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Schreibenlernen nach Gehör

09/26/2017
Ann-Kathrin
Schreibenlernen nach Gehör

Überall in Deutschland sind in den letzten Wochen die Sommerferien zu Ende gegangen und hat die Schule wieder begonnen. Für die Schülerinnen und Schüler der ersten Klassen ist es der Start in die Schullaufbahn und somit auch der Start ins Lesen- und Schreibenlernen. Doch wie funktioniert das eigentlich? Eines sei vorweg genommen: das Gehör spielt dabei eine wichtige Rolle.

Schreiben – aber auch Lesen – sind keine angeborenen Fähigkeiten, sondern müssen als Kulturtechniken erlernt werden. Zunächst wird dazu ein Bild mit einer Bedeutung verknüpft. Also, zum Beispiel, ein Stuhl hat vier Beine und man kann darauf sitzen. Im nächsten Schritt wird eine Verbindung zwischen Lauten und Schriftzeichen hergestellt.

Die Theorie des 2-Wege-Modells beschreibt zwei Lernwege: Der erste, direkte Weg des Lesens besteht aus dem unmittelbaren Zugriff auf ein Wortbild-Lexikon. Auch die Aussprache eines Wortes ist an dieser Stelle abrufbar. Der zweite, indirekte Weg beschreibt das buchstabenweise Erlesen eines Wortes, also das Übersetzen von Buchstaben oder Buchstabengruppen in Laute. Studien bestätigen, dass für das Lesen- und Schreibenlernen beide Wege wichtig sind.

„Schreiben wie man spricht“

Lernen ist immer ein Prozess, in dem auch Fehler passieren. Man kann das sehr schön beobachten bei Kindern, die sprechen lernen. Sie nehmen zunächst alles auf, was sie hören und geben es zunächst fehlerhaft wieder, bis sie sich der Norm und den Regeln annähern. Ähnlich kann das auch für den Schriftspracherwerb funktionieren.

Man gesteht den Kindern zu, dass sie zunächst eine eigene Vorform der Rechtschreibung finden, indem sie die Laute der Wörter so schreiben, wie sie klingen. Es wird ganz genau gelauscht und dann versucht, den Laut in Geschriebenes zu übertragen. Dabei kommt es zu mitunter abenteuerlich anmutenden Wörtern. Erst im zweiten Schritt werden die Regeln der Orthografie erlernt. Es findet also eine Vereinfachung statt, die den Kindern relativ schnell erlaubt zu schreiben.

Lernen mit der Anlauttabelle

Im Unterricht wird häufig die sogenannte Anlauttabelle verwendet. Das funktioniert so, dass jedem Buchstaben des Alphabets ein Gegenstand zugeordnet ist, der mit diesem Buchstaben beginnt. So setzen sich die Erstklässler nach und nach, Buchstabe für Buchstabe, ihre Wörter zusammen.

Das Lesen- und Schreibenlernen mit der Anlauttabelle hat den Vorteil, dass sich dabei im Gehirn Handmotorik, Mundmotorik, Lautbild und Schriftbild vernetzen. So können die Kinder, bei täglicher Übung in circa sechs Wochen das Lesen lernen. Gleichzeitig beginnt das freie Schreiben von Wörtern, die lautgetreu geschrieben werden. Das ist eine riesige Motivation für die kleinen ABC-Schützen, so schnell schon selbstständig Wörter schreiben zu können.

Wir wünschen allen Erstklässlern viel Spaß und Erfolg beim Lernen!

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