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Unerfreuliche Nebenwirkung: Schmerzmittel können Hörverlust begünstigen

02/28/2017
Mareike
Tabletten

Ob Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen oder Zahnschmerzen: Mit einer Tablette Paracetamol oder Ibuprofen lässt sich der Schmerz schnell eindämmen oder verschwindet ganz. Ab und zu eingenommen, sind diese Schmerzmittel kleine nützliche Helfer im Alltag. Über ihre Langzeitwirkung ist bisher noch nicht viel bekannt. Verschiedene Studien stellen jedoch immer wieder einen Zusammenhang her: Schmerzmittel können einen Hörverlust begünstigen.

Frauen und Männer betroffen

Eine Untersuchung von amerikanischen Forscher kam zu dem Ergebnis, dass Frauen, die Ibuprofen oder Paracetamol über einen Zeitraum von mehr als sechs Jahren immer wieder eingenommen hatten, ein um zehn Prozent erhöhtes Risiko für einen Hörverlust hatten, als Frauen, die solche Schmerzmittel nicht oder nur gelegentlich nahmen. Grundlage für diese Tendenz war die Auswertung der Daten von 54.000 Frauen am Brigham and Women’s Hospital, Boston.

Eine Langzeitstudie der Harvard Universität zeigte, dass auch Männer – vor allem unter 60 – von diesem Phänomen betroffen sein können. Sie werteten die Daten von 26.000 Männern aus, die sie über 18 Jahre hinweg immer wieder zu ihrer Gesundheit befragt hatten. Hier zeigte sich deutlich, dass Schmerz- und Entzündungshemmer wie Paracetamol und Ibuprofen das Risiko für einen Hörverlust steigern können – vor allem, wenn die Schmerzmittel regelmäßig über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.

Unterschiede bei Aspirin (ASS)

Dass die Einnahme von Aspirin, bzw. Acetylsalicylsäure (ASS), in hoher Dosierung das Innenohr schädigen und sogar Tinnitus auslösen kann, ist Forschern schon länger bekannt. Die Harvard-Studie zeigt jedoch, dass schon eine regelmäßige Einnahme bei Männern das Risiko für Hörschäden erhöht. Und das betrifft vor allem Männer unter 60: Ihr Risiko war gegenüber Gelegenheitsnutzern von Aspirin um über 30 Prozent erhöht.

Erstaunlich ist, dass sich dieses Ergebnis in der „Frauen-Studie“ von Dr. Gary Curhan vom Brigham and Women’s Hospital in Boston nicht findet: Bei der Auswertung der Daten fanden die Forscher keinen Hinweis darauf, dass die länger andauernde Einnahme von ASS in üblicher Dosierung negative Folgen für das Gehör der Frauen hat.

Gründe bisher nicht klar

Dass gängige, freiverkäufliche Schmerzmittel wie Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol einen Hörverlust begünstigen können, wenn sie über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, konnte bisher mehrfach gezeigt werden. Der einzige Nachteil: Einen genauen Grund dafür bzw. wie es zu der Nebenwirkung kommt, ist bislang leider nicht bekannt.

Eine mögliche Ursache könnte den Forschern nach die schlechtere Durchblutung der Cochlea, bzw. Hörschnecke, sein. Dadurch werden die Haarzellen in ihrer Funktion gehemmt und können Schallwellen nicht mehr richtig in elektrische Signale umwandeln. Ein anderer Erklärungsansatz ist, dass durch Schmerzmittel die Aminosäure Gluthation reduziert wird. Durch das Fehlen dieses Antioxidants wird die Hörschnecke anfälliger für Lärmschädigungen.

Auch, wenn die genauen Gründe nicht bekannt sind gilt dennoch, dass die Einnahme von Medikamenten immer wohlüberlegt sein sollte, besonders bei freiverkäuflichen Schmerzmitteln wie Paracetamol, Ibuprofen oder auch Aspirin.

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