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Der Arbeitsalltag gestaltet sich für Schwerhörige oftmals anstrengender und belastender als für Arbeitnehmer ohne Hörverlust. Woran das liegt, wie gut oder schlecht die Beschäftigten in Deutschland wirklich hören und welche Auswirkungen eine Hörbeeinträchtigung auf die Karriere haben kann erfahren Sie im Folgenden.

Schwerhörigkeit im Beruf – keine Seltenheit

Etwa 14 Millionen Deutsche sind schwerhörig. Unter ihnen sind viele Betroffene im arbeitsfähigen Alter. So haben, laut einer Studie aus dem Jahr 2018, knapp 10 Prozent aller 45-54 Jährigen eine Hörschädigung. Bei den 55-64 Jährigen sind es schon 14,3 Prozent. Und obwohl viele Berufe auch mit einer Hörschädigung ausgeführt werden können, kommt es immer wieder zu Problemen am Arbeitsplatz:
  • Laute Hintergrundgeräusche im Großraumbüro
  • Besprechungen mit vielen Mitarbeitern, die aus verschiedenen Richtungen durcheinander sprechen 
  • Telefonkonferenzen / Skype-Besprechungen 
  • Mittagspausen in der vollen Kantine
  • Missverständnisse mit Kollegen oder Vorgesetzen
  • ... 
Hörverlust
Insbesondere die Menschen mit einer unversorgten Hörbehinderung stoßen immer wieder auf Schwierigkeiten im Beruf. Etwa jeder Dritte aller Berufstätigen vermutet ein Hörproblem zu haben. Der Großteil von ihnen glaubt zudem, dass diese Hörschädigung sie in ihrer Arbeit beeinträchtigt. Und dennoch tragen nur 6 Prozent der deutschen Arbeitnehmer ein Hörgerät.  

Wie Hörgeräte helfen können

Hörverlust
Hörgeräte sind auch im Job mehr als nur technische Hilfsmittel – sie sind die Lösung vieler Probleme. Dank modernster Technik können Hörgeräte das Berufsleben deutlich erleichtern und auch den Stress der Betroffenen deutlich reduzieren. Denn nicht gut hören zu können ist anstrengend – nicht nur für den hörgeschädigten Arbeitnehmer, sondern auch für die Kollegen, die Gesagtes womöglich oftmals wiederholen müssen. Ein Hörgerät kann hier Abhilfe schaffen. In der EuroTrak Studie 2018 bestätigten 94 Prozent aller Hörgeräte-Träger, dass ihre Hörgeräte im Berufsleben hilfreich sind. Etwa 4 aus 5 hörgeschädigte Arbeitnehmer sagen zudem, dass sie dank der Hörgeräte problemlos an Meetings teilnehmen können. Und 77 Prozent können dank ihrer Hörhilfen wieder ganz normal arbeiten. 

Wenn auch Sie das Gefühl haben schlecht zu hören und im Büro öfter nachfragen müssen oder in Besprechungen nicht alle verstehen, sollten auch Sie über ein Hörsystem nachdenken. 
Ihr Weg zum besseren Hören: 

  • Jetzt Termin zum kostenlosen Hörtest vereinbaren
  • Hörtest und Beratungsgespräch durch unsere Hörakustiker
  • Testen der Hörsysteme im Alltag und in den verschiedenen Situationen auf der Arbeit
  • Finale Anpassungen und Hörgeräte-Kauf
  • Endlich wieder gut hören

Welche Auswirkungen hat ein Hörverlust auf die Karriere?

Eine Schwerhörigkeit wirkt sich oftmals genau dann negativ auf die Karriere aus, wenn die Hörminderung unentdeckt bzw. unbehandelt bleibt. Denn Hörgeschädigte haben öfter psychische und soziale Probleme als Normalhörende. Angstzustände, Depressionen, Burn-Out, das Gefühl der Überforderung und daraus resultierende gesundheitliche Probleme sind nur einige mögliche Folgen eines unversorgten Hörverlustes. Und genau das kann im Arbeitsleben zum Thema werden.

Hörverlust
Auch die immer schwierigere Kommunikation mit hörenden Kollegen kann Konsequenzen haben. Etwa jeder dritte Arbeitnehmer findet die Zusammenarbeit mit Kollegen mit einem schlechten Gehör schwierig. Auch hier kann es helfen die mögliche Hörschwäche von einem HNO-Arzt oder Hörakustiker untersuchen zu lassen und sich ggf. ein Hörgerät zuzulegen. Geht man dann offen mit der eigenen Hörschädigung um und weist das berufliche Umfeld auf das kleine Handicap hin, lassen sich viele Probleme oftmals entsprechend leicht aus der Welt schaffen. 

Was sind die Folgen für Arbeitgeber?

Auch für Unternehmen ist unversorgte Schwerhörigkeit ein großes Problem. Die Kosten für Produktionsausfälle wegen unversorgtem Hörverlust wurden in Deutschland im Jahr 2011 auf ca. 156 Millionen Euro geschätzt – Tendenz steigend.

Arbeitgeber müssen also reagieren und einige tun es auch schon. Etwa 12 Prozent der Arbeitgeber haben bereits Maßnahmen ergriffen, um das akustische Umfeld am Arbeitsplatz zu optimieren, um der geräuschbedingten Schwerhörigkeit vorzubeugen. 

Einer Studie nach kann eine Schwerhörigkeit zu geringerer Produktivität am Arbeitsplatz, mehr Krankheitstagen und einer geringen Lebensarbeitszeit führen. Im Jahr 2007 verursachten ärztliche Diagnosen im Bereich H90-H91 des ICD-10 (Diagnosen, die im direkten Zusammenhang mit einem Hörverlust stehen) 146.733 Arbeitsunfähigkeitstage.

Welche Rechte haben Hörgeschädigte im Job?

Hörgeschädigt ist nicht gleich hörgeschädigt.
Es gibt gehörlose Menscht, (spät)-ertaubte, und Menschen mit einer leichten, mittelgradigen oder schweren Schwerhörigkeit. Entsprechend dem Grad der Hörschädigung unterscheiden sich auch die Rechte und Bedürfnisse eines Arbeitnehmers. Grundsätzlich wird in Deutschland der Grad der Behinderung (GdB) in 10er Schritten gemessen. Demnach gibt es auch für Schwerhörige unterschiedliche Grade der Behinderung. Bei einer beidseitigen mittelgradigen Schwerhörigkeit (einem Hörverlust von 40-60 Dezibel) kann es mitunter einen GdB von 30 geben.
Betroffene können sich an die Schwerbehindertenvertretung sichern. Diese kann beratend tätig werden, wenn ein Antrag auf Anerkennung der Behinderung bei dem Versorgungsamt gestellt werden soll. 

 Die Anerkennung der Behinderung kann für den Betroffenen Vorteile haben: 
  • Erhöhter Kündigungsschutz. Eine Kündigung ist dann nur mit Zustimmung des Integrationsamtes möglich ( §85 SGB IX) 
  • Anrecht auf einen behindertengerechten Arbeistplatz 
  • Recht auf Inanspruchnahme eines Integrationsfachdienstes, zum Beispiel ein Gebärdendolmetscher für gehörlose Menschen, die der Gebärdensprache mächtig sind
  • Möglichkeit einer stufenweise Wiedereingliederung nach längerer Krankheit
Weitere Informationen zur Antragsstellung finden Sie hier.

Tipps im Umgang mit schwerhörigen Kollegen

Sie arbeiten mit einem hörgeschädigten Menschen zusammen und wissen nicht recht, wie sie mit dieser Person umgehen sollen? 

Mann mit Hörgerät und Frau unterhalten sich
Wir haben einige Tipps für Sie: 
  • Fragen Sie den Kollegen, ob Sie auf etwas bestimmtes achten sollen, um die Kommunikation zu erleichtern.
  • Versuchen Sie den Kollegen im Gespräch immer frontal anzuschauen, sodass dieser die Möglichkeit hat von ihren Lippen abzulesen.
  • Seien Sie geduldig und sprechen Sie möglichst deutlich.
  • Versuchen Sie die Geräuschkulisse im Büro/ am Arbeitsplatz möglichst gering zu halten.
  • Schreiben Sie Mails statt immer zu telefonieren. 
  • Versuchen Sie den Betroffenen sozial einzugliedern.
  • Vereinbaren Sie Gestiken, um zu signalisieren, ob Gesagtes verstanden wurde, oder nochmal wiederholt werden muss.

Tipps für Betroffene

Wir haben einige Tipps für Hörbehinderte im Berufsalltag: 
  • Seien Sie ihren Kollegen gegenüber offen und ehrlich.
  • Erklären Sie ihnen, was sie tun können, um erfolgreich mit ihnen kommunizieren zu können.
  • Helfen Sie ihnen ihre Beeinträchtugung zu verstehen und beantworten Sie ihre Fragen zum Thema Schwerhörigkeit.
  • Treffen Sie an Ihrem Arbeitsplatz Vorkehrungen, um die akustische Situation zu optimieren.
  • Informieren Sie die Teilnehmer von Besprechungen und bitten Sie sie deutlich zu sprechen und sie, wenn möglich, beim Sprechen anzuschauen. 
  • Nutzen Sie ihren Anspruch auf Unterstützung durch den Arbeitgeber. 
Besonders für Menschen, die erst im Laufe des Lebens eine Hörbehinderung entwickeln, ist die eigene Hörminderung ein schwieriges Thema – insbesondere beruflich. Oft ist es der Fall, dass man die Einschränkung verheimlichen möchte. Dabei hilft es meistens offen mit dem Thema Hören umzugehen.

Hörverlust

Vorsorge - so schützen Sie sich vor dem Berufslärm

In bestimmten Berufsgruppen ist eine Beeinträchtigung des Hörvermögens keine Seltenheit. Insbesondere im Handwerk und in der Bauindustrie ist das aufgrund der enormen Geräuschkulisse der Fall. In diesen Branchen ist Gehörschutz unverzichtbar und sogar vorgeschrieben. Die Berufsgenossenschaft legt hier genau fest welcher Gehörschutz sich besonders eignet, um das Gehör langfristig zu erhalten. 
Ab einer Lärmbelastung von 80 Dezibel muss der Arbeitgeber Gehörschutz zur Verfügung stellen. Ab einem Tages-Lärmexpositionspegel von 85 dB wird das Tragen des Gehörschutzes sogar Pflicht. 
Besonders gefährdet sind neben den Arbeitern auf Baustellen übrigens auch Musiker, Barkeeper, Mitarbeiter in der Flugzeugabfertigung aber auch Lehrer oder Kindergärtner.

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