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Beruf mit gutem Gehör: Klavierbauermeister

09/20/2017
Helena
Beruf mit gutem Gehör: Klavierbauermeister

Jeder Beruf fordert sein ganz eigenes handwerkliches Geschick und manchmal sind besondere Voraussetzungen notwendig: Dachdecker sollten zum Beispiel schwindelfrei sein, Maler sollten einen guten Blick für Farbkompositionen haben und Klavierbauer brauchen ein sehr, sehr gutes Gehör. Wir haben uns diesen selten gewordenen Beruf einmal etwas genauer angesehen.

Was macht ein Klavierbauer?

Der Beruf ist eine klassische Handwerksausbildung und heißt eigentlich Klavier- und Cembalobauer. Wer diesen Ausbildungsberuf erlernt, kann nach seinem Abschluss Klaviere, Flügel, Pianos und Cembali herstellen, reparieren und restaurieren, aber auch stimmen und intonieren. Die Ausbildung zum Klavierstimmer ist dabei in die 3,5 Jahre dauernde Gesellenausbildung integriert. Diese erfolgt wiederum dual, das heißt, die Lehrlinge sammeln Praxiserfahrung in ihrem jeweiligen Ausbildungsbetrieb und lernen zusätzlich die Theorie in der Berufsschule. Für Klavier- und Cembalobauer gibt es dafür übrigens nur eine einzige, nämlich in Ludwigsburg.

Das Gehör als Stimminstrument

Zwar könnte jeder Klavierbauer ein komplettes Klavier selbst bauen, doch das wird heute kaum noch gemacht. Vielmehr werden getrennt gefertigte Einzelteile zusammengebaut. Die Hauptaufgabe eines Klavierbauers ist heute das Stimmen des Instrumentes – ein Teil der Arbeit, der es in sich hat und äußerste Präzision erfordert. Zwar können dabei auch digitalisierte Prozesse helfen, doch keine Maschine ist so gut wie das menschliche Ohr. Das heißt, das Gehör des Klavierbauers ist immer die letzte Instanz beim Stimmen des imposanten Instrumentes. Dabei muss der Handwerker nicht das absolute Gehör haben, aber ein sehr gutes Hörvermögen ist unbedingt notwendig, damit auch feinste Tonnuancen unterschieden werden können.

Das Stimmen eines Klaviers ist dabei eine echte Herausforderung, denn es gilt, 220 Stimmwirbel und 88 Saiten auf Linie zu bringen. Die richtigen Töne müssen eingestellt werden und zwar so, dass sie auch auf dieser Position bleiben. Auf die Saitenspannung gibt es nämlich verschiedene Einflüsse, die sich manchmal nur schlecht kontrollieren lassen: Dazu gehören etwa das verarbeitete Holz oder auch der Standort des Klaviers. Selbst eine Berührung hat Folgen: Durch die Körperwärme erwärmt sich die Saite, das Holz zieht sich zusammen und der Ton ändert sich. Den gleichen Effekt können sehr warme Bühnenscheinwerfer haben. Bei den Tonänderungen handelt es sich jedoch um so minimale Abweichungen, die nur Profipianisten oder eben Klavierbauer hören.

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