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Hören und gehört werden – Zeit für ein gutes Gespräch

In diesem ersten Film der Serie ‚Hören und gehört werden‘ wird eine häufig vorkommende Situation gezeigt: ein Gespräch mit einer Person in einer ruhigen Umgebung. In diesem Fall ein Gespräch mit dem Handwerker, zuhause in Florians Küche. Die Kommunikation verläuft an bestimmten Stellen schleppend. Ab und zu kommt es zu Missverständnissen und es entsteht eine Atmosphäre mit Unsicherheit und Frustration.

Was läuft falsch?

Der Handwerker weiß nicht, dass sein Kunde schwerhörig ist. Deshalb begreift er nicht, warum der Mann nicht auf die Klingel reagiert. Er beschließt, ihn anzurufen. Der Mann scheint erstaunt zu sein und der Handwerker ist ziemlich irritiert. Alles in allem kein guter Start.


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Was lässt sich verbessern?

Florian hätte bei der Vereinbarung des Termins bereits sagen können, dass er schwerhörig ist. Dann hätte der Handwerker nicht so irritiert reagiert, sondern Verständnis und Geduld bewiesen. Florian hört tatsächlich seine eigene Türklingel nicht. Da kann man nichts machen. Oder doch?

Durchaus. Es gibt nämlich Türklingelverstärker oder Türklingeln, die außer dem Signalton auch Lichtblitze abgeben. Lichtblitze im Zimmer machen dann darauf aufmerksam, dass jemand vor der Tür steht, der geklingelt hat. Abhängig von Ihrem Hörverlust unterstützt Sie hierbei auch Ihre Krankenkasse.

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Wie geht es weiter?

Nach der anfänglich etwas mühsamen Begrüßung sitzen sich die Männer schließlich gegenüber. Die Plätze sind gut gewählt. So kann Florian sehen, was der Handwerker sagt. Er schaut ständig auf dessen Mund. Das Mundbild zu sehen, hilft ihm beim Erkennen der Sprache: das sogenannte Lippenlesen oder besser gesagt das Ablesen der gesprochenen Sprache. Wenn Sie schwerhörig sind, ist es also immer wichtig, dass Sie einen geeigneten Sitzplatz wählen. Setzen Sie sich so, dass Sie das Gesicht des Sprechers gut sehen können.

Florian sieht dem Handwerker aufmerksam ins Gesicht, sodass das Lippenlesen einfacher ist.

  • Als Guthörender können Sie dafür sorgen, dass man Ihr Gesicht gut sehen kann. Setzen Sie sich deshalb möglichst dem Schwerhörigen gegenüber, damit Sie sich gegenseitig ansehen können. Das ist die optimale Position für die Kommunikation, weil sowohl das Hören als auch das Lippenlesen zur Anwendung kommen können.
  • Florian hat die Musik bewusst ausgeschaltet. Hintergrundlärm macht das Verstehen noch viel schwieriger. Schwerhörige können nur sehr schwer ein Gespräch aus dem Hintergrundlärm herausfiltern. Sorgen Sie deshalb möglichst dafür, dass der Hintergrundlärm ausgeschaltet ist.
  • Es gibt noch eine Möglichkeit, die der schwerhörige Florian hat, um besser hören zu können. Florian legt seine Hand hinter das Ohr. Indem Sie Ihre Hand hinter das Ohr legen, vergrößern Sie sozusagen Ihre Ohrmuschel und damit den Resonanzboden. Dadurch empfangen Sie die akustischen Signale besser. Probieren Sie es doch mal aus.

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Auch der Handwerker kann es besser machen

Florian strengt sich enorm an, die wortreichen Ausführungen des Handwerkers zu verstehen. Aber es gelingt ihm nicht. Der Mann sitzt zwar auf dem richtigen Platz, schaut aber ständig nach unten. Später steht er auf und spricht mit Florian, indem er ihm den Rücken zuwendet. So ist er noch schwerer zu verstehen.

Aber Florian muss sein Gesicht sehen, um Lippenlesen zu können. Dabei ist es wichtig, dass der Handwerker außerdem deutlich spricht: nicht zu schnell und deutlich artikuliert.

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Über das Lippenlesen

Die Praxis, aber auch Untersuchungen haben inzwischen gezeigt, dass das Lippenlesen für das Verständnis sehr hilfreich sein kann. Bei Schwerhörigen wird meistens in erster Linie das Hören und Verstehen durch ein Hörgerät optimiert. Aber auch das Lippenlesen ist sehr wichtig und somit ein wichtiger Aspekt bei der Rehabilitation von Schwerhörigen.

Beim Lippenlesen werden die Informationen des Mundbildes, die Mimik und die Körpersprache des Sprechers sowie der Kontext genutzt, in dem die Kommunikation erfolgt. Alle diese Informationen tragen zum Prozess des Unterscheidens, Erkennens und Interpretierens der Klangmuster in der Sprache bei.

Im Film zeigen wir Ihnen Beispiele, mit denen Sie das Lippenlesen üben können. Im letzten Teil des Films wird noch einmal deutlich, welche Folgen es haben kann, die Schwerhörigkeit nicht anzusprechen. Der Mann fühlt sich nicht ernst genommen, weil das Gespräch eigentlich umsonst gewesen ist. Es ist sehr wichtig, dass Sie Ihre Schwerhörigkeit ansprechen.

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Für den Kommunikationspartner

Im ersten Film wurde eine häufig vorkommende Situation gezeigt: ein Gespräch mit einer Person in einer ruhigen Umgebung.

Schwerhörige sind nicht taub. Sie können lautere akustische Signale zwar hören, aber sie zu verstehen, ist schwierig. Ein Gespräch verläuft nur gut, wenn sowohl der Schwerhörige als auch der Guthörende die richtige Einstellung haben und auf die „unsichtbare“ Behinderung Rücksicht nehmen.

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PS: Dies ist die 1. Folge der Reihe ‚Hören und gehört werden‘. Die Reihe umfasst 5 von der Freien Universität Amsterdam entwickelte Übungen und ist exklusiv für die Kunden von GEERS im 3S-Erfolgssystem verfügbar.

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