Tinnitus: Arten, Ursachen & Behandlung

Tinnitus: Arten, Ursachen & Behandlung
23 Min.
Erscheinungsdatum: 21. Oktober 2024
Datum der letzten Überarbeitung: 10. Februar 2026
Millionen von Menschen leiden unter lästigen Ohrgeräuschen, die auch als Tinnitus bezeichnet werden. In vielen Fällen hält das Ohrensausen nur kurzfristig an, manchmal tönt es aber auch über Monate oder gar Jahre. Auf dieser Tinnitus-Ratgeberseite gehen wir auf die Symptome, die unterschiedlichen Arten und Ursachen sowie auf Behandlungsmöglichkeiten von Tinnitus ein und geben einen Überblick für Betroffene und deren Angehörige.
Das Wichtigste in Kürze:
• Tinnitus = Symptom, keine Krankheit: Ohrgeräusche wie Klingeln, Rauschen oder Brummen entstehen ohne äußere Schallquelle und gehen häufig mit Hörverlust einher.
• Viele mögliche Ursachen: Häufige Auslöser sind Lärm, Stress, Hörsturz, altersbedingte Schwerhörigkeit, Medikamente, Kiefer- oder Nackenprobleme sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
• Unterschiedliche Formen & Dauer: Es gibt verschiedene Arten (z. B. subjektiv, objektiv, pulssynchron, musikalisch) sowie akuten, subakuten und chronischen Tinnitus.
• Frühe Abklärung ist entscheidend: Hält das Ohrgeräusch länger als 24 Stunden an, sollte eine HNO-Abklärung erfolgen, um Ursachen zu klären und Chronifizierung zu vermeiden.
• Behandlung & Alltag helfen spürbar: Bewährt haben sich Tinnitus-Retraining, Klangtherapie, Hörgeräte mit Noiser sowie Stressreduktion, Schlaf, Bewegung und Gehörschutz.

Was ist Tinnitus?
Tinnitus wird häufig als "Klingeln im Ohr" bezeichnet, die Geräusche können jedoch sehr unterschiedlich sein. Auch ein Zischen, Rauschen, Summen oder Klicken kann im Ohr ertönen. Es gibt keine einheitliche Definition, aber im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass Menschen mit Tinnitus ein Geräusch wahrnehmen, das für andere nicht hörbar ist, weil es keine äußere Quelle gibt. Somit ist Tinnitus ein Phantomgeräusch ohne externe Schallquelle und seine Entstehung im Innenohr und Gehirn gibt der Wissenschaft noch immer Rätsel auf. Fest steht nur: Es handelt sich nicht um eine Erkrankung, sondern um ein Symptom. Sehr häufig geht Tinnitus mit einem Hörverlust einher. Bei ca. 80 % der Betroffenen besteht auch eine Schwerhörigkeit.
Das Klingeln im Ohr kann in jedem Alter auftreten und betrifft ca. 15 % der Bevölkerung, aber ältere Erwachsene im Alter von 60 – 69 Jahren sind am häufigsten betroffen1.

Symptome bei Tinnitus
Es ist wichtig, Anzeichen für Tinnitus frühzeitig zu erkennen, damit er nicht zu einer ernsthaften oder dauerhaften Erkrankung wird. Auf die folgenden Symptome sollten Sie achten:
Wie stark die Tinnitus-Symptome ausgeprägt sind, variiert von Fall zu Fall. Bei einigen treten die Geräusche nur vorübergehend auf, während sie bei anderen ein chronisches Problem darstellen können.
Ursachen und Risikofaktoren von Tinnitus
Für manche Menschen ist ihr Tinnitus kaum wahrnehmbar, für andere sind die Ohrgeräusche jedoch unerträglich. Und obwohl sich die Wissenschaft ausgiebig mit den Arten und möglichen Ursachen von Tinnitus befasst hat, gibt es kein Heilmittel.
Klar ist jedoch eines: Ein Tinnitus ist weder eine Halluzination noch eine eingebildete Krankheit. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie Ihre Ohren von einem Arzt oder einer Ärztin untersuchen lassen oder Ihrem Hörakustiker oder Ihrer Hörakustikerin einen Besuch abstatten. Er oder sie kann zum Beispiel feststellen, ob Ihr Gehör geschädigt ist oder ob es andere mögliche Ursachen für Ihre Ohrprobleme gibt.
Einige der häufigsten Ursachen sind:
- Übermäßige Lärmbelastung
- InnenohrerkrankungenDurch ein Knalltrauma, einen Hörsturz oder Altersschwerhörigkeit kann im Innenohr die Ursache für einen Tinnitus entstehen.
- Verstopfung des Gehörgangs (z. B. durch Ohrenschmalzablagerungen) oder der Nase bzw. Druck in den Nebenhöhlen
- Stressbedingter Tinnitus kommt in der heutigen Zeit sehr oft vor
Schallempfindungsschwerhörigkeit (altersbedingt oder lärmbedingt)
- Bestimmte verschreibungspflichtige Medikamente, z. B ototoxische Medikamente (Antirheumatika, Antibiotika)
- Funktionsstörungen des Kiefergelenks
- Schädel-Hirn-Trauma (SHT)
- Verletzungen am Kopf oder Hals
- Chronische Nackenmuskelzerrung
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Ein Tumor, der auf die Arterien in Hals und Kopf drückt
Aber auch andere Erkrankungen können die Ursache für Tinnitus sein:
- Gleichgewichtsstörung wie die Méniére-Krankheit, Otosklerose
- Stoffwechselstörungen, wie Hypothyreose
- Psychiatrische Erkrankungen, wie Depressionen und Angststörungen
- Autoimmunerkrankungen, wie Borreliose
- Blutgefäßerkankungen, wie Bluthochdruck
- Tumorbedingte Erkrankungen wie das Aukustikusneurinom (sehr selten)
Obwohl die Liste möglicher gesundheitlicher Probleme im Zusammenhang mit Tinnitus recht lang ist, bedeutet ein Klingeln im Ohr nicht automatisch, dass Sie eine der oben genannten Erkrankungen haben. Deshalb ist es wichtig, Ihre HNO-Ärztin bzw. Ihren HNO-Arzt aufzusuchen, um einen Tinnitus-Test zu machen und Ihr Gehör untersuchen zu lassen. Wenn es ihm oder ihr gelingt, die Ursache des Tinnitus herauszufinden, können die Beschwerden gezielt behandelt werden.
Arten von Tinnitus
Obwohl es schwierig ist, genau zu sagen, wie viele Menschen gelegentlich oder dauerhaft ein unerklärliches Klingeln, Rauschen oder Brummen im Ohr hören, ist das Problem weit verbreitet. Während der pauschale Begriff "Ohrensausen" den Eindruck erweckt, dass jeder das Problem auf dieselbe Weise erlebt, gibt es in Wirklichkeit viele verschiedene Arten von Tinnitus:
Ein Tinnitus kann für kurze Zeit auftreten und wieder verschwinden, aber auch mehrere Monate lang bleiben – oder ein Leben lang. Die Medizin unterscheidet daher auch drei Formen in Bezug auf die Dauer des Tinnitus:
- Akuter Tinnitus: Besteht weniger als drei Monate und hört oft spontan wieder auf. Gegebenenfalls kann hier eine Behandlung mit Medikamenten helfen.
- Subakuter Tinnitus: Tritt innerhalb von drei bis zwölf Monaten immer wieder auf. Medikamentöse Behandlung und/oder Entspannungsübungen können zu einer Besserung führen.
- Chronischer Tinnitus: Die Beschwerden bestehen länger als zwölf Monate und klingen nur selten ohne therapeutische oder medikamentöse Maßnahmen ab.
Auch wenn die Ursachen noch nicht vollends geklärt sind, gibt es Erfahrungswerte und laufende Informationen aus der Wissenschaft. Und daher auch bestimmte Auslöser, die die Entstehung von Tinnitus begünstigen:
Arztbesuch, Diagnose & Untersuchung bei Tinnitus
Plötzlich auftauchende, störende Ohrgeräusche verschwinden in den meisten Fällen wieder von allein. Oft reicht es, sich und seinem Gehör eine Ruhepause zu gönnen. Doch was tun, wenn das Pfeifen oder Rauschen im Ohr einfach nicht aufhört?
Die beste Information und Hilfe bekommen Sie beim HNO-Arzt oder Ihrer HNO-Ärztin. Die HNO-Untersuchung bei Tinnituspatientinnen und patienten ist auf die Bedürfnisse von Menschen mit Ohrgeräuschen abgestimmt. Neben einem Anamnesegespräch wird auch ein Hörtest durchgeführt, weil Tinnitus oft mit einem Hörverlust einhergeht. Je nach Form und Schweregrad werden in der HNO-Praxis ein individueller Behandlungsplan erstellt und entsprechende Therapiemaßnahmen eingeleitet.

Wichtig: Wenn das Ohrgeräusch länger als 24 Stunden anhält, sollten Sie einen Experten aufsuchen. Denn je früher Sie bei einem akuten Tinnitus aktiv werden, desto besser sind Ihre Heilungschancen. Und desto eher können Sie einen chronischen Tinnitus vermeiden.
Die beste Information und Hilfe bekommen Sie beim HNO-Arzt oder Ihrer HNO-Ärztin. Die HNO-Untersuchung bei Tinnituspatientinnen und patienten ist auf die Bedürfnisse von Menschen mit Ohrgeräuschen abgestimmt. Neben einem Anamnesegespräch wird auch ein Hörtest durchgeführt, weil Tinnitus oft mit einem Hörverlust einhergeht. Je nach Form und Schweregrad werden in der HNO-Praxis ein individueller Behandlungsplan erstellt und entsprechende Therapiemaßnahmen eingeleitet.
Falls Sie sich vor Ihrem Arzttermin noch online erkundigen möchten, haben Sie folgende Möglichkeiten
Bitte beachten Sie: Diese Online-Tests sind kein Ersatz für eine professionelle medizinische Diagnose – eine solche erfordert einen umfassenderen Ansatz. Vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrem HNO-Arzt oder Ihrer HNO-Ärztin und machen Sie die notwendigen Tests, um eine endgültige Diagnose zu erhalten.
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Rein medizinisch betrachtet ist Tinnitus nicht schädlich. Die permanente Lärmbelästigung kann jedoch mit der Zeit der Psyche zusetzen. Neben dem Einsatz von Medikamenten wird aktuell die Tinnitus-Retraining-Therapie eingesetzt.
Die drei Säulen der Tinnitus-Retraining-Therapie
Hörgeräte und Noiser
Neben der Retraining-Therapie könnte es auch sein, dass Ihr HNO-Arzt oder Ihre HNO-Ärztin ein Hörgerät mit Tinnitus-Noiser empfiehlt. Solche Hörgeräte haben eine doppelte Wirkweise: Sie gleichen den Hörverlust aus, damit der Patient äußere Geräusche wieder besser wahrnimmt, und sie lenken durch angenehme, positiv wahrgenommene Klänge vom lästigen Pfeifen oder Brummen ab. Tatsache ist: Etwa 80 Prozent der Tinnitus-Betroffenen leiden gleichzeitig an einem Hörverlust. Und oft hat das Ohrensausen genau die Frequenz, die der Patient am schlechtesten wahrnimmt.
Tinnitus-Behandlung durch Hörgeräte bei GEERS
Manche Arten von Tinnitus können mit Hörgeräten therapiert werden. Sogenannte Hörgeräte mit Tinnitus Noiser gleichen den Hörverlust aus, der bei vielen Menschen mit Tinnitus besteht, und überdecken gleichzeitig das lästige Ohrgeräusch. Lesen Sie hier weiter, wie Tinnitus mit Hörgeräten behandelt werden kann, oder vereinbaren Sie gerne einen Termin zum kostenlosen Erstgespräch in einem GEERS Fachgeschäft in Ihrer Nähe. Unsere Hörakustikerinnen und Hörakustiker freuen sich, Sie kompetent zu beraten.

Lebensstil: Vorbeugung und Tipps im Alltag mit Tinnitus
Sie können Tinnitus aber auch vorbeugen.
Hier haben wir einige Tipps zur Prävention von chronischen und akuten Ohrgeräuschen:
Und falls Sie bereits einen Tinnitus haben, haben wir selbstverständlich auch Tipps für Sie:
- Meiden Sie Stress und finden Sie eine Entspannungstechnik, die gut zu Ihnen passt (autogenes Training, Yoga, Tai-Chi oder Ähnliches).
- Hören Sie auf zu rauchen. Nikotin wirkt Tinnitus-fördernd.
- Achten Sie auf Ihre Ernährung. Und: Alkohol sollte nur in Maßen konsumiert werden.
- Leben sie aktiv und treiben Sie Sport. Körperliche Betätigung fördert den Stressabbau und lenkt von den Ohrgeräuschen ab.
- Schlafen Sie ausreichend. Ausgeschlafene Menschen nehmen einen chronischen Tinnitus weniger intensiv wahr.
- Wählen Sie Aktivitäten, die Ihnen Spaß machen! Das lenkt von den Ohrgeräuschen ab.
- Tragen Sie stets einen Gehörschutz, wenn Sie sich Lärm oder lauter Musik aussetzen.
Quelle
Fazit
Tinnitus ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein vielschichtiges Symptom mit unterschiedlichsten Ursachen, Ausprägungen und Verläufen. Entscheidend ist: Ohrgeräusche sind real, ernst zu nehmen und in den meisten Fällen behandelbar – auch wenn es kein universelles Heilmittel gibt. Eine frühzeitige Abklärung, insbesondere bei neu auftretendem oder anhaltendem Tinnitus, verbessert die Prognose deutlich und kann eine Chronifizierung verhindern.
Ein individueller Behandlungsansatz, der medizinische Abklärung, Hördiagnostik, gegebenenfalls Hörgeräteversorgung sowie begleitende Therapien und Lebensstilanpassungen kombiniert, hat sich als besonders wirksam erwiesen. Ebenso spielt der bewusste Umgang mit Stress, Lärm und allgemeinen Gesundheitsfaktoren eine zentrale Rolle.
Wer aktiv handelt, sich gut informiert und professionelle Unterstützung in Anspruch nimmt, kann lernen, den Tinnitus deutlich weniger belastend wahrzunehmen und die eigene Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Autor
GEERS
Bewertet von:
GEERSTinnitus mit Hörgerät und Noiser behandeln
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