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Gartenplatz mit Liegestuhl,Buch und Cocktail: © Johanna Mühlbauer / stock.adobe.com Foto © Johanna Mühlbauer / stock.adobe.com

Dem Fernweh entgehen

Normalerweise wären Sie jetzt auf dem Weg in den Osterurlaub? Nicht nur aktuell gibt es immer wieder Dinge, die einem einen Strich durch die Rechnung machen und dann kommt plötzlich das Fernweh. Doch was ist eigentlich Fernweh und wie kann man ihm entgehen? Wir haben für Sie die Antwort und auch direkt ein paar praktische Lösungsansätze. Mit unseren Tipps und Tricks, lässt sich die Zeit ganz gut überbrücken, bis es wieder auf Weltreise geht.

Was ist Fernweh?

Wikipedia bringt es auf den Punkt: „Fernweh beschreibt die menschliche Sehnsucht, vertraute Verhältnisse zu verlassen und sich die weite Welt zu erschließen. Das Wort „Fernweh“ steht im wörtlichen Gegensatz zu Heimweh, der Sehnsucht nach der Heimat“. Meist kommen diese Gefühle auf, wenn Routinen und fehlende Abwechslung den Alltag bestimmen. Es fällt einem sprichwörtlich „die Decke auf den Kopf“. Das ist gleichzusetzen mit Langeweile und dem Gefühl von innerer Unruhe. Man weiss einfach nichts mit sich anzufangen und sucht nach einer Lösung, um aus dem „Hamsterrad“ auszubrechen.

Menschen sind von Natur aus neugierig und entdeckerlustig, wenngleich diese Charaktereigenschaft nicht bei jedem gleich ausgeprägt ist. Erkenntnisgewinn sorgt jedoch schon seit Jahrtausenden für Fortschritt und Wandel. Langeweile und Stillstand stehen diesem unterbewussten Prozess im Weg. Wir wollen und brauchen Neuigkeiten und Veränderungen, damit wir nicht das Gefühl haben, dass bereits alles wichtige in unserem Leben passiert ist.

Die Entdeckerlust oder Neugier spornt uns an und genau hier kann man ansetzen, um Fernweh zu lindern. Ein Allheilmittel gibt es allerdings nicht. Damit sich das Fernweh nicht unterbewusst in Schlaflosigkeit und Stress entwickelt, der Ihnen dann auf die Ohren schlagen könnte, schauen wir uns im Folgenden an, was Abhilfe schaffen kann.
 

Was hilft bei Fernweh?

Nicht für jeden wird es die passende Lösung geben, denn jeder hat andere Gründe für Fernweh und nicht alle Ursachen lassen sich so ganz einfach von zu Hause aus beheben. Wie bei Medikamenten und Therapien wird also auch nicht jeder Tipp bei jedem funktionieren. Am besten Sie testen einfach aus, was Ihnen am besten hilft das Fernweh auszublenden.

Viele Kleinigkeiten können allerdings schon helfen den Alltag zu durchbrechen. Das fängt bereits bei der Morgenroutine an. Oft genug kann man sich am Ende gar nicht mehr erinnern, ob man etwas vergessen hat oder wie man eigentlich zur Arbeit gekommen ist, weil das Gehirn einfach auf Automatik gestellt hat. Gehen Sie morgens also einfach mal Dinge anders an, als Sie es sonst tun würden. Das kann dem Gehirn helfen in Schwung zu kommen und Lust auf den Tag machen. 
  • Abläufe ändern
Machen Sie einfach mal alles in einer etwas anderen Reihenfolge zum Beispiel beim Anziehen. Zuerst die Socken, dann die Wäsche oder zuerst das Shirt und dann die Hose. Beim ersten Versuch merkt man richtig, wie man ins Stocken gerät. Weitere Schritte können beim Frühstück folgen, dem Gang zum Bäcker oder der Fahrt zur Arbeit. Wer Zeit hat, sollte andere Wege austesten. Vielleicht entdeckt man dann nicht nur eine super Alternative, sondern weckt auch seinen Entdeckersinn.
  • Umgebung erkunden
Auch wenn es aktuell nur eingeschränkt möglich ist. Es gibt in fast jedem Bundesland tolle Rad- und Wanderwege, aber auch das Verlegen des Spaziergangs an neue Standorte kann schon zum gewünschten Ergebnis führen. Entdecken Sie Stadt, Land und Fluss ganz neu. Denn allzu oft werden heimische Wahrzeichen oder öffentliche Plätze, die man direkt vor der Tür hat, ausgeblendet, frei nach dem Motto: „das läuft ja nicht weg“. Halten Sie schöne Momente als Foto fest, wie Sie es im Urlaub auch tun würden und merken Sie sich aktuell geschlossene aber neuentdeckte Ziele für einen späteren Besuch vor. Das kreiert Vorfreude.
  • Ein Stück Lieblingsland
Mit ein wenig Kreativität und Disziplin, können Sie sich sogar Ihr Reiseziel ins Wohnzimmer holen. Nutzen Sie die Zeit und lernen Sie ein paar Sätze für die nächste Reise in der jeweiligen Fremdsprache oder kochen Sie exotische Gerichte am heimischen Herd nach. Musik aus dem Ausland kann man übrigens auch über das Radio empfangen. Genauso gut lassen sich aber auch Bücher in einer Fremdsprache lesen oder mit Geschichten, deren Handlungen sich im Reiseland abspielen. Diese können einen förmlich in die beschriebene Welt entführen.  Beim Filmeabend lassen sich Filme zudem in einer anderen Sprache anschauen, vorausgesetzt, Sie verfügen über genug Sprachkenntnisse (sonst kann auch ein Untertitel als Unterstützung dienen).
  • Reiseplanung
In der Tat kann auch die Planung einer Reise, auch wenn Sie vielleicht noch in der Ferne liegt, eine Maßnahme zur Ablenkung sein. Hier geht es also darum, sich mit dem Reiseziel oder – Zielen mehr auseinanderzusetzen. Starten Sie zum Beispiel mit einem Sparschwein. Alles, was Sie sonst an Ausgaben für Freizeitaktivitäten verbrauchen, können Sie für Ihren Urlaub nutzen. Bereits nach kurzer Zeit wird sich eine beachtliche Summe ansammeln, die Sie dann im Urlaub für Ausflüge nutzen können. Lesen Sie sich in Themen rund um das Lieblingsland ein und zwar nicht nur anhand vom Reiseführer. Machen Sie daraus eine Art Recherche (Reisblogs durchklicken, News des Landes verfolgen etc.), das erleichtert das Erstellen und Priorisieren von To Do’s für den Urlaub und Sie können nachher den Mitreisenden eine ganze Menge über das Land erzählen. Wenn Sie noch kein konkretes Reiseziel haben, erstellen Sie so eine Art “Bucket-List“ von Orten, die Sie noch sehen möchten (Buchempfehlung „1000 Orte, die man vor dem Tot gesehen haben muss“).
  • Frühjahrsputz
Entrümpeln Sie Ihr zu Hause und schaffen Sie Raum für Neues. Das Sortieren und Ordnen hilft gegen innere Unruhe und befreit von Altlasten. „Minimalismus“ ist ein aufkommender Lebensstil, bei dem bewusst verzichtet wird, um dem Wichtigen Platz einzuräumen. Man muss hier natürlich nicht gleich radikal vorgehen. Aber ein aufgeräumter Kleiderschrank, sortierte Unterlagen und endlich den Keller wieder betreten zu können, ohne das einem etwas entgegen kommt, kann stressreduzierend wirken und somit wiederum glücklich machen. Sich von Gegenständen zu trennen fällt oftmals schwer. Fangen Sie daher mit Dingen an, die Sie aufgehoben haben, weil sie irgendwann mal nützlich sein könnten, denn das sind Dinge, die meist überflüssig sind und die Sie vermutlich im Alltag gar nicht vermissen werden. Falls Ihnen das noch zu aufregend ist, dann sortieren Sie Fotos vom letzten Urlaub, löschen die Speicherkarten oder gestalten Sie ein Fotobuch. So können Sie noch einmal in Erinnerungen schwelgen und gleichzeitig Platz für neue Fotos machen.
  • Wohlfühlzone
Minioasen wirken wahre Wunder. Auch wenn es nur eine kleine Ecke ist, kann ein Rückzugsort oder das Umdekorieren helfen, den Alltag auszublenden und abzuschalten. Wohnzimmer, Lesezimmer, Badezimmer, Balkon oder Garten können dafür geeignete Plätze sein. Das Arbeitszimmer eher nicht, denn da soll ja keine Ablenkung erfolgen. Optische Unterstützung bieten Pflanzen, Poster, Landkarten oder Flaggen, gerahmte Fotos und Farbakzente oder Urlaubsmitbringsel wie Muscheln oder Sand. Auch leise Geräusche oder Musik aus dem jeweiligen Land können helfen, sich vollkommen fallen zu lassen und in wenig zu Träumen.
Aber Achtung, bitte alle Übungen, die direkt mit Urlaub zu tun haben, nur im Akutfall nutzen, sonst können Sie auch Fernweh auslösen. Am besten eignen sich also Aktivitäten, die erst einmal nichts mit Planung oder Erinnerungen zu tun haben, sondern Ihre Neugier und Entdeckungslust anregen. Also raus vor die Tür und einfach mal die Augen für die Umgebung offen halten.
 
Wir wünschen ruhige entspannte Ostern. Bleiben Sie gesund!