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Hören und Verstehen ist zentral für unser tägliches Leben. Das Gehör ist der Schlüssel zur Kommunikation, löst Emotionen aus und warnt Menschen vor Gefahren – sogar im Schlaf. Doch was passiert wenn die Eltern, Freunde oder der eigene Partner zunehmend schwerhörig werden? Nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für Familie und Freunde ändert sich der Alltag. Hier erfahren Sie, wie Sie die ersten Anzeichen einer Schwerhörigkeit bei Ihrem Gegenüber erkennen, was Sie dann tun sollten und wie sie fortan mit der Situation umgehen können.

Auf welche Anzeichen für einen Hörverlust sollten Sie achten?

Eine Schwerhörigkeit entwickelt sich oftmals schleichend und wird sehr häufig zunächst von den Angehörigen des Betroffenen wahrgenommen. Umso wichtiger ist es, dass Sie auf folgende Warnsignale achten.

Ihr Angehöriger:

  • neigt sich in Gesprächen immer mit einer Seite zu Ihnen herüber
  • bittet Sie zunehmend oft Gesagtes zu wiederholen
  • spricht zunehmend lauter
  • schaltet TV oder Radio immer lauter
  • ist oft sehr gestresst und müde
  • reagiert nicht wenn Sie ihn außer Sichtweite ansprechen
  • isoliert sich und nimmt nicht (mehr) gerne an Veranstaltungen in größeren Gruppen teil
  • reagiert kaum auf Geräusche in hohen Tonlagen (Vögelgezwitscher, Kindergeschrei)

Was können Sie dann tun?

Sollten einige der oben beschrieben Anzeichen auf Ihren Familienangehörigen oder Freund zutreffen, ist es ratsam schnell zu handeln um schlimmere mögliche Folgen wie Demenz, soziale Isolation und Frust zu vermeiden. Der erste Schritt um die Hörprobleme in den Griff zu kriegen ist ein Hörtest, den Sie beim Hörakustiker oder einem HNO-Arzt machen lassen können. Dort wird das Hörvermögen beider Ohren bestimmt, um festzustellen ob wirklich eine Hörminderung vorliegt und welche Ursache diese hat. In den meisten Fällen kann ein (altersbedingter) Hörverlust durch ein Hörgerät ausgeglichen werden. Hörgeräte sind heutzutage extrem leistungsstark, klein, unauffällig und ermöglichen schwerhörigen Menschen wieder erheblich besser hören zu können.

Tipp: Bieten Sie Ihrem Angehörigen doch an, ihn/sie zum Hörtest zu begleiten.
Studien belegen, dass sich Personen dann wohler fühlen, was eine positive Wirkung auf das Endergebnis haben kann. Zudem zeigt es ihm/ihr wie wichtig Ihnen die Beziehung ist.

Besonders wichtig ist es zudem, zu verstehen, dass eine Schwerhörigkeit, die Notwendigkeit eines Hörgerätes und der gesamte Prozess dahinter für den Betroffenen selbst am schwierigsten sind und einen großen Einschnitt in sein/ihr Leben bedeuten können. Stärken Sie ihm/ihr also den Rücken und zeigen Sie sich geduldig. Denn auch wenn Ihr Angehöriger sich für ein Hörgerät entschieden hat, kann es anfangs zu Problemen kommen. Das Gehirn muss sich erst wieder an das Hören gewöhnen und lernen das Gehörte auch zu verarbeiten. Das kann einige Zeit benötigen und fällt Schwerhörigen nicht immer leicht.

Tipps für den Alltag

Menschen kommunizieren tagtäglich miteinander. Für Schwerhörige kann das aber auch schnell zur Herausforderung werden. Gerade in einem lauten Umfeld kann es vorkommen, dass es für Betroffene selbst mit Hörgerät schwieriger ist Gesprächen zu folgen (das hängt natürlich auch immer von der Art des Hörgerätes und der Stärke der Schwerhörigkeit ab). In solchen Situationen können Sie das Problem reduzieren indem Sie folgende Tipps befolgen:
  • Sprechen Sie langsam und deutlich
  • Nutzen Sie kurze und klare Sätze und verzichten Sie weitestgehend auf viele Schachtelsätze.
  • Wenden Sie Ihr Gesicht beim Sprechen Ihrem schwerhörigen Gegenüber zu. So geben Sie ihm/ihr die Möglichkeit weitere Informationen durch Lippenlesen oder das Deuten Ihrer Mimik zu erlangen.
  • Seien Sie geduldig und wiederholen Sie das Gesagte nochmal wenn Sie nicht verstanden wurden.
  • Greifen Sie zu Zettel und Stift um besonders wichtige Themen unmissverständlich zu kommunizieren.
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