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Von leisem Atmen bis zu ohrenbetäubendem Lärm

01/24/2018
Larion
Laut und leise

In jeder Sekunde sind wir von Geräuschen umgeben. Mit einer Bandbreite von etwa 20 bis 20.000 Hertz hören wir Menschen extrem viele unterschiedliche Töne (Frequenzen). Diese können dann wiederum laut oder leise sein. Die Schmerzgrenze des Menschen liegt bei etwa 140 Dezibel (dB). Doch was sind eigentlich die leisesten und lautesten Geräusche, die es auf der Welt gibt und für den
Menschen hörbar sind?

Keine natürliche, vollkommene Stille

Ruhiges Atmen gilt mit gerade mal 10 Dezibel als eines der leisesten natürlichen Geräusche der Welt. Aufgrund von Witterungsbedingungen wie Wind gibt es auf der Welt keinen Ort, an dem es natürlicherweise völlig still ist. Gras oder Blätter, die sich sanft im Wind bewegen, weit entfernter Verkehrslärm oder leise plätscherndes Wasser – Geräusche sind eigentlich immer und überall zu hören. Und das ist auch sinnvoll, denn Menschen orientieren sich am Schall und orten die Quelle eines Geräusches. Völlige Stille, in der absolut kein Schall übertragen wird, ist irritierend für den Menschen.

Solche Räume der völligen Stille gibt es aber in der Schweiz und in den USA, unter anderem bei Microsoft. Die speziellen Laborräume, die unter anderem zur Entwicklung von Mikrofonen oder Lautsprechern genutzt werden, schlucken 99,99 Prozent des Schalls. Dafür sorgen ein Meter tiefe schallschluckende Keile aus Glasfaser, Doppelwände aus isoliertem Stahl und 30 Zentimeter dicker Beton sowie ein auf Federn ruhender Boden, der keinerlei Erschütterungen überträgt. So gelangen weder akustische noch andere Signale in den Raum. Solche Labore helfen beispielsweise auch dabei, Astronauten auf die völlige Stille im Weltraum vorzubereiten und zu schulen, wie man damit umgeht.

Denn: Menschen sind nicht für eine vollkommen stille Umgebung gemacht, da sie sich am Schall orientieren. Je leiser es ist, desto lauter hört man auf Dauer seine „eigenen“ Geräusche, also Puls, Atmung oder Schluckgeräusche. Forscher haben herausgefunden, dass schon nach 45 Minuten in einem solchen Raum die ersten Halluzinationen einsetzen.

Vulkanische Explosionen und tierische Krachmacher

Der bisher lauteste Knall, der in der Neuzeit gemessen wurde und auch von Augen- oder besser Ohrenzeugen bestätigt wurde, stammt vom Ausbruch der Vulkaninsel Krakatau am 27. August 1883. Der geschätzt rund 180 dB laute Knall wurde sowohl im über 3.000 Kilometer entfernten Perth in Australien als auch auf der rund 5.000 Kilometer entfernten Insel Rodrigues nahe Mauritius immer noch so laut wie ein Pistolenschuss gehört. Hinzu kam eine Schallwelle, die weltweit gemessen wurde und sich insgesamt siebenmal um die Erde ausbreitete, bis sie nicht mehr messbar war. Diese
Schallwelle hält nach wie vor den Rekord. Richtige Krachmacher gibt es auch im Tierreich: Würden Pottwal und Knallkrebs an Land leben, könnten sie vermutlich Geräusche mit einer Lautstärke um die 200 dB erzeugen. Im Wasser überträgt sich der Schall jedoch anders als in der Luft, sodass hier eine andere Messskala angelegt wird. Die Klicklaute des Pottwals, mit denen er sich unter Wasser orientiert, erreichen daher „nur“ rund 170 dB, die damit jedoch fast an die Explosion des Krakataus heranreichen.

Lautstärke und Infraschallfrequenzen

Während Messwerte in Dezibel angeben, wie stark eine Schallwelle auf das Trommelfell trifft – je stärker, desto lauter der Ton – gibt die Frequenz in Hertz die Schwingungen pro Sekunde an und damit, wie hoch oder tief ein Ton ist. Alles, was unter der menschlichen Hörschwelle von etwa 20 Hertz liegt, gehört zum Infraschallbereich. Auch in diesem für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbaren Bereich können die Töne in ihrer Lautstärke variieren. Extrem laute Geräusche über 110 dB im Infraschallbereich können den Menschen beeinflussen, obwohl wir sie nicht hören: Der Blutdruck und die Atmungsfrequenz ändern sich, manchen Menschen wird schwindelig und sie haben Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht. Egal ob hoch oder tief, laut oder leise – Geräusche bestimmen unseren Alltag und sie beeinflussen uns. Sogar wenn wir sie nicht hören.

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