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Hören und gehört werden – Auf der Straße

Die Situation

In diesem dritten Film aus der Reihe ‚Hören und gehört werden‘ erzählen wir Ihnen mehr über das Telefonieren und das Fernsehen. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie Florian auf der Straße einen Passanten nach dem Weg fragt.

[Filmbild mit Link zum Film]

Themen

Telefonate annehmen

Florian hat eine Lichtklingel, um zu sehen, dass das Telefon läutet. Ihr Hörakustiker informiert Sie, ob Sie Anspruch auf Unterstützung durch die Krankenkasse für eine solche Lichtsignalanlage haben.

Während des Telefonierens sucht Florian die richtige Position des Hörers zu seinem Hörgerät, um möglichst gut verstehen zu können. Beim Telefonieren fehlt dem Schwerhörigen das Mundbild des Sprechers am anderen Ende der Leitung. Wenn Florian daran zweifelt, ob er etwas richtig verstanden hat, wiederholt er das Gehörte: „Donnerstag sagten Sie?“. Das verhindert Missverständnisse.

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Richtig telefonieren

Das Telefonieren ist für viele Schwerhörige problematisch. Der Telefonhörer verursacht durch Rückkopplungen ein Pfeifen, wenn er ans Ohr gehalten wird. Und meistens befindet sich das Mikrofon des Hörgeräts nicht in dem im Ohr befindlichen Ohrpassstück, wodurch die akustischen Signale nicht gut weitergeleitet werden. Es ist also sehr wichtig, die Hörmuschel an das Mikrofon zu halten und eine Position zu finden, bei der kein Pfeifen erzeugt wird. Hier einige Tipps, die das Telefonieren erleichtern:

  • Halten Sie die Hörmuschel and das Mikrofon des Hörgeräts.
  • Kaufen Sie sich eine Fernbedienung mit Bluetooth für das Telefon.
  • Kaufen Sie sich ein Telefon mit Empfangsverstärker für zuhause oder für den Arbeitsplatz. Dabei handelt es sich um ein Telefon, das die akustischen Signale verstärkt wiedergibt. Ein Zweithörer für das andere Ohr kann ebenfalls dabei helfen, besser zu verstehen.
  • Für das Telefonieren in anderen Situationen/an anderen Orten kann ein separater Telefonverstärker mitgebracht werden, der am Telefon befestigt wird.
  • Es gibt Telefonhörer mit eingebauter Induktionsschleife, sodass die akustischen Signale über die T-Stellung des Hörgeräts aufgefangen werden können: das sogenannte Telefon für Schwerhörige.
  • Für Menschen, die taub oder hochgradig schwerhörig sind, gibt es ein Texttelefon.
  • Nutzen Sie alternative Kommunikationskanäle so wie Email. Dies geht auch sehr komfortabel über Tablets oder Smartphones. Email ist heute so wichtig wie früher das Fax.

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Hilfe beim Fernsehen

Für viele Schwerhörige ist es schwierig, Radio- und/oder TV-Programmen zu folgen. Florian verwendet Bluetooth, um den TV-Ton besser hören zu können. In diesem Fall mithilfe einer Fernbedienung, die er um den Hals trägt. Es gibt verschiedene Systeme zur Verstärkung – Ihr Hörakustiker hilft Ihnen gerne bei der Auswahl.

Untertitel sind für Schwerhörige sehr praktisch. Oft lassen sich diese über den Videotext einblenden. Viele deutsche Sender nutzen hierfür die Videotext-Seiten 150 oder 777. Prüfen Sie auch Ihre Fernsehzeitschrift. Häufig wird darin gekennzeichnet, welche Sendungen über den Videotext untertitelt werden können.

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Im Geschäft

Florian hat Appetit auf ein Brötchen. Er sieht eine Bäckerei, zögert aber, hineinzugehen. Dann sieht er einen Supermarkt und geht hinein, um sich ein Brötchen zu kaufen. Auf diese Weise kann er selbst entscheiden, was er will. Geschäfte, Kioske u. ä. sind für Schwerhörige problematisch, wenn es ums Zahlen geht. Manche, so wie Florian, entscheiden sich für den Supermarkt, weil sie dann den zu zahlenden Betrag im Kassendisplay sehen können. Andere bevorzugen den Tante-Emma-Laden, wo bekannt ist, dass der Kunde schlecht hört. Man kann natürlich auch mit Scheinen oder immer mit EC-Karte zahlen. Am einfachsten für Sie wird es aber, wenn Sie um Wiederholung des Gesagten bitten oder darum, es eventuell aufzuschreiben.

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Auf der Straße

Genau wie auf der Geburtstagsfeier herrscht auf der Straße viel Lärm. Das macht es für Schwerhörige schwierig. Besonders, wenn ein Gespräch geführt werden muss. Florian beschließt, einen Passanten nach dem Weg zu fragen. Der Passant erklärt ihm die Route, aber Florian versteht fast nichts. Das größte Problem bei dieser Konversation ist, dass Florian nicht darauf hinweist, dass er schwerhörig ist. Daher weiß der Passant auch nicht, dass er deutlich und in Florian‘ Richtung sprechen muss. Er hält sich sogar hin und wieder die Hand vor den Mund und ist irritiert, als Florian ihn ein wenig unbeholfen um eine Wiederholung bittet.

Das Gespräch mit der zweiten Person, die er anspricht, verläuft viel effizienter, weil er nämlich darauf hinweist, dass er schwerhörig ist. Der Mann zeigt Verständnis, spricht deutlich und macht außerdem Gebärden. Das hilft Florian, denn Gebärden unterstützen das Verstehen und das Lippenlesen. Gebärden geben zusätzliche Informationen über die Mitteilung, die der Sprecher übermitteln möchte. Dadurch wird die Sprache schneller und besser erkannt. Darauf sollte man achten, wie auch die Beispiele im Film zeigen.

Übrigens fällt auf, dass Florian selbst ebenfalls langsam und deutlich spricht. Wenn ein Schwerhöriger selbst mit gutem Beispiel vorangeht, wird auch der gut hörende Gesprächspartner dieses Verhalten übernehmen. Auch das erleichtert das Verstehen und das Lippenlesen.

Im Straßenverkehr spielt das Bestimmen der Richtung, aus der ein akustisches Signal kommt, eine sehr wichtige Rolle. Es ist alle wichtig, zu wissen, dass Schwerhörigkeit häufig mit der verminderten Fähigkeit zum Richtungshören einher. Guthörende müssen Rücksicht darauf nehmen und für Schwerhörige gilt: Genau hinsehen.

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PS Dies ist die 3. Folge der Reihe 'Hören und gehört werden'. Die Reihe umfasst 5 von der Freien Universität Amsterdam entwickelte Übungen und ist exklusiv für die Kunden von GEERS im 3S-Erfolgssystem verfügbar.

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