Hörgerät ist nicht gleich Hörgerät. Welche Baureihen gibt es? Wie ist die Funktionsweise von Hörgeräten? Wie hoch sind die Kosten? Wenn Sie sich zum ersten Mal mit dem Thema Schwerhörigkeit beschäftigen, ist der Informationsbedarf groß. Nachfolgend haben wir für Sie Wissenswertes zum Thema Hörsysteme zusammengetragen. Gerne beraten wir Sie und Ihre Angehörigen auch in einem unserer Fachgeschäfte.
Hörsysteme und ihre Technik
Die Aufgabe eines Hörsystems ist es, alle Sprachanteile vollständig hörbar zu machen, ohne dabei die Schwelle zum Unbehagen zu überschreiten.
Zu den wesentlichen Bestandteilen eines jeden Hörsystems gehören
- der Schallempfänger (Mikrofon)
- der Verstärker oder Prozessor (Mini-Computer) und
- der Schallsender (Lautsprecher)
Volldigitale Hörsysteme verfügen über einen digitalen Signalprozessor (Mini-Computer), der für eine Reihe von Optimierungen sorgt:
- Befreiung von Eigenrauschen
- Verbesserung der Klangeigenschaften
- Präzise Signalanalyse, die es ermöglicht, nur ausgewählte Teile eines Signals zu verarbeiten
Hochwertige volldigitale Mehrprogramm-Hörsysteme bieten dem Anwender darüber hinaus folgende Vorteile:
- Spracherkennung und Kontrastverschärfung
- Unterdrückung von Rückkopplungspfeifen
- Störschall-Filterung und Störschall-Unterdrückung
- Hörprobleme und ihre Lösung
Hörhilfen und ihre Einsatzmöglichkeiten
Schwierigkeiten beim Hören können sich ganz unterschiedlich gestalten und verlangen daher nach Lösungen von Fall zu Fall. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die gängigen Hörhilfen und ihre Einsatzmöglichkeiten.
Kopfhörer
Wenn sich eine Hörminderung allein darin zeigt, dass beim Fernsehen der Ton so laut gestellt wird, dass dies die Nachbarn stören könnte, ist ein Kopfhörer die günstigste Lösung. Die Lautstärke des Kopfhörers ist beliebig einstellbar, ohne dass dies die Einstellungen des Fernsehgerätes beeinflusst. Dessen Lautstärke bleibt auf Zimmer-Lautstärke oder sogar unhörbar leise. Bei manchen Fernsehern wird der Lautsprecher im Gerät jedoch abgeschaltet.
Offene Hörsysteme ohne Ohrschale
In der Anfangszeit einer Hörminderung – in den ersten Jahren – ist der Hörverlust oft relativ gering. Warnsignale, Türglocken oder Telefonklingeln werden zu diesem Zeitpunkt noch gut gehört. Die Hörminderung tritt zumeist nur in der Unterhaltung mit mehreren Personen zu Tage, da die akustischen Signale hier schlechter verstanden werden. Zur Verbesserung des Hörens in diesen Situationen bieten sich die offenen Hörsysteme – ohne Ohrschale – als ideale Lösung an. Sie sind sehr klein und leicht und nur mit einem dünnen, durchsichtigen Schallschlauch mit dem offenen Gehörgang verbunden. Dadurch entsteht ein natürliches Hören der Umgebung und nur beim Sprachverstehen kommt die Wirkung des Hörsystems zur Geltung. Die Gesprächspartner werden dank der Hörhilfe leichter und besser verstanden.
Basis-Kassengeräte
Bei einer stärkeren Hörminderung erfüllt ein Basis-Kassengerät die Anforderungen an ein lauteres Hören und besseres Verstehen für die Menschen, die sich immer in derselben Umgebung aufhalten und mit nur einer Person sprechen, ohne dass störender Lärm in der Umgebung auf sie einwirkt. Wer die meiste Zeit mit seinem Lebenspartner im Wohnzimmer verbringt und auf besseres Hören in anderen Umgebungen verzichtet, benötigt keine Spitzentechnik.
Digitale Hörsysteme mit Sprachprozessor
Moderne Hörsysteme mit einem Sprachprozessor verbessern deutlich das Hören in der Unterhaltung mit mehreren Personen und in Umgebungen mit Störgeräuschen. Ein von GEERS durchgeführter Praxistest zeigte, dass in einer Situation, in der sich zwei Kollegen mit gesundem Gehör nicht länger unterhalten konnten, weil der Störlärm zu laut war, ein hörgeschädigter Kollege mit Hörsystemen der neuen Generation das von den Kollegen Gesprochene hingegen gut verstehen konnte. Der Hörgeschädigte konnte mit Hörsystem besser verstehen als die Hörgesunden! Solche Ergebnisse der digitalen Hörtechnologie waren noch vor wenigen Jahren unvorstellbar.
Modellreihen
Moderne Hörsysteme sind zumeist in verschiedenen Ausführungen erhältlich.
- Vollautomatische Hörsysteme nehmen dem Benutzer alle Bedienungs-Aufgaben ab.
- Mehrprogramm-Hörsysteme bieten dem Anwender zwei oder mehrere Programme zur Auswahl an. Beispielsweise kann der Benutzer beim Radio hören selbst entscheiden, mit welchem Klang und in welcher Lautstärke er hören möchte. Solche Hörsysteme werden entweder direkt am Gehäuse geschaltet oder mit einer Fernbedienung gesteuert. Diese kann sogar in eine Armbanduhr integriert sein.
Baureihen
Moderne Hörsysteme stehen in unterschiedlichen Bauformen zur Verfügung.
- Hinter-dem-Ohr-Hörsysteme (HdO-Hörsysteme):
Diese sitzen hinter der Ohrmuschel, wiegen nur wenige Gramm und bieten ihren Trägern einen offenen Gehörgang. HdOs sind besonders robust und werden mit jeder Signalverarbeitungs-Technik angeboten. - Hörbrillen:
HdO-Hörsysteme in Kombination mit einem Brillengestell sind besonders unauffällig und bieten sich vor allem an, wenn der Träger immer eine Brille benutzt. Die Hörbrille setzt jedoch einen vorsichtigen Umgang voraus. - Im-Ohr-Hörsysteme (IO-Hörsysteme):
Wenn die gesamte Technik des Hörsystems zusammen mit dem Gehäuse vollständig im Gehörgang Platz finden soll, kann ein maßgefertigtes IO-Hörsystem Anwendung finden. Ein IO-System liefert zu gute Ergebnisse, wenn sich die Hörminderung auf die tiefen und hohen Töne auswirkt. Die kleine Bauform des IO-Hörsystems wird wesentlich von dem Durchmesser und dem Verlauf des Gehörganges beeinflusst. Bei zu engen Gehörgängen scheidet diese Bauform aus.
Hörgeräte der neuesten Generation
Bei GEERS gibt es auch die neue Generation modernster Hörtechnik – Hörgeräte ohne Ohrschale, bei denen nur ein hauchdünner Schlauch nahezu unsichtbar in den Gehörgang führt. Der Benutzer eines solchen Modells merkt gar nicht, dass er eine Hörhilfe trägt – es ist so leicht, dass man es beim Tragen kaum spürt. Erleben Sie kostenlos und unverbindlich diese neue Kombination aus Tragekomfort, unauffälligem Design und akustischem Klangerlebnis.
Kosten
Wie bei allen Dienstleistungen und Produkten finden sich auch bei Hörsystemen unterschiedliche Preise. Die Spanne reicht von der einfachen Basis-Hörtechnik mit mehrjährigem Service, die bei 450 € liegt, bis zu High-Tech-Hörsystemen mit Spitzenleistungen zu einem Preis von 3.000 €. Welches Hörsystem zum Einsatz kommt, hängt von der jeweiligen Situation des von einer Hörminderung betroffenen Menschen ab. Es gibt kein Hörsystem, das für jeden geeignet ist. Die individuellen Ansprüche an ein besseres Hören verlangen nach entsprechenden Lösungen und diese fallen von Kunde zu Kunde unterschiedlich aus. Die Krankenkassen zahlen weiterhin Festbeträge bis zu 360 € je Hörtechnik.














