GEERS Hörakustik - Lexikon

Lexikon

AGC

AGC ist die Abkürzung für Automatic Gain Control und bedeutet automatische Verstärkungsregelung. Bei der AGC gibt es zwei Schaltungsvarianten mit unterschiedlichen Auswirkungen:

  • AGCo
    Es handelt sich hier um eine ausgangsgeregelte AGC („o" = output). Das zu laute Signal wird am Hörer des Hörsystems abgeleitet und über eine elektronische Schaltung entgegengesetzt auf den Eingang des Verstärkers geleitet.
  • AGCi
    Es handelt sich hier um eine eingangsgeregelte AGC („i" = input). Das zu starke Signal wird schon am Mikrofon des Hörsystems abgeleitet. Dies bedeutet einen erhöhten Schaltungsaufwand, aber auch eine erhöhte Wirksamkeit.

Akku

„Akku" ist die gebräuchliche Abkürzung für Akkumulator. Der Akku kann an Stelle der Batterie zur Energieversorgung des Hörsystems verwendet werden. Ein Akku muss erst über ein Ladegerät mit Energie aufgetankt werden. Inzwischen sind Akkus für jede Batteriegröße lieferbar. Es gibt Hörsysteme, bei denen der Akku zum Aufladen im Gerät bleiben kann. Das Hörgerät wird dann in eine spezielle Ladeschale gelegt. Die Hördauer mit einem Akku beträgt ca. 10 bis 15 Stunden.

Viele Hörsysteme sind deshalb mit einem Akku nicht zu betreiben. Aus diesem Grund gibt es auf dem deutschen Markt auch nur noch eine Akku-Größe.

Akustikrohr

Akustikrohre sind Bauteile des Hörsystems. Sie bestehen aus Metall, Gummi oder einer Kombination aus beidem. Das „Mikrofon-Akustikrohr" leitet den aufgenommenen Schall weiter zum eingebauten Miniaturmikrofon. Das „Hörer-Akustikrohr" leitet den vom Hörer verstärkten Schall weiter zum Ausgang des Hörsystems, der aus einem gebogenen Hörwinkel besteht. Durchmesser, Länge und Material des Akustikrohres beeinflussen entscheidend die Leistung und den Klang eines Hörsystems.

A-Life®

A-Life® ist ein von Geers entwickeltes Verfahren zur Konfiguration und Feineinstellung von Hörsystemen. Mit aktiver Beteiligung des Kunden wird die beste Einstellung der Hörtechnik ermittelt. Damit die Übertragungseigenschaften der Geräte optimal auf die Hörwünsche der Kunden abgestimmt sind, werden natürliche Klangbeispiele vorgespielt und von den Kunden bewertet. Die erreichte Zufriedenheit mit dem Hören wird individuell ausgewiesen. Das patentierte Verfahren wurde in Zusammenarbeit mit fünf Universitäten entwickelt.

Analoge Signalverarbeitung

Ein analoges System nimmt neben der Sprache leider auch Störgeräusche auf, die durch Klangblenden nur teilweise unterdrückt werden können. Deshalb ist das Verstehen gerade in geräuschvoller Umgebung manchmal schwierig. Außerdem treten bei analogen Hörsystemen Störungen beim Telefonieren mit drahtlosen Telefonen und Handys auf. Die Analoggeräte sind im Markt.

Anpassteil

Hörsysteme finden manchmal hinter dem Ohr, z.B. bei abstehenden Ohrmuscheln, keinen festen Halt. Ferner können schmerzhafte Druckstellen dadurch entstehen, dass das Gerät nicht plan-, sondern nur punktweise auf der Ohrmuschelrückwand aufliegt. Abhilfe schafft eine Auffüllung des Hohlraumes zwischen Hörsystem und hinterer Ohrmuschel mit einem Kunststoffmaterial. Solch ein Anpassteil wird am Hörsystem befestigt. Es muss darauf geachtet werden, dass weiterhin ein ungehinderter Service des Hörsystems gewährleistet ist.

ANSI (American National Standards Institute)

Das American National Standards Institute ist der Herausgeber der amerikanischen Normenblätter. Beispielsweise werden Messvorschriften für Hörsysteme festgelegt, um vergleichbare Messergebnisse zu ermöglichen.

Audiometer

Geräte für die Hörprüfung mit Sinustönen, Rauschen oder Sprache. Mit ihnen können beispielsweise die Hörschwelle und die Unbehaglichkeitsschwelle eines Patienten ermittelt werden.

Audiometrieräume

Größe des Raumes: mindestens 2 m x 3 m. Ausstattung: Teppichboden, reflexionsarme Wand- und Deckenverkleidung, warme Farbtöne, keine Lochplatten.

Beleuchtung: Wegen geringer Wärmeentwicklung Leuchtstofflampen mit Warmtonröhren. Die Drosseln der Leuchtstofflampen liegen wegen möglicher Brummeinstreuung außerhalb des Raumes.

Belüftung: Ab- und Zuluft werden durch einen geräuscharmen Ventilator gesteuert. Das Belüftungsrohr ist mit Dämmmaterial ausgekleidet.

Störschall: Darf bei der Routine-Audiometrie bis zu 40 dB (A) betragen. Erreicht wird dies durch Doppelwände und Doppeltüren.

Audiometer: Ist so angeordnet, dass der Patient keine Möglichkeit hat, auf das Audiogramm zu schauen. Die Lautsprecher für die Freifeldmessung haben zu den Ohren des Patienten einen Abstand von 1 m.

Audiometrische Messungen

Zu unterscheiden sind subjektive Messungen, die von den Angaben der Patienten abhängen, und objektive Messungen, die nur seine Anwesenheit erfordern.

Subjektive Messungen:

  • Hörschwellen für Sinustöne für Luft- und Knochenleitung,
  • SISI-Test,
  • Lüscher-Test,
  • Isophone angenehmen Hörens,
  • Fowler-Test,
  • Unbehaglichkeitsgrenze für Sinustöne,
  • Carhart-Test,
  • Unbehaglichkeitsgrenze für Rauschen,
  • Hörverlust für Zahlen im Geräusch,
  • Diskriminationsverlust für Einsilber,
  • Feldmann-Stereo-Test,
  • Unbehaglichkeitsgrenze für Einsilber,
  • Lee-Test
  • Lombard Test

Objektive Messungen:

  • Tympanometrie
  • Stapediusreflexmessung
  • Electric Response Audiometrie (ERA)
  • Electrocochleographie
  • Otoakustische Emissionen (OAE)

Aufblähkurve

Die Aufblähkurve ist eine im Audiogramm eingetragene Hörschwelle für Sinustöne, die mit Hörsystem im freien Schallfeld erstellt wurde. Man verwendet dieses Verfahren, wenn ein Hörgewinn dargestellt werden soll, jedoch eine sprachaudiometrische Messung nicht durchgeführt werden kann wie z. B. bei Kindern und Ausländern. Es werden die Hörschwellen für Sinustöne über Lautsprecher ohne und mit Hörsystem ermittelt. Die Fläche zwischen beiden Hörschwellenkurven stellt den Hörgewinn dar. Im Audiometrie-Raum mit ungenügend reflektionsarmen Wänden kann sich allerdings durch stehende Wellen eine unterschiedliche Schalldruckverteilung aufbauen, die dann das Messergebnis verfälscht. Ein sprachaudiometrischer Hörgewinn ist deshalb einer Aufblähkurve immer vorzuziehen.

Ausgangsschalldruckpegelf

Der Ausgangsschalldruckpegel ist der Schalldruckpegel, der nach der Verstärkung durch ein Hörsystem am Ausgang des Hörers auftritt. Die Höhe des Ausgangsschalldruckpegels ist abhängig von der Höhe des Eingangsschalldruckpegels (z. B. 65 dB bei Umgangssprache) und der Verstärkung des Hörsystems. Die Leistungsfähigkeit des Hörers bestimmt den höchstmöglichen Ausgangsschalldruck. Im-Ohr-Hörsysteme erreichen maximale Ausgangsschalldrücke von bis zu 135 dB; Hinter dem Ohr-Geräte von bis zu 140 dB; Taschengeräte erreichen etwa 150 dB.

Ausschwingzeit

Sie tritt bei automatischen Verstärkungsregelungen (AGC) auf. Man bezeichnet als Ausschwingzeit die Zeit, in der eine durch die automatische Verstärkungsregelung herabgesetzte Verstärkung wieder auf die ursprüngliche Verstärkung heraufgeregelt wird. Sie entsteht bei analoger Signalverarbeitung durch die bei AGC-Schaltungen verwendeten Kondensatoren und Widerstände. Eine kleine Ausschwingzeit von z. B. 10ms ist für die Verständlichkeit von Wortanfängen nach lauten Schallereignissen günstig. Sie würde allerdings bei sich wiederholenden Impulsgeräuschen ständige Lautstärkeschwankungen hervorrufen. Bei einigen Hörsystemen lässt sich daher die Größe der Ausschwingzeit bis auf 400 ms einstellen. So besteht die Möglichkeit, die Ausschwingzeit der individuellen Hörumgebung anzupassen.

Batterie

Die Batterie dient zur Energieversorgung des Hörsystems. Für die unterschiedlichen Hörtechnikbauformen gibt es entsprechende Batteriegrößen, wobei für Hinter-dem-Ohr-Systeme hauptsächlich die Knopfzellen des Typs 13 und 312 verwendet werden. Die Im-Ohr-Systeme benötigen die Typen 312 oder 10. Der Typ 675 findet bei größeren Bauformen Anwendung, die dann eine hohe Verstärkungsleistung gewährleisten. Trotz kleiner Abmessungen ist durch den chemischen Aufbau eine hohe Energiedichte gewährleistet. Eine Batterie kann im Gegensatz zum Akku nicht geladen, jedoch gut gelagert werden. Bei kühler und trockener Lagerung erleidet die Zink-Luft-Zelle bis zu zwei Jahre lang kaum Kapazitätsverluste. Der Anwender ist gesetzlich verpflichtet, verbrauchte Batterien an den Handel zur Entsorgung zurückzubringen.

Batteriekammer

Die Batteriekammer dient zur Aufnahme der Batterie im Hörsystem. Die Batterie darf in der Kammer kein Spiel haben, welches sich sonst als klapperndes Störgeräusch bemerkbar machen würde. Sie darf aber auch nicht so eng sein, dass sich die Batterie nur mit Mühe auswechseln lässt. Bei manchen Hörsystemen tritt die Batteriekammer auch als Ein-Aus-Schalter in Funktion. Durch leichtes Öffnen der Kammer bis zu einer Raststellung werden diese Geräte abgeschaltet. Im geschlossenen Zustand muss die Batteriekammer Schutz vor Schweiß und Staub bieten, für eine Zink-Luft-Batterie jedoch genügend sauerstoffdurchlässig sein.

Batteriekontakte

Batteriekontakte stellen die Verbindung von der Batterie zum Verstärker her. Sie bestehen meistens aus Federstahl und sind gegen Oxidation durch eine Gold- oder Platinschicht geschützt. Gerade bei den sehr geringen Strömen, die im Hörsystem fließen, ist es wichtig, den Übergangswiderstand zwischen Kontakt und Batterie so klein wie möglich zu halten.

Bidirektional-Charakteristik

In der Mikrofontechnik beschreibt die Richtcharakteristik die Empfindlichkeit eines Mikrofons in Abhängigkeit vom Schalleinfallswinkel. Der Richtcharakter hängt ab von der Bauform des Mikrofons bzw. der digitalen Signalverarbeitung eines Mikrofonsystems, das aus mehreren Mikrofonen besteht. Bidirektional-Charakteristik = Das Mikrofon ist besonders empfindlich nach vorne und hinten und besonders unempfindlich zu den Seiten.

CIC-Hörsystem

CIC bedeutet „complete in canal". Es handelt sich dabei um ein Im-Ohr-Gerät, das besonders tief im Gehörgang und dicht vor dem Trommelfell sitzt (peritympanal).

Cochlea Implant

Ein Cochlea-Implant (CI) besteht im wesentlichen aus zwei Komponenten:

  • Innere Komponenten (Implantat): Empfänger/Stimulator, Referenzelektrode, aktive Elektrode
  • Externe Komponenten: Sprachprozessor, Hinter-dem-Ohr-Set, Sender, Kabel

Funktion: Die akustischen Signale werden vom Mikrofon des Hinter-dem-Ohr-Sets aufgenommen und in elektrische Signale umgewandelt. Über das Verbindungskabel gelangen diese Signale zum Sprachprozessor, der diese nach bestimmten Verarbeitungsalgorithmen in ein Muster aus elektrischen Impulsen umwandelt. Diese gelangen über das Kabel an den Sender. Dort werden die Signale induktiv auf den implantierten Empfänger übertragen. Die aktiven Elektroden stimulieren daraufhin mit unterschiedlicher Intensität und an unterschiedlichen Orten die Cochlea (Innenohr). Diese Stimulation bewirkt ein Auslösen von Aktionspotenzialen am Hörnerv, die vom Gehirn entsprechend weiterverarbeitet werden.

Concha-Gerät

Ein Im-Ohr-Hörsystem, das in der Ohrmuschel platziert wird.

conchetta

Die „conchetta" ist ein Im-Ohr-Gerät, das im Übertragungsverhalten dem Hörverlauf des geschädigten Ohres angepasst wird. Gegen Allergien ist die Oberfläche vergoldet. Durch Einbeziehen der natürlichen Funktion der Ohrmuschel in den Hörvorgang wird mit der „conchetta" gegenüber anderen Hörgeräten eine größere Sprachverständlichkeit unter Störgeräuschen erzielt.

CROS

Bei der CROS-Versorgung wird das Mikrofon vom Hörsystem getrennt und auf der anderen Seite des Kopfes angebracht. Dadurch können Hörprobleme gelöst werden, wo konventionellen Hörsystemen Grenzen gesetzt sind.

Das CROS-Verfahren wird angewendet, wenn zum Beispiel ein Ohr taub ist und das andere Ohr hörend. Der Schall wird in diesem Fall vom Mikrofon auf der tauben Seite in das hörende Ohr geleitet.

Das Verfahren wird auch angewendet, wenn das zu versorgende Ohr nässt und nicht mit einer Ohrschale verschlossen werden darf. Durch die räumliche Trennung des Mikrofons vom Hörer wird das Rückkopplungspfeifen verringert. Es kann deshalb in das nässende Ohr eine offene Ohrschale eingesetzt werden.

Dezibel

Die Einheit des Schalldruckes (Lautstärke) ist das Pascal (Pa). Das Hörvermögen des Ohres in solch einer physikalischen Einheit ausgedrückt bedeutet, dass Zahlen in einem Bereich von 1 bis 1.000.000 auftreten. Für die praktische Arbeit wird anstelle des Schalldrucks der Schalldruckpegel verwendet, um handhabbare Zahlenwerte zu erhalten. Der Schalldruckpegel wird durch die Bildung des Logarithmus aus dem Schalldruck berechnet. Als Bezugswert wird der Schalldruck verwendet, der nötig ist, um einen Ton von 1.000 Hz gerade eben zu hören. Dies ist bei einem Schalldruck von 20 µPa der Fall. Alle Schalldrücke, bezogen auf diesen Grundwert, werden dann in dB (Dezibel) angegeben.

Digitale Signalverarbeitung

Die meisten Hörsysteme arbeiten inzwischen mit digitaler Signalverarbeitung. Hier wird die analoge Spannung, die vom Mikrofon des Hörsystems erzeugt wird, in kleine Impulse (digitale Signale) umgewandelt. Diese Impulse werden mit integrierten Schaltungen zielgerichtet weiterverarbeitet. Das bedeutet, dass das Hörsystem besser auf den individuellen Hörverlust und auf die individuelle Hörumgebung eingestellt werden kann. Außerdem können mit digitaler Hörtechnik moderne drahtlose Telefone und Handys ohne wesentliche Störungen benutzt werden.

DIN (Deutsches Institut für Normung)

Dieses Institut gibt als Gemeinschaftsarbeit interessierter Kreise (Hersteller, Handel, Wissenschaft, Verbraucher und Behörden) Normen heraus, die von verschiedenen Arbeitsausschüssen erstellt werden. Im Bereich der Hörakustik gibt es hauptsächlich Prüf- und Qualitäts-Normen.

Diskriminationsverlust

Der Diskriminationsverlust wird mit den Einsilbern des Freiburger Sprachtests über Kopfhörer ermittelt. Die Lautstärke wird Reihe für Reihe so lange erhöht, bis der Proband die einzelnen Wörter richtig nachspricht. Für den Schwerhörigen wird es bei bestimmten Hörverlusten auch bei einer für ihn angenehmen Lautstärke nicht möglich sein, alle Wörter, das heißt 100%, nachzusprechen. Die Anzahl der Wörter, die nicht oder falsch verstanden werden, ergeben, in % ausgedrückt, den Diskriminationsverlust, abgekürzt auch DV genannt. Spricht eine hörbehinderte Person bei optimaler Lautstärke zum Beispiel 70% der angebotenen Wörter richtig nach, dann hat sie einen DV von 30%.

Dynamik-Bereich

Der Dynamik-Bereich ist das Feld zwischen Hörschwelle und Unbehaglichkeitsgrenze, also zwischen „gerade hören" und „unerträglich laut". Das gesunde Ohr ist in der Lage, einen Bereich von ca. 120 dB zu verarbeiten. Beim erkrankten Ohr ist dieser Bereich manchmal stark verkleinert (zum Beispiel 30 dB). Hier ist es besonders wichtig, sogenannte Kompressions-Hörsysteme in die Anpassung einzubeziehen.

Eigengeräusche

Jedes Hörsystem erzeugt ein Eigengeräusch. Dieses Rauschen entsteht durch die elektronischen Bauteile des Hörsystems. Solch ein Rauschen kann für Personen mit bestimmten Schwerhörigkeitsverläufen, z.B. einem geringen Hörverlust im Tieftonbereich, störend wirken. In diesen Fällen werden besonders rauscharme Geräte verwendet oder Digitalgeräte, die völlig rauschfrei sind.

Einschwingzeit

Einschwingzeiten treten bei Regelschaltungen (AGC) in Hörsystemen auf. Erhöht sich der Eingangsschalldruckpegel impulsartig, so benötigt die automatische Regelung, bedingt durch die Bauteile der Regelschaltung, eine Zeit zwischen ca. 3ms bis 30ms, um die Verstärkung des Hörsystems zu verringern. Das bedeutet, dass trotz Regelung ein zu großer Schalldruck das Ohr kurzfristig belastet. Eine zusätzliche Begrenzung des Ausgangsschalldrucks ist daher bei Regelschaltungen mit größeren Einschwingzeiten erforderlich.

Elektretmikrofon

Vom Aufbau her ähnelt das Elektretmikrofon dem hochwertigen Kondensatormikrofon aus der Studio-Technik. Nur wird hier zur Erzeugung eines elektrischen Feldes keine hohe Spannung benötigt, sondern das Feld wird durch eine in Kunststoff (Elektretfolie) „eingefrorene" Ladung aufgebaut. Die Vorteile des Elektretmikrofons sind ein breitbandiger Übertragungsbereich, eine geringe Stoßempfindlichkeit und eine niedrige Körperschallaufnahme. Zur Anpassung an den Verstärker ist in dem Mikrofon ein Feldeffekt-Transistor integriert. Die Elektretfolie altert im Verlauf von einigen Jahren, so dass die Leistung des Hörsystems dann etwas nachlässt.

Filter

Im hörakustischen Bereich werden Filter zur Beeinflussung des Übertragungsfrequenzganges verwendet. Neben den elektrischen Filterschaltungen im Hörsystem, die eine Veränderung des Frequenzganges gestatten, werden teilweise auch mechanische Filter eingesetzt. Diese mechanischen Filter, kleine Düsen mit unterschiedlichen Bohrungen, können in den Schalleintritt, also vor das Mikrofon, oder in den Schallaustritt, also in die Schallweiterleitung vom Hörsystem zum Ohr, eingefügt werden. Letztere Art ist wirkungsvoller und daher gebräuchlicher. Die mechanischen Filter sorgen für einen ausgeglichenen Frequenzgang, verringern aber auch etwas die Leistung des Hörsystem. Schließlich können die Filter auch in einer Zusatzbohrung einer Ohrschale, die zum Beispiel zur Belüftung des Ohres erforderlich ist, eingesetzt werden. Damit wird die durch die Zusatzbohrung bestehende Rückkopplungsgefahr verringert.

Fine Tuning

Fine Tuning ist der Prozess der Feineinstellung des Hörsystems. Er umfasst die Veränderung der Einstellungen der Hörtechnik ebenso wie akustisch relevante Veränderungen an der Ohrschale bzw. der Bauform des Im-Ohr-Systems. Selbst wenn bei der Voreinstellung von Hörsystemen sämtliche Parameter, die über das Gehör ermittelt wurden, berücksichtigt werden, ist nicht gewährleistet, dass das vorgeschlagene Hörsystem von seinem Träger voll akzeptiert wird. Speziell auch die subjektiven Höreindrücke entscheiden, ob die Geräte getragen oder abgelehnt werden. Deshalb gehört zu einer Hörsystemanpassung unabdingbar die Feinanpassung (Fine Tuning) des Hörsystems. Für die Feinanpassung wird bei Geers das Verfahren A-LifeÒ verwendet, bei dem der Kunde schon im Anpassraum seine Hörwelt erlebt.

Freiburger Test

Der Freiburger Test ist ein Sprachtest mit genormtem Testmaterial, welches aus 10 Reihen Mehrsilbern (Zahlen) und 20 Reihen Einsilbern (Wörter) besteht. Dieser Sprachtest dient zur Ermittlung des Hörverlustes für Sprache, des Diskriminationsverlustes, des Pegels maximaler Verständlichkeit und der Unbehaglichkeitsgrenze für Sprache. Bei der Entwicklung des Tests wurde darauf geachtet, dass jede Reihe in sich, bezogen auf die Phonetik und die Lautstärke, ausgeglichen ist. Erfahrungen mit diesem Test zeigen jedoch, dass es durchaus „schwierige" und „leichte" Testreihen gibt, so dass je nach Reihe etwas abweichende Diskriminationsverluste auftreten können. Zur Kalibrierung der Lautstärke ist auf jeder Test-CD ein Kalibrierrauschen. Eine regelmäßige Überprüfung des Sprachaudiometers mit diesem Kalibrierrauschen ist erforderlich.

Freifeldmessung

Bei der Freifeldmessung wird das Testsignal, zum Beispiel Wörter des Freiburger Sprachtests, mit einer Lautstärke von 55 dB, 65 dB und 80 dB über einen Lautsprecher angeboten, der 1m vom Hörsystemträger entfernt ist. Der Messraum muss ausreichend schallgedämmt sein.

Frequenzbeeinflussende Bohrung

Eine frequenzbeeinflussende Bohrung verläuft parallel zum Schallschlauch in der Ohrschale. Dadurch erzielt man folgende Effekte: Die Verstärkung tieffrequenter Signale durch das Hörsystem, die eine gute Sprachverständlichkeit stören könnte, wird durch die zweite Bohrung verringert. Hierbei ist die Wirkung um so stärker, je größer der Durchmesser der Bohrung ist. Solch eine Bohrung sollte angelegt werden bei einem noch recht guten Hörvermögen im Tieftonbereich und einem Steilabfall zu den hohen Frequenzen hin. Ist der Klang der eigenen Stimme unangenehm, so kann durch eine Vergrößerung der Zusatzbohrung eine Verbesserung erzielt werden.

Frequenzbereich

Der Frequenzbereich ist die Übertragungsbandbreite eines Hörsystems. Er wird im wesentlichen durch die Leistungsfähigkeit des Hörers bestimmt. Während Elektretmikrofon und Verstärker eines Hörsystems einen breiten Übertragungsbereich zulassen, wird er durch den Hörer, der nach dem elektromagnetischen Prinzip arbeitet, auf ca. 100 Hz bis 7.000 Hz eingeschränkt. Die neuen „externen Hörer“, die direkt im Gehörgang sitzen, erlauben eine Übertragung im Hochtonbereich bis ca. 10.000 Hz.

GC (Gain Control)

Bei der Gain Control handelt es sich um eine Verstärkungsvoreinstellung des Hörsystems. Unabhängig vom Lautstärkesteller kann der Hörakustiker an dem GC-Trimmer oder über die Software bei Digitalgeräten die Verstärkung eines Hörsystems reduzieren, um zum Beispiel bei einer asymmetrischen Schwerhörigkeit und beidohriger Versorgung gleiche Hörsysteme verwenden zu können. Die Hörsysteme werden in diesem Fall mit der GC den unterschiedlichen Hörverlusten angepasst.

GEERS-System A-Life®

A-Life® ist ein wissenschaftlich begründetes System, in dem die Zufriedenheit des Kunden durch die Verbesserung seiner Kommunikationsfähigkeit und damit die Erhöhung seiner Lebensqualität das unmittelbare Ziel unserer Tätigkeit ist. Mit den einzelnen Verfahrensschritte des A-Life®-Systems, der individuellen Beratung, Hörsystemauswahl, Einstellung des Hörsystems sowie Ihrem persönlichen Hörtraining erreichen wir Ihre persönlichen Hör- und Kommunikationsziele.

Gehäuse

An das Gehäuse eines Hörsystems werden hohe Anforderungen gestellt. Es muss leicht und dünnwandig, aber auch stabil und widerstandsfähig sein. Außerdem dürfen keine Hautallergien verursacht werden. Ferner sollte es gegen elektrische und magnetische Felder abgeschirmt sein. Das sind zum Teil Forderungen, die von einem Kunststoffmaterial nicht erfüllt werden können. Es kommt immer wieder vor, dass bei starker Schweißeinwirkung und großer mechanischer Beanspruchung feine Haarrisse an einem Hörsystemgehäuse auftreten. Die eindringende Feuchtigkeit zerstört dann wichtige Bauelemente des Hörsystems. Einige Hersteller bieten nanobeschichtete Gehäuse an, bei denen die Feuchtigkeit abperlt.

Helmholtz-Resonator

Durch genau berechnete Hohlräume kann die Frequenzübertragung beeinflusst werden. Solche Hohlräume (Resonatoren) befinden sich beim Hörgerät in dem Hörer und sorgen dafür, dass bestimmte Töne nicht zu laut und andere Töne nicht zu leise abgestrahlt werden. Sogenannte Helmholtz-Resonatoren können auch in der Ohrschale eines Hinter-Ohr-Gerätes angebracht sein, um auch dort unerwünschte Resonanzspitzen zu unterdrücken.

HIMSA

Um bei den programmierbaren Hörgeräten zu viele Software- und Hardwareversionen der unterschiedlichen Hörgerätehersteller zu vermeiden, haben sich die bedeutenden Hersteller zur HIMSA (Hearing Instrument Manufactures Software Association) zusammengeschlossen. Es wurde ein einheitliches computergesteuertes Programmiergerät (HiPro) entwickelt und eine dazugehörige Software (Noah).

Gehörschutz

Die gebräuchlichsten Arten von Gehörschützern sind Kapselgehörschützer und Gehörgangsstöpsel. Beim Kapselgehörschutz wird die Ohrmuschel ähnlich wie mit dem Kopfhörer ganz bedeckt. Nachteilig wirkt sich hierbei die Entstehung eines Wärmestaus aus. Gehörgangsstöpsel sind nur für den kurzzeitigen Gebrauch geeignet. Eine Alternative bieten Gehörschutzmittel, die nach Maß gefertigt und im Ohr getragen werden, wie zum Beispiel OtoStop, welches bei Geers gefertigt wird. OtoStop besteht aus einem flexiblen Kunststoffmaterial, welches auch beim Schlafen getragen werden kann (OtoSleep). Darüber hinaus bieten diese Gehörschutzmittel einen Schutz gegen Wasser. Personen mit defektem Trommelfell können nun wieder problemlos schwimmen gehen.

Hörbrille

Bei der Hörbrille sind zwei Ausführungen zu unterscheiden:

  • die Luftleitungsbrille
  • die Knochenleitungsbrille

Die Luftleitungsbrille ist vergleichbar mit jedem gebräuchlichen Hinter-dem-Ohr-System, nur dass hier die Elektronik in einem schmalen Hörbügel eingebaut ist. Statt spezieller Luftleitungsbügel wird in der Regel ein kleines HdO-Gerät verwendet, welches über ein Adapterteil mit dem Brillenbügel verbunden ist. Der Schall wird über ein Ohrpassstück ins Ohr geleitet.

Bei der Knochenleitungsbrille ist ein solches Maßohrstück nicht erforderlich. Hier wird der Schall über einen Spezialhörer, den sogenannten Vibrator, direkt auf den Knochen hinter dem Ohr gegeben. Diese Art der Versorgung ist jedoch nur in wenigen Fällen möglich, da sie voraussetzt, dass das Innenohr noch gut funktioniert.

Hördimension

Eine Hördimension ist eine subjektive Beschreibungsgröße eines spezifischen Höreindrucks. Für das Verfahren A-Life® 9000 werden die Hördimensionen „Lautstärke", „Klangfarbe", „Sprachverständlichkeit", „Rauschen", „Verzerrungen" und „Angenehmheit" verwendet, um den Höreindruck eines Kunden detailliert zu beschreiben und für eine Verbesserung der Einstellung der Hörtechnik zu nutzen.

Hörer

Der Hörer in einem Hörsystem wirkt wie ein kleiner Lautsprecher. Die vom Verstärker vergrößerte Schallenergie wird vom Hörer in das Ohr abgestrahlt. Dabei müssen auch bei einem hohen Schalldruckpegel die Verzerrungen sehr gering sein. Bei den Einbauhörern der Hinter-dem-Ohr-Geräte (HdO) liegt der maximale Schalldruckpegel bei etwa 145 dB. Die Subminiaturhörer der Im-Ohr-Geräte (IO) erreichen einen Schalldruckpegel von ca. 135 dB. Durch seine Bauart bedingt – es handelt sich bei den jetzt gebräuchlichen Hörern um sogenannte Magnethörer – ist die obere Frequenz des Hörsystems auf etwa 7000 Hz begrenzt. An der Entwicklung dynamischer Hörer mit höhere Frequenz wird gearbeitet.

Hörsystemdaten

Die Datenblätter der Hörsystemhersteller enthalten die technischen Daten eines Hörsystems, die an dem genormten 2-ccm-Kuppler oder an einem Ohrsimulator ermittelt wurden. Die wichtigsten Daten sind Verstärkung, maximaler Ausgangsschalldruckpegel, Frequenzbereich, Klirrfaktor, Kompressionsverhältnis, Schwellenpegel, induktives Übertragungsmaß und Stromaufnahme. Diese Daten dienen dem Hörakustiker zum Vergleich der Hörsysteme untereinander und zur Kontrolle der Funktionstüchtigkeit.

Hörnetz

Zur grafischen Veranschaulichung der subjektiven Bewertung eines Klangbildes im Verfahren A-Life® wird das Hörnetz verwendet. Dargestellt werden die Bewertungen des Kunden und die des Normalhörenden für die Hördimensionen „Lautstärke", „Klangfarbe", „Sprachverständlichkeit" und „Angenehmheit".

Hörspule

Eine Hörspule ist in die meisten Hörsysteme eingebaut. Sie bietet dem Hörsystemträger die Möglichkeit, leichter zu telefonieren und in Theatern und Vortragssälen besser dem Gesprochenen zu folgen. Voraussetzung ist, dass vom Telefon oder von einer sogenannten Ringleitung ein Magnetfeld erzeugt wird. Der Störschall in halligen Räumen wird durch das Umschalten vom Mikrofon auf die Hörspule eliminiert.

Hörtechnik

Die Aufgabe der Hörtechnik (des Hörsystems) ist es, das Hören in der individuellen Hörumgebung einer Person zu verbessern. Große Bedeutung besitzt das Verstehen von Sprache. Für die Akzeptanz sind jedoch ebenso ein angenehmer und natürlicher Klang wichtig. Jedes Gerät hat eine Schallaufnahme, einen Verstärker und eine Signalabgabe. Die Schallaufnahme erfolgt durch ein Mikrofon. Der Verstärker vergrößert das Eingangssignal, wobei das Frequenz- und Dynamikverhalten vom Hörakustiker gezielt beeinflusst. Die Signalabgabe kann durch Luftschall, wie beim üblichen Hörsystemhörer, durch Körperschall, wie beim Knochenleitungshörer, oder durch elektrische Impulse, wie beim Cochlear-Implantat, erfolgen.

Hörtraining

Ein Hörtraining sollte bei jedem Hörsystemträger durchgeführt werden. Ausschlaggebend für Art und Umfang des Hörtrainings ist die Dauer der Hörentwöhnung und das Ausmaß der Fehlhörigkeit. Das beim Hörakustiker durchgeführte Hörtraining besteht im Wesentlichen aus Hörübungen mit Geräuschen und Hörübungen zum Unterscheiden von Sprachlauten.

Hörumgebung

Die Hörumgebung ist das gesamte akustische Umfeld einer Person. Dazu gehören beispielsweise ein ruhiges Gespräch zu Hause, eine Fahrt im Auto, ein Waldspaziergang oder der Besuch eines Konzertes. Damit ein Hörgerät in diesen sehr unterschiedlichen Hörumgebungen immer beste Ergebnisse bringt, ist oft ein Mehrprogrammgerät mit digitaler Signalverarbeitung erforderlich.

Hörwinkel

Der Hörwinkel eines Hörsystems hat mehrere Funktionen zu erfüllen. Als Verbindungsstück zwischen Hörsystem und dem Schallschlauch des Ohrpassstückes liegt der Hörwinkel auf dem Ansatz der Ohrmuschel. Durch seine gekrümmte Form gibt er dem Hörsystem Halt. Darüber hinaus kann der Hörwinkel zur gezielten Beeinflussung des Übertragungsverhaltens des Hörsystems benutzt werden, da über den Hörwinkel die akustische Zuleitung und Ableitung des Schalls erfolgt. Der Schallkanal zur Schallaufnahme sollte so angelegt sein, dass Windgeräusche weitgehend vermieden werden. Der Schallkanal zur Schallabstrahlung kann im Durchmesser variiert werden (Horneffektwinkel) oder mit Filterdüsen und Dämpfungselementen (Damping-Winkel) versehen werden. Alle Maßnahmen im Schallaustrittskanal verändern das Übertragungsverhalten in der Art, dass Resonanzspitzen der Übertragung geglättet werden oder dass gezielt Resonanzen in einem bestimmten Frequenzbereich erzeugt werden.

Im-Ohr-System

Das Im-Ohr-System ist eine Weiterentwicklung des Hinter-dem-Ohr-Systems. Die Bauteile sind wesentlich kleiner, so dass das ganze Gerät einschließlich Batterie in einem Maßohrstück Platz findet. Es gibt zwei Arten von Im-Ohr-Systemen: Concha-Systeme, bei denen die Technik in der Ohrmuschel sitzt, und Gehörgangssysteme, bei denen die Technik komplett im Gehörgang sitzt.. Die Vorteile der IO-Systeme ergeben sich aus der Lage des Mikrofons an der Ohrmuschel (paraboles Hören) und dem Sitz des Hörers nahe dem Trommelfell (hohe Übertragungsqualität).

Impedanzmessung (Tympanometrie)

Die Tympanometrie ist ein Bestandteil der audiometrischen Messung. Sie gibt Aufschluss über die Schwingungsfähigkeit des Trommelfelles und der Gehörknöchelchen und wird bei bestimmten Hörstörungen durchgeführt. Mit einer Sonde wird der am Trommelfell reflektierte Schall gemessen. Bei Änderung der Spannung des Trommelfelles ändert sich seine Impedanz (Schallwiderstand) und somit die reflektierte Schallmenge.

Infrarot-Anlage

Eine Infrarot-Anlage verwendet das für das menschliche Auge unsichtbare Infrarotlicht zur kabellosen Übertragung von Signalen. Bei Schwerhörigen findet dieses Verfahren hauptsächlich Anwendung zur direkten Übertragung des Fernsehtones. Gegenüber der Luftschallübertragung gibt es bei der Infrarotübertragung keine Störeinflüsse wie Nebengeräusche und Überlagerungen durch Reflexionen. Eine Infrarot-Anlage besteht aus einem Sender und einem Empfänger. Der Sender wird an das Fernsehgerät angeschlossen. Der Empfänger kann in vielen Fällen direkt mit vorhandenen Hörsystemen verbunden werden oder aber er ist mit einem eigenen Verstärker und Hörer ausgestattet, so dass das Tragen von Hörsystemen nicht unbedingt erforderlich ist.

In-situ-Messung (In-vivo-Messung)

Die technischen Daten eines Hörsystems werden entsprechend der IEC-Norm an einem 2-ccm-Kuppler ermittelt. Die Beeinflussung der Übertragung durch Körper, Ohrmuschel und Ohrpassstück werden bei diesem Messverfahren nicht berücksichtigt. Deshalb lassen die am 2-ccm-Kuppler ermittelten Daten nur wenig Rückschlüsse auf die tatsächliche Wirkung des Hörsystems am Ohr des Trägers zu. Bei der In-situ-Messung werden die Hörsysteme am Ohr des Schwerhörigen angepasst. So werden der Einfluss der Ohrmuschel und die Veränderung der Gehörgangsresonanzen durch das Ohrpassstück einbezogen. Der Schalldruckpegel wird mit einer Sonde direkt vor dem Trommelfell des Hörsystemträgers gemessen. Die Messgenauigkeit nimmt jedoch oberhalb von 5 kHz stark ab, so dass auch diesem Verfahren Grenzen gesetzt sind.

Kardioid-Charakteristik oder auch Nierencharakteristik

In der Mikrofontechnik beschreibt die Richtcharakteristik die Empfindlichkeit eines Mikrofons in Abhängigkeit vom Schalleinfallswinkel. Der Richtcharakter hängt ab von der Bauform des Mikrofons bzw. der digitalen Signalverarbeitung eines Mikrofonsystems, das aus mehreren Mikrofonen besteht. Kardioid-Charakteristik = Das Mikrofon ist besonders nach vorne empfindlich. Die Empfindlichkeit nimmt zu den Seiten und nach hinten hin ab.

KEMAR (Knowles Electronics Manikin for Acoustical Research)

Bei der „elektronischen Messpuppe" für akustische Untersuchungen handelt es sich um einen Kunstkopf mit Oberkörper, dessen Maße der durchschnittlichen Größe eines erwachsenen Menschen entsprechen (Knowles: amerikanischer Hersteller für Mikrofone und Hörer). Der Kunstkopf ist mit Ohrmuscheln und Gehörgängen ausgestattet. Das Trommelfell wird durch einen Ohrsimulator mit angeschlossenen Mikrofonen ersetzt. Mit dem KEMAR können die frequenzabhängigen Verstärkungen eines Hörsystems am Trageort (in situ) ermittelt werden. Das bedeutet, dass die Beeinflussung des Schalldruckes durch den Oberkörper, den Kopf und die Ohren ebenso erfasst wird wie die Dämpfung und die Resonanz durch das Ohrpassstück mit Schallschlauch. Messungen mit dem KEMAR werden hauptsächlich in reflexionsarmen Räumen durchgeführt.

Kindersprachtest

Der bekannteste Kinder-Sprachtest ist der Mainzer Kindersprachtest. Er besteht aus Wörtern, die dem kindlichen Sprachbereich entnommen sind. Zehn ein- und zweisilbige Wörter, die der Sprachschatz eines drei- bis vierjährigen Kindes umfasst, sind im Sprachtest enthalten. Innerhalb dieses Sprachtests sind die 10 Wörter in 5 Gruppen zufallsverteilt angeordnet. Kinder von vier bis fünf Jahren wird der Sprachtest II angeboten. Er besteht aus 25 Wörtern, die ebenfalls in 5 Gruppen angeordnet sind. Der Sprachtest III enthält 50 Testwörter in fünf Gruppen zu je 10 Wörtern. Dieser Test ist für Kinder von sechs bis acht Jahren geeignet.

Klangbilder

Klangbilder sind Situationen aus der Hörumgebung z.B. ein Konzert, das Zwitschern von Vögeln oder ein Gespräch in einer geräuschvollen Umgebung unter Störgeräuschen.

Klangblende

Die Klangblende, oft auch Tonblende genannt, dient in Hörsystemen zur Einstellung des Klangcharakters. Oft ist es zur Vermeidung von Störgeräuschen erforderlich, die Verstärkung für die tiefen Töne zu verringern. Hier reicht die schaltungstechnisch einfachste Klangblende, die sogenannte passive Klangblende, aus. Durch solch eine Klangblende wird jedoch die Leistung des Hörsystems ebenfalls reduziert. Soll dagegen zur Verbesserung der Sprachverständlichkeit die Verstärkung der hohen Töne vergrößert werden, so wird hierfür eine aktive Klangblende benötigt. Dabei ist der Schaltungsaufwand im Hörsystem größer.

Knochenleitungs-Hörsystem

Das Knochenleitungs-Hörsystem besitzt statt eines Hörers mit Ohrschale einen Vibrator. Mit diesem Vibrator werden die verstärkten Schallwellen auf den Knochen hinter dem Ohr (Mastoid genannt) gegeben. Für eine gute Übertragung ist ein Mindestandruck und eine ebene Auflage erforderlich. Knochenleitungssysteme sind heute üblicherweise in Hörbügel einer Brille eingebaut. Es können aber auch Vibratoren an HdO-Systeme angeschlossen werden. Der Energieverbrauch ist bei Knochenleitungssystemen wesentlich größer als bei Luftleitungs-Hörsystemen. Voraussetzung für das Tragen eines Knochenleitungssystems ist ein intaktes Innenohr. Besonders bei nässenden Ohren besteht eine Indikation für ein solches System, da bei Knochenleitungssystemen keine Ohrschale getragen werden muss.f

Kompression

Die Kompression in einem Hörsystem ermöglicht, dass laute Geräusche oder laute Sprache geringer verstärkt werden als leise Signale. Dies ist bei Schwerhörigen erforderlich, die leise Töne nicht bzw. kaum noch hören, laute Signale jedoch genauso laut hören, wie Normalhörende. Bei der Erhöhung des Eingangsschalldruckpegels von zum Beispiel 60 dB (Umgangssprache) auf 85 dB (Türenknallen) erhöht sich der Pegel am Ohr nur um 10 dB. Erreicht wird dies durch Regelschaltungen im Hörgeräteverstärker (AGC).

Kompressionsverhaeltnis

Bei Hörsysteme mit automatischen Regelschaltungen (AGC) wird die Verstärkung des Hörsystems bei größerer Lautstärke reduziert, so dass das Ausgangssignal nicht den gleichen Lautstärkesprung aufweist wie das Eingangssignal. Den Grad der Verringerung gibt das Kompressionsverhältnis an. Bei einem Anstieg des Eingangspegels um 10 dB (zum Beispiel von 70 dB auf 80 dB) ändert sich der Ausgangspegel des Hörsystems nur um 5 dB (zum Beispiel von 110 dB auf 115 dB). Das Kompressionsverhältnis beträgt hier 10:5 = 2:1. In einigen Datenblättern der Hörsystemhersteller gibt es auch die reziproke Aussage (Kompressionsfaktor) 5:10 = 0,5.

Kugelcharakteristik oder auch Omnidirektionalcharakteristik

In der Mikrofontechnik beschreibt die Richtcharakteristik die Empfindlichkeit eines Mikrofons in Abhängigkeit vom Schalleinfallswinkel. Der Richtcharakter hängt ab von der Bauform des Mikrofons bzw. der digitalen Signalverarbeitung eines Mikrofonsystems, das aus mehreren Mikrofonen besteht. Kugelcharakteristik = ungerichtet; das Mikrofon ist für Schall aus allen Richtungen gleich empfindlich.

Kuppler

Der Kuppler ist das Verbindungsstück zwischen dem Hörsystem und dem Messmikrofon einer akustischen Messanlage. Es handelt sich dabei um einen metallischen Zylinder mit einem bestimmten Hohlraum und verschiedenen Bohrungen. Dadurch soll das Restvolumen des Gehörganges nachgebildet werden, welches beim Tragen eines Hörsystems mit Ohrpassstück entsteht. Es gibt verschiedene Kuppler mit unterschiedlichen Hohlräumen, zum Beispiel 2-ccm-Kuppler, 1,2-ccm-Kuppler 1,2-ccm-Kuppler konisch oder 6-ccm-Kuppler für Messungen am Audiometerkopfhörer. Die technischen Daten, die mit solch einem Kuppler ermittelt werden, weichen vom tatsächlichen Schalldruck, den ein Hörsystem im individuellen Ohr erzeugt, teilweise stark ab. Ursache dafür sind die unterschiedlichen Volumina, besonders stark abweichend bei Kindern oder operierten Ohren, aber auch das andere Resonanzverhalten durch Mittelohrimpedanz und Gehörgangsgewebe. Der Hörsystemakustiker verwendet daher die mit solchen Kupplern aufgenommenen Messergebnisse nur zur Orientierung und technischen Überprüfung eines Hörsystems.

Lautstärkesteller

Der Lautstärkesteller eines Hörsystems, auch Potentiometer (Poti) genannt, gestattet es dem Schwerhörigen, die Verstärkung des Hörsystems zu verändern. Spricht jemand sehr leise (Theater), kann er die Lautstärke seines Hörsystems erhöhen, bei lauten Störgeräuschen (Straße) kann er sie verringern. Die Verständlichkeit kann jedoch nicht mit dem Lautstärkesteller verbessert werden. Hier wird leider die Funktion des Lautstärkestellers vom Hörsystemträger oft falsch eingeschätzt. Versteht er wegen ungünstiger Akustik seinen Gesprächspartner nicht deutlich, dann dreht er am Lautstärkesteller. Jedoch werden auch die Nebengeräusche stärker, so dass eine bessere Verständlichkeit nicht gegeben ist. Die gezielte Veränderung der Übertragungseigenschaften von Hörsystemen entsprechend der akustischen Umgebung ist jedoch mit Mehrprogrammsystemen möglich. Entsprechend der Situation wird mittels Fernbedienung in ein anderes Programm umgeschaltet. Um ein unbeabsichtigtes Verstellen des Lautstärkestellers zu vermeiden, gibt es für einige Hörsysteme Abdeckkappen, die über das Drehrädchen gestülpt werden. Bei modernen, digitalen Hörgeräten wird statt eines kleinen Rädchens zur Lautstärkeregulierung oft eine Taste verwendet.

Lebensdauer eines Hörsystems

Die Lebensdauer eines Hörsystems ist stark abhängig von dessen Pflege, von der regelmäßigen Wartung, von Einflüssen der Trageumgebung und von den Alterungseigenschaften der Bauelemente. Schon bei der Hörsystemanpassung werden vom Hörakustiker Hinweise zur Pflege der Systeme gegeben. Viele Schwerhörige schaffen sich auch die notwendige Trockeneinrichtung an, die dem Hörsystem über Nacht die schädliche Feuchtigkeit entzieht. Für die regelmäßige Wartung der Systeme bietet der Geers-Akustiker Überprüfungstermine an. Dennoch lassen sich die für die Lebensdauer eines Hörsystems schädlichen Einflüsse wie Schweißeinwirkung, Luftfeuchtigkeit, Aufheizen durch Sonnenbestrahlung, Abkühlung durch Winterkälte, Rüttelbewegung durch Laufen, Sport usw. nicht ausschalten. Insofern ist es erstaunlich, dass Hörsysteme über Jahre hinweg ihren Dienst tun. Die für die Lebensdauer eines Hörsystems kritische Grenze liegt der Erfahrung nach bei ca. 5 bis 6 Jahren. Nach diesem Zeitraum häufen sich die Reparaturen, die Leistung der Systeme nimmt stark ab. Dies ist verständlich, wenn man berücksichtigt, wie lange das System in diesem Zeitraum benutzt wird. Bei einer Tragezeit von 12 Stunden am Tag ergeben das in 5 Jahren über 21.000 Stunden. Zum Vergleich: Eine Stereo-Anlage, die 4 Stunden am Tag eingeschaltet ist, erreicht in 5 Jahren nur ca. 7.000 Stunden, wobei kaum Umwelteinflüsse auf sie einwirken.

Lichtwecker

Hörsysteme sollten nachts möglichst nicht getragen werden. Dadurch entsteht das Problem, dass die schwerhörige Person den Klingel- oder Summton des üblichen Weckers nicht hört. Abhilfe wird hier durch einen speziellen Wecker, einen Lichtwecker, geschaffen. Zur eingestellten Weckzeit blinkt eine im  Wecker eingebaute Blitzlampe. Selbst bei geschlossenen Augen werden die starken Lichtblitze wahrgenommen.

Messbox

Die Messbox ist für den Hörakustiker ein wichtiges Messgerät zur Hörsystemüberprüfung und zur Wartung. Mit Hilfe einer Messbox können akustische Kenndaten der Hörsysteme überprüft werden. In der Messbox werden Sinustöne in einem Bereich von ca. 100 Hz bis 10.000 Hz oder Rauschsignale erzeugt. Der Schalldruckpegel kann zwischen 40 dB und 90 dB variiert werden. Außerdem kann die Funktion der Hörspule überprüft werden. Die Steuerung der Messbox erfolgt mittels Computer.

Mikrofon

Das Mikrofon eines Hörsystems nimmt die Schallwellen auf und wandelt die Schallenergie in elektrische Energie um. Das bei den heutigen Hörsystemen gebräuchliche Mikrofon ist das sogenannte Elektretmikrofon. Es hat gegenüber den früher verwendeten Magnetmikrofonen die Vorteile, dass es einen breiteren Frequenzbereich überträgt und gegen mechanische Einflüsse (Stoß, Fall, mechanische Rückkopplung) unempfindlich ist. Vom Aufbau her ähnelt das Elektretmikrofon dem in der Studio- und Messtechnik verwendeten hochwertigen Kondensatormikrofon. Während jedoch beim Kondensatormikrofon eine hohe Betriebsspannung erforderlich ist, wird diese Spannung beim Elektretmikrofon durch eine  „eingefrorene Ladung" in der Elektretfolie erzeugt. Die Ladungsdichte lässt allerdings im Laufe der Zeit nach, so dass sich nach einigen Jahren die Empfindlichkeit des Mikrofons verringert und damit die Gesamtleistung des Hörsystems sinkt. Verwendet werden Elektretmikrofone mit Kugelcharakteristik und Richtcharakteristik. Die Richtwirkung ist stark frequenzabhängig und somit in manchen Anwendungsfällen nicht ausreichend. Die neuartige Mehrmikrofontechnik verbessert die Richtwirkung wesentlich.

Mikrofonsystem

Moderne Hörsysteme verfügen heute über Mikrofonsysteme, die Ihre Richtcharakteristik automatisch an die jeweilige Hörumgebung anpassen können und somit dafür sorgen, dass Sprache von vorne optimal und Störgeräusche von den Seiten und hinten nur im geringen Maße übertragen werden.

Nachbetreuung

Mit der Anpassung von Hörsystemen ist die Arbeit des Hörakustikers nicht beendet. In regelmäßigen Abständen (3 bis 6 Monate) sollte der Hörsystemträger Gehör und Hörsystem überprüfen lassen. Dabei kontrolliert der Hörakustiker, ob durch eine Hörgewöhnung die Einstellung der Systeme verändert werden sollte, ob die Leistungsfähigkeit des Hörsystems noch ausreichend ist, ob das Ohrpass-Stück noch eine einwandfreie Funktion hat und ob sich Funktionsstörungen des Hörsystems ankündigen. Ebenso kann bei Bedarf nochmals die Bedienung der Systeme trainiert werden.

Nierencharakteristik oder auch Kardioid-Charakteristik

In der Mikrofontechnik beschreibt die Richtcharakteristik die Empfindlichkeit eines Mikrofons in Abhängigkeit vom Schalleinfallswinkel. Der Richtcharakter hängt ab von der Bauform des Mikrofons bzw. der digitalen Signalverarbeitung eines Mikrofonsystems, das aus mehreren Mikrofonen besteht. Nierencharakteristik = Das Mikrofon ist besonders nach vorne empfindlich. Die Empfindlichkeit nimmt zu den Seiten und nach hinten hin ab.

Normen

Im Rahmen seiner Arbeit muss der Hörakustiker verschiedene Normen beachten. Im Bereich der Hörakustik werden z.B. die Anforderungen für: Mess- und Prüfverfahren, Hörsysteme, Messgeräte sowie die Qualitätssicherung definiert.

Offene Anpassung

Mit dem Begriff „offene Anpassung" ist eine Hörsystemversorgung gemeint, bei der der Gehörgang nicht verschlossen ist. Dies kann notwendig sein bei nässenden Ohren, bei reinen Hochtonschwerhörigkeiten und bei subjektivem Druckgefühl. Der vom Hörsystem verstärkte Schall wird bei der offenen Anpassung nur über einen Schallschlauch, der durch eine Stützhalterung im Gehörgang positioniert ist, ins Ohr geleitet. Während bei früheren analogen Systemen in solchen Fällen oft ein Rückkopplungspfeifen auftrat, gibt es bei den digitalen Hörgeräten automatische Rückkopplungsunterdrückungsysteme, die das „Pfeifen“ der Geräte verhindern.

Ohrabformung

Die Ohrabformung gehört zu den schwierigsten handwerklichen Tätigkeiten des Hörakustikers. Bei der Abformung werden der Gehörgang und die Ohrmuschel mit einer Kunststoffmasse ausgefüllt. Die Hinweise des Ohrenarztes zum Trommelfell und zum Gehörgang sind daher sehr wichtig. Unter Berücksichtigung hygienischer Aspekte muss das abzuformende Ohr genau otoskopiert und tamponiert werden. Große Sorgfalt beim Anmischen und Einbringen der Masse ins Ohr ist unumgänglich. Schließlich muss der ausgehärtete Abdruck noch beschnitten und beschliffen werden, um den Anforderungen der zu erfolgenden Hörsystemanpassung zu genügen. Von der Qualität des Ohrabdruckes ist der spätere Sitz des Ohrpassstückes sehr stark abhängig.

Ohrpassstück/ Ohrschale

Die Ohrschale ist das Bindeglied zwischen Hörsystem und Ohr. Die Aufgabe der Ohrschale ist es, den verstärkten Schall ins Ohr zu leiten und gleichzeitig dem Hinter-dem-Ohr-System einen guten Halt zu geben. Bei Im-Ohr-Systemen erfüllt die Ohrschale zusätzlich die Funktion des Bauteilegehäuses. Da Hörsysteme bis zu 18 Stunden am Tag getragen werden, muss die Ohrschale komfortabel sitzen. Das Material sollte gegen Cerumen (Ohrenwachs) und Feuchtigkeit widerstandsfähig sein. Jede Ohrschale verändert den Übertragungsbereich eines Hörsystems. Durch die Wahl des Schallschlauchdurchmessers und durch Zusatzbohrungen ist es dem Hörakustiker möglich, die Übertragungscharakteristik zu beeinflussen. Eine regelmäßige Kontrolle der Ohrschale ist genauso wichtig wie die des Hörsystems.

Omnidirektionalcharakteristik oder auch Kugelcharakteristik

In der Mikrofontechnik beschreibt die Richtcharakteristik die Empfindlichkeit eines Mikrofons in Abhängigkeit vom Schalleinfallswinkel. Der Richtcharakter hängt ab von der Bauform des Mikrofons bzw. der digitalen Signalverarbeitung eines Mikrofonsystems, das aus mehreren Mikrofonen besteht. Omnidirektional-Charakteristik = ungerichtet; das Mikrofon ist für Schall aus allen Richtungen gleich empfindlich.

PC (Peak-Clipping)

Es handelt sich hierbei um ein Begrenzungssystem für den Ausgangsschalldruckpegel eines Hörsystems. Das bedeutet, dass ein bestimmter Schallpegel, der vom Hörakustiker eingestellt wird, nicht überschritten wird. So kann eine Unbehaglichkeitsgrenze, die schon bei geringeren Lautstärken liegt, berücksichtigt werden. Nachteilig sind jedoch die bei der Begrenzung des Schalldruckpegels entstehenden Verzerrungen.

Pflege der Hörsysteme

Von der Pflege hängen Reparaturhäufigkeit und Lebensdauer der Hörsysteme ab. So sollte ein Hörsystemträger seine Hörsysteme nie einem Stoß oder Schlag aussetzen, nicht fallen lassen oder hart auf eine Unterlage legen. Das Gehäuse sollte abends mit einem weichen Tuch abgerieben werden, um die äußere Feuchtigkeit zu entfernen. Da auch Feuchtigkeit in die Hörsysteme eindringt (Schwitz- und Kondenswasser), sollten die Systeme über Nacht in eine elektrische Trockentasche gelegt werden, bei der die Feuchtigkeit durch Wärme verdunstet. Auch das richtige Einsetzen der Batterien gehört zur pfleglichen Behandlung der Hörsysteme, da sonst durch verbogene Batteriekontakte erhebliche Störungen entstehen können. Bei längerer Nichtbenutzung der Systeme sollten die Batterien aus den Hörsystemen entfernt werden. Die Bedienelemente wie Lautstärkesteller und Schalter müssen immer in Dreh- oder Schaltrichtung betrieben werden. Eine Kraft zum Beispiel quer auf den Schalter kann sogar zum Bruch der Verstärkerplatine führen. Der gewissenhafte Hörakustiker gibt neben der Erläuterung und Übung der Bedienung auch Hinweise für die pflegliche Behandlung der Hörsyteme.

Potentiometer (auch Poti)

Der Lautstärkesteller eines Hörsystems, auch Potentiometer (Poti) genannt, gestattet es dem Schwerhörigen, die Verstärkung des Hörsystems zu verändern. Spricht jemand sehr leise (Theater), kann er die Lautstärke seines Hörsystems erhöhen, bei lauten Störgeräuschen (Straße) kann er sie verringern. Die Verständlichkeit kann jedoch nicht mit dem Lautstärkesteller verbessert werden. Hier wird leider die Funktion des Lautstärkestellers vom Hörsystemträger oft falsch eingeschätzt. Versteht er wegen ungünstiger Akustik seinen Gesprächspartner nicht deutlich, dann dreht er am Lautstärkesteller. Jedoch werden auch die Nebengeräusche stärker, so dass eine bessere Verständlichkeit nicht gegeben ist. Die gezielte Veränderung der Übertragungseigenschaften von Hörsystemen entsprechend der akustischen Umgebung ist jedoch mit Mehrprogrammsystemen möglich. Entsprechend der Situation wird mittels Fernbedienung in ein anderes Programm umgeschaltet. Um ein unbeabsichtigtes Verstellen des Lautstärkestellers zu vermeiden, gibt es für einige Hörsysteme Abdeckkappen, die über das Drehrädchen gestülpt werden.

Programmierbares Hörsystem

Bei einem programmierbaren Hörsystem lassen sich verschiedene Funktionen wie Verstärkung, untere und obere Grenzfrequenz, maximaler Ausgangsschalldruckpegel, Wirkung der automatischen Verstärkungsregelung durch ein Programmiergerät verändern. Dadurch ist es möglich, eine gewünschte Übertragungskurve in dem System abzuspeichern oder unter Mitwirkung des Schwerhörigen das Übertragungsverhalten schrittweise zu ändern. Gerade bei schwierigen Hörproblemen kann durch den erweiterten Einstellbereich eine Lösung gefunden werden, bei der sowohl ein Hörgewinn als auch eine subjektive Zufriedenheit erzielt werden. Die so ermittelte „Idealeinstellung" wird auf Knopfdruck im Hörsystem gespeichert. Eine Umprogrammierung ist jederzeit möglich.

Rauschen

Rauschen besteht aus vielen gleichzeitig auftretenden Tönen, deren Intensität ständig wechselt. Im Bereich der Audiometrie finden folgende Rauscharten Verwendung:

  • weißes Rauschen
  • gleichmäßig verdeckendes Rauschen
  • Schmalbandrauschen
  • sprachsimulierendes Rauschen

Beim weißen Rauschen sind sämtliche Teiltöne des Hörbereiches in schwankender Intensität vorhanden. Solch ein Rauschsignal findet seine Anwendung in der Schallpegelmesstechnik. Beim gleichmäßigen verdeckenden Rauschen nimmt die Intensität oberhalb von 500 Hz mit 3 dB pro Oktave ab. Mit diesem Rauschsignal wird die sogenannte Geräuschaudiometrie (nach Langenbeck) durchgeführt. Beim Schmalbandrauschen sind nur die Frequenzen um einen Schwerpunkt (Mittenfrequenz) vorhanden. Ein Schmalbandrauschen mit einer Mittenfrequenz von zum Beispiel 2000  Hz erscheint gleich laut wie ein reiner Ton der gleichen Frequenz. Das Schmalbandrauschen wird zur Vertäubung bei der Aufnahme der Hörschwellen eingesetzt. Beim sprachsimulierenden Rauschen ist die Zusammensetzung der darin enthaltenen Frequenzen auf einen Bereich von 100 Hz bis 8000 Hz begrenzt. Die Intensitäten fallen von 1000 Hz sowohl zu den tiefen Frequenzen (100 Hz = - 20 dB) als auch zu den hohen Frequenzen (8000 Hz = - 29,5 dB) ab. Das sprachsimulierende Rauschen dient zur Kalibrierung von Sprachaudiometern.

Reparaturen

Reparaturen an Hörsystemen sind sowohl für den Hörsystemträger als auch für Hörakustiker und Hörsystemhersteller ärgerlich. Trotz verbesserter Qualität der Bauelemente und des Einsatzes integrierter Schaltungen können jedoch auch weiterhin Reparaturen nicht ganz vermieden werden. Hauptursache für Reparaturen an Hörsystemen sind die eindringende Feuchtigkeit und durch Fall auf eine harte Unterlage entstehende Stöße. Die durch die Feuchtigkeit entstehende Oxidation an Bauelementen macht oft den Austausch von Schalter, Batteriekontakt, Trimmer oder Lautstärkesteller erforderlich. Bei mangelnder Pflege kann sogar die gesamte Elektronik des Verstärkers angegriffen werden. Durch Stoß und Fall sind meistens das Gehäuse oder Mikrofon und Hörer betroffen. Die Reparaturhäufigkeit ist abhängig von der Tragedauer, dem Umgang und der Pflege der Hörsysteme. Gerade im Sommer sollte das Hörsystem jeden Abend in ein elektrisches Trockengerät gelegt werden. Darüber hinaus können größere Reparaturen vermieden werden, wenn regelmäßige Inspektionen der Hörsysteme durchgeführt werden.

Richtcharakteristik

In der Mikrofontechnik beschreibt die Richtcharakteristik die Empfindlichkeit eines Mikrofons in Abhängigkeit vom Schalleinfallswinkel. Der Richtcharakter hängt ab von der Bauform des Mikrofons bzw. der digitalen Signalverarbeitung eines Mikrofonsystems, das aus mehreren Mikrofonen besteht.

Ringleitung

Eine Ringleitung ermöglicht den Hörsystemträgern ein Hören ohne störende akustische Einflüsse des Raumes. Dies geht aber nur bei Hörsystemen mit eingebauter Hörspule (Telefonspule). Eine Ringleitungsanlage besteht aus einem oder mehreren Aufnahmemikrofonen, einem Leistungsverstärker und der eigentlichen Ringleitung, einem manchmal mehrere hundert Meter langen Kabel. Die Vorteile der Ringleitung werden in vielen Kirchen, Theatern und Kinos ausgenutzt. Das akustische Signal wird durch die Ringleitungsanlage in ein Magnetfeld umgewandelt. Dieses Magnetfeld wird von der Hörspule des Hörsystems aufgenommen. Störende Einflüsse, wie Schallreflexionen, Hall oder geringe Lautstärke, werden so ausgeschlossen. Im häuslichen Bereich kann eine Ringleitung auch an ein Radio oder ein Fernsehgerät angeschlossen werden. Das Kabel wird dann unter dem Teppich oder entlang der Fußleiste verlegt.

Schallschlauch

Der Schallschlauch stellt die Verbindung vom Hörsystem zur Ohrschale her. Er hat die Funktion, dem Hinter-dem-Ohr-System einen Halt zu geben und den vom Hörsystemhörer abgestrahlten Schall möglichst verlustfrei ins Ohr zu leiten. Untersuchungen haben gezeigt, dass sowohl Länge als auch Durchmesser des Schallschlauches den Übertragungsbereich eines Hörsystems beeinflussen. Dies kann der Hörakustiker bei der Anpassung ausnutzen, indem er durch die Wahl des geeigneten Durchmessers des Schallschlauches die Übertragungskennlinie in bestimmten Frequenzbereichen anhebt oder absenkt. Das Kunststoffmaterial eines Schallschlauches muss hautfreundlich und unter Wärme formbar sein. Bisherige geeignete Materialien haben jedoch den Nachteil, dass sie durch Schweißeinwirkung hart und porös werden. Daher muss der Schallschlauch regelmäßig erneuert werden. Neuartige dünne Schallschläuche (Slim Tubes) sind kaum sichtbar. Sie sind allerdings nicht für jede Schwerhörigkeitsart geeignet, da bei den dünnen Schallschläuchen der Frequenzübertragungsbereich eingeschränkt ist.

Spannungsstabile Schaltung

Im Laufe des Betriebes eines Hörsystems sinkt die Batteriespannung bis auf einen Wert von unter einem Volt ab. Ohne besondere Maßnahmen treten erhöhte Verzerrungen bei der Signalübertragung auf, einhergehend mit einem stärkeren Eigenrauschen. Die eingestellten Übertragungswerte stimmen nicht mehr, die Verständlichkeit mit solch einem System wird schlechter. Die exakte Anpassarbeit des Hörakustikers wäre unnütz, würden die Hörsysteme nicht über spannungsstabile Schaltungen verfügen. Durch Auswahl von hochwertigen Bauteilen und speziellen Schaltungsvarianten wird erreicht, dass die eingestellten Werte bis zu einer Betriebsspannung von einem Volt innerhalb einer Toleranz konstant bleiben.

Tinnitusmasker

Ein Tinnitusmasker ist ein technisches System gegen Tinnitus (Ohrgeräusche). Dieses Gerät ist ähnlich einem Hörsystem aufgebaut. Es unterscheidet sich im Wesentlichen nur dadurch, dass statt des Aufnahmemikrofons ein Rauschgenerator vorhanden ist. Mit Hilfe eines möglichst schmalbandigen Rauschsignals soll das störende Tinnitusgeräusch überdeckt werden. Es verlagert sich subjektiv für den Betroffenen vom Kopfinneren nach außen und kann daher leichter

„überhört" werden. In einigen Fällen kann sogar nach dem Tragen eines Tinnitusmaskers der Tinnitus für einige Zeit verschwunden sein. Tinnitusmasker bieten dem Akustiker die Möglichkeit, die Mittenfrequenz des Verdeckungssignals zu variieren. Die Lautstärke des Signals kann vom Träger selbst eingestellt werden.

Toleranztest

Ein Toleranztest wird bei jeder Hörsystemanpassung durchgeführt. Damit wird überprüft, ob die Hörsysteme auch bei lautstarken Schallereignissen (z.B. im Straßenverkehr) getragen werden können und ob die Verständlichkeit bis zu einem bestimmten Pegel erhalten bleibt. Sollte eine ungeeignete Begrenzung oder Regelung beim Hörsystem eingestellt sein, macht sich dies durch eine schlechtere Sprachverständlichkeit bemerkbar.

Trockendose

Eine Trockendose ist ein nützliches Zubehör für den Hörsystemträger. Die Hörsysteme werden über Nacht in dieser Trockendose aufbewahrt. In die Trockendose wird eine Trockenkapsel gelegt, die dem Hörgerät über Nacht die Feuchtigkeit entzieht. Dadurch verringern sich Störungen und Reparaturen. Unentbehrlich ist die Trockendose, wenn die Hörsysteme in feuchtwarmer Umgebung getragen werden. Ohne diese regelmäßige Pflege ist die Lebensdauer der Hörsysteme wesentlich reduziert. Da die Kapseln von Zeit zu Zeit erneuert werden müssen, ist ein elektrisches Trockengerät die günstigere Alternative.

Unbehaglichkeitsgrenze

Die Unbehaglichkeitsgrenze ist die Grenze, bei der die Schallpegel zwar als „unangenehm" empfunden werden, jedoch noch keinen Schmerz verursachen. Nur wenn dem Hörakustiker die individuelle Unbehaglichkeitsgrenze bekannt ist, kann er die Hörsysteme so einstellen, dass wichtige Signale wie z.B. Sprache zwar ausreichend verstärkt werden, die lauten Schallsignale jedoch die Unbehaglichkeitsgrenze nicht überschreiten.

Varioventil

Ein Varioventil kann an einer Zusatzbohrung eines Ohrpassstückes angebracht werden. Mit der Einstellschraube des Varioventils kann der Durchmesser der Zusatzbohrung verändert werden und somit auch der übertragene Frequenzbereich. So kann der Schwerhörige die frequenzbeeinflussende Wirkung einer Zusatzbohrung sofort wahrnehmen. Dies ist immer dann erforderlich, wenn aufgrund des subjektiven Hörempfindens, welches messtechnisch nicht erfasst werden kann, mit elektrischen Veränderungen am Hörsystem keine zufriedenstellende Übertragung erreicht wird. Probleme, wie „dumpfes Gefühl" und „Dröhnen der eigenen Stimme" können mit Hilfe des Varioventils schneller und kostengünstiger beseitigt werden, als wenn der Durchmesser der Zusatzbohrung vom Akustiker immer wieder verändert werden muss.

Versorgungsvertrag

Der Versorgungsvertrag regelt die Anpassung und die Abrechnung von Hörsystemen zwischen Krankenkasse und Hörakustiker. Neben der technischen Ausstattung eines Hörsystem-Fachgeschäftes und der Fortbildungsverpflichtung sind im Versorgungsvertrag auch die Rechte und Pflichten zur Hörsystemanpassung festgelegt.

Verstärkung

Die Verstärkung ist die Pegeldifferenz zwischen Aus- und Eingangssignal eines Hörgerätes in Abhängigkeit von der Frequenz. Sie kann den Datenblättern des Herstellers entnommen oder vom Akustiker selbst an der Messbox gemessen werden. Dabei ist zu beachten, dass die Verstärkungsmessungen von Hörsystemen nach unterschiedlichen Normen und an unterschiedlichen Kupplern durchgeführt werden können. Es ist daher unbedingt erforderlich, bei den Verstärkungsangaben in den technischen Datenblättern auch die Norm und den Kupplertyp anzugeben.

Vertäubung

Bei der Ermittlung der Hörschwellen über Luft- und Knochenleitung können bei einem asymmetrischen Hörschaden Messfehler auftreten: Statt auf dem Prüfohr wird der Ton durch Überhören auf der anderen Seite wahrgenommen und als „gehört" registriert. Um dies zu verhindern, muss das Gegenohr vertäubt werden. Als Vertäubungssignal ist ein Schmalbandrauschen über Luftleitungshörer geeignet. Die Mittenfrequenz des Schmalbandrauschens entspricht der jeweiligen Prüffrequenz. Da besonders für ältere Probanden das Wahrnehmen eines Sinustones bei gleichzeitig angebotenem Rauschsignal schwierig ist, empfiehlt sich zunächst eine Messung ohne Vertäubung. Anschließend werden die Messwerte mit Vertäubung geprüft, bei denen ein Überhören vermutet wird. Das ist dann der Fall, wenn die Differenz zwischen den Knochenleitungsschwellen beider Ohren bei einer bestimmten Frequenz mehr als 5 dB beträgt. Bei der Luftleitungsschwelle kommt die Vertäubung bei einer Differenz der Luftleitungsschwelle zur besseren Knochenleitungsschwelle von 50 dB zum Einsatz.

Vibrator

Ein Vibrator findet in der Hörakustik Anwendung als Bauelement zur Erzeugung von Schwingungen bei einer Knochenleitungsversorgung und zur Umwandlung des Wecksignals einer Uhr in ein fühlbares Signal. Der Vibrator eines Knochenleitungssystems besteht aus einem kleinen Elektromagnet mit einer schwingfähigen Platte, die plan auf dem Mastoid (Knochen hinter dem Ohr) aufliegen muss. Der Vibrator zur Übertragung des Wecksignals einer Uhr besteht aus einem kleinen Elektromotor mit einer exzentrisch an der Drehachse angebrachten Schwungmasse, die in einem flachen Kästchen untergebracht sind. Dieses flache Kästchen wird dann unter das Kopfkissen gelegt.

Wechselseitiges Tragen

Nach den Hilfsmittelrichtlinien ist dann ein wechselseitiges Tragen eines Hörsystems angebracht, wenn bei symmetrischer Schwerhörigkeit eine stereofone Hörsystemversorgung nicht den gewünschten Erfolg bringt. Durch das wechselseitige Tragen ist dann zumindest gewährleistet, dass beide Ohren hörtrainiert bleiben. Es fällt immer wieder auf, dass Hörsystemträger, die einseitig versorgt wurden, auf dem versorgten Ohr über Jahre hinweg gute Diskriminationswerte aufweisen, während der Diskriminationsverlust auf dem nicht versorgten Ohr sich zunehmend vergrößert.

Wiedergabekurve

Die Wiedergabekurve eines Hörsystems ist die grafische Darstellung der vom Hörsystem erzeugten Schalldruckpegelwerte über einen bestimmten Frequenzbereich. Während die nummerischen Werte der technischen Daten eines Hörsystems sich nur auf bestimmte Einzelfrequenzen beziehen, zeigt die Wiedergabekurve die durch Resonanzen hervorgerufenen Pegelsprünge. Diese Resonanzspitzen bei bestimmten Frequenzen, die je nach Hörsystemtyp mehr oder weniger ausgeprägt sind, beeinflussen das subjektive Hörempfinden.

Windbremse

Windströmungen, die in die Schalleintrittsöffnung des Hörsystems eindringen, erzeugen durch Membranbewegungen des Mikrofons Störgeräusche. Diese vom Nutzschallereignis unabhängigen und hauptsächlich im Tieftonbereich auftretenden Störgeräusche werden verringert, wenn in die Mikrofonöffnung eine Windbremse eingesetzt wird. Die Windbremse besteht meist aus porösem Schaumstoff. Neben der Windgeräuschunterdrückung wird allerdings das Nutzsignal etwas verfälscht. Besonders windempfindlich sind Hörsysteme mit einem Richtmikrofon, da sie in der Regel über eine zweite Mikrofonöffnung verfügen. Hörgeräte mit digitaler Signalverarbeitung können störende Windgeräusche unterdrücken.

Zusatzbohrung

Eine Zusatzbohrung ist eine Bohrung im Ohrpassstück, die parallel zur Schallschlauchbohrung verläuft. Nur bei sehr engen Gehörgängen lässt man die Zusatzbohrung als sogenannte Y-Bohrung in den Schallkanal einmünden. Die Zusatzbohrung wird vom Hörakustiker gezielt eingesetzt: einmal zur Belüftung des Gehörganges und zum andern zur Beeinflussung des Übertragungsbereiches des Hörsystems. Eine reine Belüftungsbohrung sollte einen möglichst kleinen Durchmesser aufweisen. In der Regel liegt er bei 0,8 mm. Nur dadurch wird verhindert, dass die auch bei solch einer kleinen Bohrung auftretende, jedoch hier unerwünschte, frequenzbeeinflussende Wirkung innerhalb des Hörbereiches liegt. Bei solch einem kleinen Durchmesser muss darauf geachtet werden, dass sich in der Bohrung keine Ablagerungen oder Feuchtigkeitstropfen ansammeln, da sonst die Belüftungswirkung verloren geht. Soll jedoch die Übertragung innerhalb des Hörbereiches beeinflusst werden, dann benötigt man eine Bohrung mit größerem Durchmesser. Hier kann man in Abhängigkeit vom Durchmesser der Bohrung eine Verstärkungsreduzierung der tiefen Frequenzen erreichen. Darüber hinaus ist bei einem reinen Hochtonverlust das normale Hören der tiefen Frequenzen durch das Ohrpassstück nicht eingeschränkt.