Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis): Ursachen, Symptome & Behandlung

Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis): Ursachen, Symptome & Behandlung
8 Min.
Erscheinungsdatum: 5. November 2024
Datum der letzten Überarbeitung: 8. September 2026
Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis) bezeichnet die Hörminderung, die vermehrt ab dem 50. Lebensjahr auftritt. In Deutschland ist jede fünfte Person zwischen 65 und 74 Jahren betroffen. Bei den 55- bis 64-Jährigen sind es immerhin noch 14%. Es handelt sich um eine Schwerhörigkeit im Innenohr, die anfangs vor allem die hohen Frequenzen betrifft und oftmals beidseitig auftritt. Wir haben für Sie alles Wissenswerte zum Thema Presbyakusis zusammengefasst.

Das Wichtigste in Kürze
- Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis) ist eine meist schleichende, altersbedingte Hörminderung, die häufig ab dem 50. Lebensjahr beginnt und beide Ohren betreffen kann.
- Typische Symptome sind Schwierigkeiten beim Sprachverstehen, besonders bei Hintergrundgeräuschen, häufiges Nachfragen und Probleme beim Hören hoher Töne.
- Die häufigste Ursache sind altersbedingte Veränderungen im Innenohr. Auch Lärm, Erkrankungen und genetische Faktoren können eine Presbyakusis begünstigen.
- Ein Hörtest kann eine Hörminderung frühzeitig erkennen. Eine fachärztliche Untersuchung hilft zudem, andere mögliche Ursachen auszuschließen.
- Hörgeräte können den Hörverlust ausgleichen, das Sprachverstehen verbessern und Betroffenen helfen, wieder aktiver am Alltag und an Gesprächen teilzunehmen.
Was sind die ersten Anzeichen für Altersschwerhörigkeit?
Ein Hörverlust kann sich auf verschiedenen Wegen ankündigen. Wenn Sie folgende Situationen kennen, könnten auch Sie an Presbyakusis leiden:
- Sie haben Schwierigkeiten, Unterhaltungen in einem lauten Umfeld zu verstehen
- Sie haben den Eindruck, dass Ihr Gesprächspartner nuschelt
- Andere sagen, dass Ihr Fernseher und Radio zu laut eingestellt sind
- Sie überhören Telefon- und Türklingeln
- Naturgeräusche wie Vogelzwitschern oder andere hohe Töne nehmen Sie kaum noch wahr
- Sie überhören Haushaltsgeräusche wie das Surren Ihres Kühlschranks
- Sie empfinden tiefe Töne wie z.B. Straßenlärm als sehr laut

Wenn Sie eines dieser Symptome bei sich bemerken, sollten Sie einen Hals-Nasen-Ohrenarzt bzw. eine -Ärztin oder einen Hörgeräteakustiker bzw. eine -akustikerin in Ihrer Nähe aufsuchen, um abzuklären, ob eine Hörminderung vorliegt und welche Ursache diese hat. Ein Online-Hörtest kann erste Hinweise geben, ob eine ausführliche Untersuchung empfehlenswert ist. Presbyakusis entwickelt sich in der Regel schleichend und es kann lange dauern, bis Betroffene sie bemerken. Je früher sie jedoch behandelt wird, desto höher die Erfolgsrate. Oftmals geht Schwerhörigkeit zusätzlich mit Ohrengeräuschen (Tinnitus) einher. Auch dann sollten Sie professionelle Hilfe aufsuchen.
Wie entsteht Altersschwerhörigkeit?
Meistens sind normale körperliche Verschleißerscheinungen im zunehmenden Alter der Hauptgrund für altersbedingte Schwerhörigkeit. Die feinen Haarsinneszellen in unserem Ohr, welche für unser Hören unabdingbar sind, werden immer dann in Schwingung versetzt, wenn Schall (also Töne) auf sie einwirken. Wenn die Lautstärke (= die Schwingung) jedoch zu groß wird, werden diese Haarzellen beschädigt und können sich nicht mehr regenerieren. Die Konsequenz ist, dass Betroffene schlechter hören. Neben dem natürlichen Abnutzungsprozess gibt es weitere Faktoren, die eine Altersschwerhörigkeit begünstigen können:
- Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen
- Lärm
- Genetische Faktoren/ familiäre Veranlagung
- Nikotin-Konsum
- Bluthochdruck
- Diabetes
Manchmal steckt hinter dem Hörverlust aber auch eine ganz harmlose Ursache wie zum Beispiel ein Ohrenschmalzpfropf (Cerumen). Durch unsachgemäße Reinigung der Ohren mit Wattestäbchen kann das Ohrenschmalz ungewollt zum Trommelfell gedrückt werden, wodurch die Hörleistung erheblich verringert werden kann. Dabei gibt es andere Möglichkeiten, ein verstopftes Ohr zu lösen und Ohren zu reinigen. Der Pfropf sollte dann von Spezialisten der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde entfernt werden. Auch Krankheiten wie eine Mittelohrentzündung (Otitis media), Morbus Menière oder ein Hörsturz können Hörstörungen hervorrufen, weshalb ein Hörverlust immer mit einem Spezialisten abgeklärt werden sollte.
Welche Folgen hat eine unbehandelte Schwerhörigkeit?
Die Folgen eines unbehandelten Hörverlusts betreffen vor allem den zwischenmenschlichen Bereich. Da oftmals das Sprachverstehen eingeschränkt ist, werden Unterhaltungen schwierig bis unmöglich. Das kann bei schwerhörigen Menschen Frust und Scham hervorrufen, sodass sie sich zunehmend zurückziehen. Folgen sind möglicherweise:
- Einsamkeit durch soziale Isolation
- Depressionen
- Angststörungen
- Muskelverspannungen
- Kopfschmerzen & Müdigkeit
- Erhöhter Blutdruck

Presbyakusis kann sich also negativ auf die Lebensqualität der Betroffenen auswirken, die geistige Fitness beeinträchtigen und sollte daher dringend behandelt werden. Ein passende Hörversorgung kann hier Abhilfe schaffen. Bei einer diagnostizierten Altersschwerhörigkeit stellen moderne Hörgeräte die wichtigste Behandlungsoption dar. Neben der individuellen Anpassung und technischen Ausstattung spielen für viele Betroffene auch finanzielle Aspekte eine Rolle. Informationen zu Krankenkassenzuschüssen, Eigenanteilen und Technikstufen finden Sie in unserer Übersicht zu Hörgerätekosten.
Schwerhörigkeit – wie damit umgehen?
Mit einer Altersschwerhörigkeit sollte man sich nicht abfinden: Hörgeräte können helfen und sind heutzutage moderne und leistungsstarke Geräte mit vielen nützlichen Funktionen. Sie verbessern die Lebensqualität von Menschen mit Hörverlust und ermöglichen es, wieder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Kann man einer Altersschwerhörigkeit vorbeugen?
Ein gesunder Lebensstil und das Vermeiden von lauten Geräuschen kann helfen, einem altersbedingten Hörverlust vorzubeugen. Hilfreich ist es unter anderem:
- Lärm zu meiden und/oder einen Gehörschutz zu tragen
- Auf Nikotinkonsum zu verzichten
- Eine gesunde Ernährung einzuhalten
- Bei kaltem Wetter eine Mütze zu tragen (bei Neigung zu Ohrentzündungen)

Bei weiteren Fragen rund um Ihr Hörvermögen sind Sie herzlich zur kostenlosen Beratung bei GEERS eingeladen: wir haben für alle Ihre Anliegen ein offenes Ohr, denn Gutes Hören ist wichtig – für Menschen jeden Alters!
Hinweis zur Ohrengesundheit
Die Inhalte auf dieser Website wurden sorgfältig erstellt und dienen der allgemeinen Information über Themen rund um Hören und Ohrgesundheit. Sie können jedoch keine persönliche medizinische Beratung oder Untersuchung ersetzen. Wenn Sie Beschwerden am Ohr, Hörprobleme oder andere gesundheitliche Fragen haben, wenden Sie sich bitte an eine Hals-Nasen-Ohren-Ärztin oder einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt beziehungsweise an qualifiziertes medizinisches Fachpersonal. Die Hörgeräteakustikerinnen und Hörgeräteakustiker von GEERS beraten Sie zusätzlich gerne rund um Hörtests, Hörlösungen und moderne Hörgeräte.

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