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Hörgerät, Teil- oder Vollimplantat? Wiederhören ist vielfältig!

05/09/2017
Julia
Hörgerät, Teil- oder Vollimplantat? Wiederhören ist vielfältig!

Hörverlust ist nicht gleich Hörverlust: Die Ursachen für Schwerhörigkeit können sehr unterschiedlich sein. Ebenso verschieden sind die Möglichkeiten, um den Hörverlust auszugleichen oder das Gehör (teilweise) wiederherzustellen. Die entsprechende Technik hat sich in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt. So gibt es neben den klassischen Hörgeräten, die immer kleiner und dabei leistungsfähiger werden, auch die Möglichkeit zu Teil- oder Vollimplantaten.

Vollimplantat – das unsichtbare Hörgerät

Im Gegensatz zu konventionellen Hörgeräten sitzen bei nicht sichtbaren Vollimplantaten sowohl das Mikrofon als auch die Elektronik und der Akku unter der Kopfhaut. Ein Beispiel hierfür ist ein System namens „Carina“, welches das Uniklinikum Dresden vor kurzem in ihr Versorgungsprogramm aufgenommen hat. Umgebungsgeräusche werden über das Mikrofon aufgenommen und an den Soundprozessor gesendet. Dort angekommen wird das akustische Signal in ein elektrisches übersetzt, über einen Signalgeber in mechanische Vibrationen umgewandelt und auf die kleinen Gehörknöchelchen Amboss, Hammer und Steigbügel übertragen.

Unterschied zum Teilimplantat

Bei teilimplantierten Hörgeräten liegen nicht alle Teile unter der Haut oder im Knochen. Direkt im Ohr implantiert wird nur der Signalgeber. Das Mikrofon sowie der Prozessor und Akku liegen außerhalb des Körpers. Häufig eingesetzt wird beispielsweise das „Soundbridge“-System, das im Mittelohr – ähnlich wie das „Carina“-System – mit einem Schwingkörper arbeitet, der die Bewegung des Schalls, welche vom Mikrofon aufgenommen und vom Soundprozessor umgewandelt werden, auf die Gehörknöchelkette überträgt.

Eines der bekanntesten Teilimplantate ist das Cochlea-Implantat, das bei hochgradiger Innenohrschwerhörigkeit oder Taubheit eingesetzt wird. Der Unterschied zu anderen Teil- oder Vollimplantaten besteht darin, dass es das natürliche Hörsystem, also Gehörknöchelchen und Cochlea (Hörschnecke) komplett umgeht. Stattdessen überträgt eine Elektrode die Hörimpulse direkt auf den Hörnerv.

Implantate werden in der Regel dann eingesetzt, wenn an der Schwerhörigkeit sowohl Innen- als auch Mittelohr beteiligt sind. Ebenso wie bei herkömmlichen Hörgeräten müssen sich die Patienten auch an ein Implantat gewöhnen und das Hören neu lernen, da die übertragenen Reize nicht den natürlichen entsprechen. Aufgrund des unter der Haut liegenden Mikrofons werden nämlich bei Vollimplantaten auch Geräusche wie Kauen, Haare kämmen oder Pulsschlag lauter übertragen.

Im ersten Schritt: Herkömmliches Hörgerät

Teil- oder Vollimplantate kommen nicht für jeden Betroffenen oder jede Art von Schwerhörigkeit in Frage. Bevor ein derartiger Eingriff in Betracht gezogen wird sollten zunächst herkömmliche Hörgeräte mit Luftleitung ausprobiert werden. Bei diesen Hörsystemen sitzt die Elektronik meist hinter dem Ohr, wo Geräusche aufgenommen, digital verarbeitet und verstärkt über einen Hörer als Schallsignal in den Gehörgang weitergegeben werden. Auch hier hat sich die Technik in den vergangenen Jahren enorm verbessert: Die Hörhilfen werden immer kleiner, obwohl sie mehr Technik beinhalten und leistungsfähiger sind. Sie arbeiten außerdem digital und können teilweise bereits über entsprechende Apps auf dem Smartphone gesteuert werden.

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