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Herausforderung Hörverlust: So ändert sich das Familienleben

10/16/2015
Linda
Familie Hörverlust

Hören und Verstehen ist zentral für unser tägliches Leben. Das Gehör ist der Schlüssel zur Kommunikation, löst Emotionen aus und warnt uns vor Gefahren – sogar im Schlaf. Wer keine Schwierigkeiten hat, für den ist die Leistung des Sinnesorgans völlig normal. Doch was passiert, wenn etwa das eigene Kind gehörlos geboren wird oder die Eltern zunehmend schwerhörig werden? Nicht nur für die Betroffenen selbst ist das eine Herausforderung, sondern auch für das Zusammenleben als Familie.

Schwerhöriges Kind – Was nun?
Taub oder hochgradig schwerhörig – diese Diagnose schockiert die meisten Eltern zunächst. Ab diesem Zeitpunkt ändert sich der Umgang miteinander: Vorlesen und Erzählen wird schwieriger, auf Rufen reagiert das Kind vielleicht nicht und die gemeinsame Sprache muss sich anpassen. Technische Hilfsmittel wie ein Cochlea Implantat (CI) oder Hörgeräte können die Situation verbessern, erfordern jedoch auch einen gewissenhaften Umgang – am besten gemeinsam. Es empfiehlt sich, so früh wie möglich eine logopädische Therapie und intensives Hörtraining zu beginnen. Damit diese Maßnahmen auch Erfolg bringen, brauchen die Kinder die Unterstützung der Eltern im täglichen Familienleben. So sollten diese ihr Kind immer ansehen beim Sprechen, sodass die Mund- und Lautbewegungen deutlich werden. Kurze Sätze erleichtern ebenso das Verständnis. Antwortet das Kind mit einem fehlerhaften Satz, wiederholen sie ihn gemeinsam richtig – Kritik wie „Das war falsch!“ führt sonst zur Frustration bei einem schwerhörigen Kind.

Gehörverlust bei Erwachsenen
Häufiges Nachfragen, keine Reaktion auf Ansprache oder der Fernseher, der immer lauter gestellt wird: Das sind nur einige der ersten Anzeichen für einen Hörverlust. Wenn Kindern das bei ihren Eltern auffällt, sollten sie die beginnende Hörminderung nicht auf die leichte Schulter nehmen. Häufig fällt es älteren Betroffenen schwer, sich selbst einzugestehen, dass mit dem eigenen Hörsinn etwas nicht mehr stimmt. Viele ziehen sich zurück und nehmen nicht mehr an Gesprächen teil, weil sie einfach nichts verstehen. Um eine soziale Isolation zu verhindern, brauchen schwerhörige Menschen die Unterstützung der Familie. Gemeinsam lässt sich die geeignete Therapie, zum Beispiel mit Hilfe eines Hörgerätes, besser bewältigen. Dazu hilft es dem betroffenen Familienmitglied, wenn bei Gesprächen einige Tipps von den Angehörigen beachtet werden:

  • Langsam und deutlich sprechen und vor allem nicht schreien, denn das macht das Verstehen nicht unbedingt leichter.
  • Wenn der Schwerhörige das Gesicht des Gegenübers sieht, bekommt er viele zusätzliche Informationen: Er kann Lippen lesen und die Mimik zum Gesagten deuten.
  • Kurze und klare Sätze sind verständlicher, als lange Schachtelsätze.
  • Ungeduld hilft nicht weiter: Besser ist es, das Gesagte noch einmal zu wiederholen.
  • Zur Not bleibt noch die Schrift: Wichtige Mitteilungen wie Termine sollten schriftlich festgehalten werden, um Missverständnisse zu vermeiden.

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