Überblick

Bei Ihnen wurde ein Hörverlust festgestellt. Der nächste Schritt ist die Auswahl einen geeigneten Hörgerätes, doch die Auswahl ist groß und oftmals sind die Übergänge zwischen den Preisstufen fließend. Wie soll man sich da richtig entscheiden. Im Normalfall werden Sie bei Ihrer Entscheidung durch unsere Experten im Fachgeschäft eingängig beraten.

Die Empfehlungen richten sich hier im Prinzip nach drei Faktoren:
  1. die Stärke Ihres Hörverlustes. Diese entscheidet oftmals ziemlich einschlägig, welche Geräte überhaupt für Sie in Frage kommen. Bei sehr starken Hörverlusten kann dann ein Nulltarifgerät bereits ausgeschlossen werden, da hier die Leistung nicht für ein Optimales Ergebnis sorgen kann. Das heißt allerdings nicht, dass Nulltarif-Hörgeräte grundsätzlich schlechter sind als andere Geräte, auch wenn ihnen dieser Ruf oftmals vorauseilt. Wir werden hierauf noch einmal genauer eingehen.

  2. Ihre Wünsche und Bedürfnisse für das Hörerlebnis. Jeder Mensch hat unterschiedliche Bedarfe, die sich mit dem Alter auch verändern können. So benötigt ein Jugendlicher, der viel Sport treibt oder sehr aktiv ist ganz andere Eigenschaften bei einem Hörgerät, als ein Berufstätiger, der viele Meetings besucht oder ein Rentner, der gerne in Ruhe zu Hause seine Zeitung ließt, aber vielleicht die Oper liebt. Um eine genaue Einschätzung geben zu können, müssen sich unsere Hörakustiker einen Eindruck von Ihrem Tagesablauf verschaffen und hier auch Hobbies wie Musik hören oder Wandern einbeziehen. Scheuen Sie sich also nicht, hier länger auszuholen. Nur so, kann der Berater am Ende eine fundierte Vorauswahl treffen.

  3. der Preis. Sicherlich spielt am Ende auch immer eine Abwägung im Preis-Leistungsverhältnis eine Rolle. Seien Sie hier ganz ehrlich und scheuen Sie sich nicht Ängste zur Finanzierung anzusprechen. Wir bieten verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten an, aber nicht für jeden ist das die Lösung.

Was sind die Mindestanforderungen an ein Hörgerät?

Hörgeräte sind Medizinprodukte, die sich jedoch durch Zusatzfunktionen oder Zubehör immer mehr zu Lifestyle-Geräten weiterentwickeln. In erster Linie sind es jedoch hochtechnische Apparate, die dem Zweck dienen, einen Hörverlust auszugleichen. Bei gesetzlich Versicherten zahlt daher auch die Krankenkasse einen Teil der Anschaffungskosten. Zahlungsfreie Geräte erhalten Sie bei Hörakustikern, nach Vorlage einer HNO-Verordnung, somit für eine Rezeptgebühr von lediglich 10,- €* pro Hörgerät (einseitig).

Ausstattung von Nulltarifgeräten
Der günstige Preis sagt nur wenig über die Qualität der Geräte aus, denn Krankenkassen sind gesetzlich dazu verpflichtet, einen festgelegten Mindeststandard zu finanzieren. Kriterien umfassen hier bereits ein Vorhandensein von Digitaltechnik, mindestens 4 Kanäle mit 3 Hörprogrammen sowie Rückkopplungsunterdrückung, als auch eine Störschallunterdrückung. Dank modernster Technik sind aber auch die Kassengeräte dezent und hochwertig verarbeitet, um einen komfortablen Sitz zu bieten. Der Unterschied zu zuzahlungspflichtigen Geräten liegt dann zumeist nur noch in der Konnektivität und der Leistungsstärke. Für das Fernsehen, das Telefon oder Alarmanlagen (z.B. Feuermelder oder Klingel) gibt es eine Auswahl an Zusatzgeräten, die das Leben erleichtern. Auch im zuzahlungsfreien Preissegment bietet GEERS übrigens Hinter-dem-Ohr- und auch Im-Ohr-Hörlösungen an.

Für wen eignen sich Kassengeräte am besten?
Am besten geeignet sind Nulltarif-Geräte daher für Personen mit einem leichten bis mittelgradigen Hörverlust sowie moderaten Anforderungen an die Gehörsituationen. Das heißt im Detail, eine Verbesserung des Sprachverstehens in ruhigen Umgebunden, wie zu Hause und Gesprächen mit maximal einem Gesprächspartner.

Welche Vorteile bietet mir ein Zuzahlungsgerät?

Sie sind immer noch sehr aktiv, sei es sportlich oder sozial, lieben klassische Musik und haben auch sonst gerne mehr Möglichkeiten ihr Leben individuell zu gestalten oder ein Kassengerät deckt Ihren Hörverlust nicht ab? Dann benötigen Sie wahrscheinlich ein Komfortgerät, bei dem Sie die preisliche Differenz zum Nulltarif-Gerät selbst tragen müssen. 

Was genau bedeutet eigentlich mehr Komfort?
Hier geht es nicht nur um verschiedene Technikstufen, die sich unter anderem auf das Leistungsniveau des Gerätes beziehen, sondern auch auf die Zusatzausstattung. Das können zum Beispiel mehr Kanäle sein, also feinere Frequenzabstimmung, oder auch zusätzliche Programme bedeuten, die Ihnen für verschiedene Hörsituationen zur Verfügung stehen. Aber auch die Kopplung der Hörgeräte mit anderen technischen Geräten, wie dem Handy oder dem Fernseher sind hier möglich. Diese Funktionen können Sie je nach Modell per Knopdruck am Hörgerät selbst oder mit Hilfe einer Handy-App steuern. Einige Geräte erkennen die Hörsituation automatisch und wechseln dann zum richtigen Programm. 

Solche Features haben nicht nur den Vorteil von mehr Individualisierung, sondern bieten im Alltag auch mehr Sicherheit. Beim Autofahren haben Sie die Hände frei und beim Fernsehen und Musikhören leidet der Partner oder Besuch nicht unter einer übertriebenen Lautstärkeeinstellung.

Gibt es weitere gravierende Unterschiede?
In höheren Preisklassen haben Sie außerdem die Wahl zwischen Batterie-Geräten und Modellen mit Akku-Technologie. Hörgeräte mit Akkus kosten zwar in der Regel mehr in der Anschaffung, ersparen Ihnen dann jedoch Folgekosten für Batteriewechsel nach 2-3 Tagen. Lassen Sie sich hier im Zweifel die Anschaffungskosten für Akkus einer Batterieversorgung gegenüberstellen. Da Sie erst nach sechs Jahren wieder Anspruch auf den Kassenzuschuss haben, rentieren sich oft die Einmalkosten gegenüber dem Batterieverbrauch.

Wie entstehen die unterschiedlichen Preise?

Folgende Faktoren beeinflussen den Preis von Hörgeräten in unterschiedlichen Technik- und Leistungsstufen:
  • technische Ausstattung
  • Zusatz-Funktionen
  • Bauform (IdO/HdO)
  • Services
Die von Akustikern angegebenen Preise beinhalten also nicht nur das Hörgerät selbst, sondern auch die Preise von Serviceleistungen für zum Beispiel die Beratung, Wartungen (Reinigung) oder kleinere Reparaturen. Hörgeräteakustiker kalkulieren ihre Angebote so, dass alle anfallenden Einstellungs- und Servicearbeiten im jeweiligen Angebotspreis enthalten sind. Der Angebotspreis spiegelt also nicht nur den Anschaffungspreis wieder, sondern beinhaltet auch Serviceleistungen die die gesamte Nutzungsdauer von üblicherweise sechs Jahren betreffen. Schwerere Reparaturen sind bei den Kassengeräte oft mit abgedeckt. Bei Zuzahlungsgeräten ist die Technik jedoch teurer und aufwendiger verbaut, daher fallen  Zusatzkosten an. Diesen können Sie allerdings durch eine Hörgeräteversicherung vorbeugen.

Warum sind Hörgeräte im Internet so viel günstiger?
Hörgeräte im Internet oder über Discounter scheinen oft günstiger. Zu bedenken ist allerdings, dass diese Geräte nicht durch die Krankenkassen bezuschusst werden können. Im Prinzip verschenken Sie also bares Geld.

Hörgeräte aus dem Internet enthalten in der Regel nur kleine Gummischirmchen als Ohrpassstück. Damit kann man die Geräte zwar auch nutzen, sie bieten aber lange nicht den Komfort und Nutzen, den ein maßgefertigtes Passstück abdeckt. Diese wiederum fertig jedoch nur ein Akustiker an. Je stärker der Hörverlust, umso nötiger kann auch eine passende Otoplastik sein, um den Gehörgang vor unerwünschten Geräuschen besser abzuschirmen. Ein Hörakustiker kann hier auch zwischen unterschiedlichen Materialien wählen und so zum Beispiel stark schwitzende Ohren, kleine Gehörgänge oder Allergien ausgleichen. 

Ein weiterer großer Nachteil ist die fehlende persönliche Beratung, wodurch Sie möglicherweise ein Gerät nutzen, welches Ihren Hörverlust nicht vollständig ausgleichen kann oder im schlimmsten Fall für eine Verschlechterung des Hörvermögens sorgt. Einige Anpassungen lassen sich bei modernen Geräten aus der Ferne steuern, bei vielen Feineinstellungen ist jedoch ein kontrolliertes Umfeld, wie eine eingerichtete Hörkabine nötig.

Wie bei einem Arzt kann bei manchen Problemen das persönliche Gespräch sinnvoll sein. Hierfür sollten Sie die Möglichkeit nutzen, sich den Berater Ihres Vertrauens selbst auszusuchen und sich durch Online-Anbieter nicht an irgendjemand Beliebigen verweisen lassen.

Fazit

Überlegen Sie sich gut, worauf Sie vielleicht verzichten könnten und was absolut unverzichtbar ist. Vielleicht reicht ein Nulltarif-Gerät dann vollkommen für Ihren Bedarf aus. Sollten Sie aufgrund der Stärke Ihres Hörverlustes ein teureres Gerät benötigen, können Sie immer noch versuchen, dies bei der Krankenkasse geltend zu machen.

Wenn Sie jedoch einfach mehr Komfort wünschen, müssen Sie Mehrkosten in Kauf nehmen. Dafür können Sie sich aber immer frei entscheiden. Wie bei Highend-TV-Geräten oder einer besseren Fahrzeugausstattung bedingt mehr Inhalt eben auch mehr Zuzahlung.

Wenn Sie sich unsicher sind, machen Sie den direkten Vergleich im Fachgeschäft und hören Sie in zwei unterschiedliche Geräte rein. Mehr als zwei Geräte sollten Sie allerdings nicht unbedingt in der Endauswahl haben, denn sonst wird der direkte Vergleich oft zu schwierig und man kann sich an feine Unterschiede nicht mehr erinnern. Grundsätzlich möchten die Berater hier aber auch keine Begehrlichkeiten wecken. Fragen Sie also ganz bewusst nach, wenn Sie bereit wären sich umstimmen zu lassen und ein Gerät testen möchten, dass Sie vielleicht vorher aus Budgetgründen ausgeschlossen hatten.
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