, beispielsweise über Nacht, sollten Sie also darauf achten, dass das Batteriefach leicht geöffnet ist, damit sich die Lebensdauer Ihrer Batterie nicht unnötig verkürzt.
  • Lautstärke einstellen
    Moderne Hörgeräte regulieren meist die Lautstärke automatisch. Allerdings gibt es – je nach Modell – auch die Möglichkeit, selbst zu regulieren. Meist kann jedoch nur bis zu einer gewissen Grenze lauter gestellt werden, um das Gehör nicht noch weiter zu schädigen. Auch durch die Programmauswahl kann mehr oder weniger Lautstärke eingestellt werden.
  • Einstellungen wählen
    Viele Hörgeräte arbeiten nicht immer mit dem Mikrofon, sondern können bestimmte Signale direkt aus dem Telefon oder eine Induktionsschleife empfangen. Dazu benötigen Sie eine Telefonspule (T-Spule), die häufig erst vom Akustiker aktiviert werden muss. Danach wählen Sie Ihr Programm M (=Mikrofon), T (T-Spule) oder beides M/T. Manche digitalen Geräte können bereits automatisch zwischen diesen Einstellungen wechseln.
  • Programmwahl
    Die meisten Hörgeräte stellen verschiedene Verstärkungs-Programme zur Verfügung, die auf bestimmte Hörsituationen abgestimmt sind, zum Beispiel für Gespräche in leiser Umgebung, in lauter Umgebung oder für Musik. Diese Programme richtet der Hörgeräteakustiker speziell für Ihre Bedürfnisse ein – sie sind nicht vorgegeben. Manchmal wird beispielsweise auch ein Programm zum Telefonieren mit der T-Spule belegt. Wie viele Programme zur Verfügung stehen, hängt von Ihrem Gerät ab – meist reichen drei bis vier.
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Digitale Steuerung

Die digitale Steuerung der Hörgeräte sorgt für einige Vorteile:

  • Die Anpassung an individuelle Hörbedürfnisse erfolgt äußerst genau am Computer.
  • Die ankommenden akustischen Signale werden intelligent verrechnet und so Störgeräusche oder Rückkopplungen unterdrückt.
  • Die Hörgeräte erfassen Ihr Nutzungsverhalten und lassen sich dementsprechend anpassen (Datalogging genannt).

Manche Hörgeräte lernen auch dazu. Sie merken sich Ihre Vorlieben und erkennen so, welcher Schall für Sie nützlich ist und welcher unterdrückt werden soll. Bei vielen modernen Hörgeräten kommunizieren das linke und das rechte Gerät miteinander: So „verfolgen“ sie einen Sprecher, der von links nach rechts geht und dieser bleibt für den Nutzer gleich gut zu hören.

Die drahtlose Kommunikation zwischen den Hörgeräten hat besonders für Menschen den Vorteil, die auf einem Ohr sehr schlecht oder gar nicht hören. Auf der „schlechten“ Seite kann ein Mikrofon den Schall aufnehmen und zum Hörgerät auf der anderen Seite übertragen. Dadurch wird eine Ansprache von beiden Seiten wieder möglich. Früher mussten dafür die beiden Hörgeräte mit einem Kabel verbunden sein.

Weitere Vorteile bietet die digitale und kabellose Technik in Bezug auf den Empfang von Signalen von anderen technischen Geräten wie Fernseher, Handy, oder Computer.

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