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Auch Hören will gelernt sein

04/08/2014
von Sabrina
Hören will gelernt sein

Nur zwei bis drei von eintausend Kindern haben eine so starke Hörminderung, dass sie ein Hörgerät benötigen. Das macht das Thema nicht weniger relevant, denn Eltern sowie andere Bezugspersonen können diesen Kindern helfen, ein unbeschwertes Leben zu führen.

Wenn beim Nachwuchs eine Hörschädigung festgestellt wird, bedeutet dies zunächst einmal große Verunsicherung bei den Eltern. Kann mein Kind sprechen lernen? Kann es in einen normalen Kindergarten gehen oder gar einen Schulabschluss machen? Welche sozialen Auswirkungen hat diese Beeinträchtigung auf mein Kind?

Wo Sehschwäche schon lange kein Thema mehr ist und schicke Brillen sogar als trendiges Accessoire getragen werden, bereiten Hörgeräte noch immer Unbehagen und werden tabuisiert. Diese Vorbehalte und Ängste gilt es abzulegen, andernfalls bekommen die Kleinen schnell ein negatives Bewusstsein oder Schamgefühle für die eigene Hörminderung

Hörstörung erkennen und behandeln

Erste Anzeichen können sein, dass ihr Säugling oder Kleinkind nicht auf akustische Signale reagiert oder nur dann reagiert, wenn es gleichzeitig einen visuellen Reiz bekommt, wie z.B. beim Spielen mit einer Rassel. Auch ein besonders intensiver Blickkontakt von Säuglingen kann ein Indiz dafür sein, dass ein Defizit des Gehörs durch andere Sinne wie das Sehen oder Fühlen kompensiert wird. Stellt der Kinder- oder HNO-Arzt eine Schwerhörigkeit fest, heißt es keine Zeit zu verlieren: Jeder Tag ohne intakten Hörsinn verzögert den Erwerb von Hörvorstellung und Sprache, denn wie das Sprechen, muss auch das Hören erst erlernt werden.

Ist ein Hörgerät angepasst, heißt es erstmal: Geduld. Nach Anpassung des Hörgerätes durch einen Hörgeräteakustiker, der Erfahrung im Umgang mit hörgeschädigten Kindern haben sollte, können keine sofortigen Wunder erwartet werden. Sogenannte Pädakustiker kennen die Bedürfnisse von Kindern und können durch Tests Defizite bestimmen und ausgleichen. Das Gehirn muss nun erst lernen, die neuen Informationen zu verarbeiten, um eine sichtbare Veränderung im Hörverhalten des Kindes herbeizuführen. Diese Eingewöhnungsphase dauert im Schnitt 4-6 Monate und sollte nicht durch eine veränderte Geräteeinstellung oder den Wechsel des Hörgerätes unterbrochen werden. Eine Entwicklung der „Vollsinnigkeit“, also der Schaffung neuronaler Verbindungen durch akustische Reize, und damit die altersgemäße Entwicklung des Kindes, stehen an oberster Stelle. Neben dem Hörgerät ist auch die begleitende Frühförderung durch Pädagogen notwendig, um eine allumfassende Therapie zu gewährleisten.

Interdisziplinarität ist hier das Zauberwort

Die Entwicklung von Kindern ist auch ohne Einschränkungen der Sinne komplex genug. Muss bei einem dieser Sinne nachgeholfen werden, so ist es unerlässlich, dass sich HNO-Ärzte, Kinder-Ärzte, Pädagogen und die Pädakustiker als Team verstehen, um optimale Bedingungen für die Kindesförderung zu schaffen.

Mit Unterstützung engagierter Eltern und Experten im Alltag stehen den Kleinsten alle Möglichkeiten offen, und das Hörgerät wird nicht mehr und nicht weniger sein als ein kleiner Helfer im Ohr.

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